Entwicklungszusammenarbeit hautnah erleben

Die Austrian Development Agency fördert das SDG Internship Programme von Horizont3000 und Wiener Universitäten.

Die Austrian Development Agency fördert das SDG Internship Programme von HORIZONT3000 und Wiener Universitäten. Innovative Praktika ermöglichen Studierenden die Mitarbeit an konkreten Projekten - und damit einen Beitrag zur Erreichung der globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung.

Im Sommer 2019 haben Studierende der Wirtschaftsuniversität Wien, der Technischen Universität Wien, der Universität für Bodenkultur und des Instituts für Internationale Entwicklung an der Universität Wien erstmals die Chance, Herausforderungen bei der Umsetzung der globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) kennenzulernen. Möglich macht das die Mitarbeit an konkreten Projekten der Entwicklungszusammenarbeit in Afrika, Asien und Lateinamerika. Organisiert werden die Praktikumseinsätze von HORIZONT3000, einer bewährten Partnerorganisation der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, die auf langjährige Erfahrung in der Entsendung von Fachpersonal zurückgreifen kann. Die Austrian Development Agency fördert das Programm mit 60.000 Euro. "Mit dieser Initiative gelingt uns ein weiterer Schritt, um Bewusstsein für die Bewältigung globaler Herausforderungen zu schaffen und junge Menschen als wichtige Botschafterinnen und Botschafter für die SDGs zu gewinnen. Nur so kann die Umsetzung der globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung in Österreich und weltweit gelingen", betont Martin Ledolter, Geschäftsführer der Austrian Development Agency (ADA).

Einsatz für die SDGs

Das Projekt ermöglicht 16 Studierenden einen Praktikumseinsatz von 3 bis 6 Monaten in Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Begleitet und unterstützt werden sie dabei von Fachkräften der Entwicklungszusammenarbeit. Mit ihrem Einsatz erhalten die teilnehmenden Studentinnen und Studenten einen Einblick in die Systematik der Entwicklungszusammenarbeit und deren Wirkungsweisen. Dabei setzen sie sich aktiv mit der Bewältigung gesellschaftlicher Probleme in Entwicklungsländern sowie globalen Problemstellungen in Hinblick auf die SDGs auseinander. Unter Einbindung von AkteurInnen aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft leistet das Projekt damit auch einen Beitrag zur Bekanntmachung und Umsetzung der SDGs.

Blick über den Tellerrand für eine globale Gesellschaft

16 Einsätze in Kenia, Uganda, Mosambik, Nicaragua, Papua-Neuguinea und im Senegal sind im ersten Jahr geplant. Für Reise- und Aufenthaltskosten erhalten die Studierenden einen Zuschuss von 900 bis 1.300 Euro. Im Gegenzug stellen sie ihre Arbeitskraft vor Ort drei Monate lang ehrenamtlich zur Verfügung. Mehr als um die konkrete Unterstützung vor Ort geht es den InitiatorInnen aber um Austausch und Lernerfahrungen. Edith Littich, Vizerektorin der WU, erklärt die Stoßrichtung des Programmes: "Das SDG Internship Programme fördert die Entwicklung der Studierenden zu verantwortungsvoll handelnden, kritisch denkenden und reflektierten Führungskräften von morgen, die sich als Teil unserer globalen Gesellschaft begreifen und über den Tellerrand blicken." Erwin Eder, Geschäftsführer von HORIZONT3000, ergänzt: "Besonders stolz sind wir auf die gelungene Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand, Universitäten, NGOs und Wirtschaftsbetrieben im Rahmen des Programmes. So leistet die Wiener Städtische als Premium Partner nicht nur einen finanziellen Beitrag, sondern auch einen Input über Sicherheit und Versicherung im Vorbereitungskurs."

Das Programm stößt bei den Studierenden auf großes Interesse, wie mehr als 1.000 Website-Zugriffe im Monat auf www.sdg-internship-programme.at, rund 150 TeilnehmerInnen der Informations-veranstaltungen und 70 Bewerbungen zeigen.

Großen Wert legen ADA, die Universitäten und HORIZONT3000 auf eine gute Vorbereitung der Studierenden. Das Institut für Internationale Entwicklung an der Universität Wien bietet für die teilnehmenden PraktikantInnen eine eigene Lehrveranstaltung an: "Internship & Volunteering im Entwicklungskontext: beobachten, reflektieren, mitgestalten? Eine kritische Auseinandersetzung". Zudem absolvieren die teilnehmenden StudentInnen einen einwöchigen Vorbereitungskurs, der sie mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut macht und praktisches Wissen zum Einsatz vermittelt.

Ziel des Programms ist, dass die Studierenden nach ihrer Rückkehr zu SDG-BotschafterInnen in Österreich werden und damit einen Beitrag zu solidarischem Handeln und zur Bekanntmachung der globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung leisten.