Forschung für Entwicklung

Ein Forschungs- und Innovationszentrum für Soziale Arbeit wurde in Uganda eröffnet.

Nach einjähriger Vorarbeit wurde Ende Februar 2017 in der ugandischen Landeshauptstadt Kampala das "East Africa Centre for Research and Innovation in Social Work" (CRISOWO) eröffnet. Das Zentrum ist Teil eines größeren Projekts zur Förderung Sozialer Arbeit in Ostafrika (PROSOWO II). Dieses wird vom Hochschulkooperationsprogramm der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit APPEAR (Austrian Partnership Programme in Higher Education and Research for Development) finanziert und von der Fachhochschule Kärnten koordiniert. Die ADA fördert PROSOWO II mit insgesamt 390.000 Euro.

CRISOWO ALS PLATTFORM FÜR WISSEN UND AUSTAUSCH

Mit einem Koordinationsbüro auf dem Campus der Makerere University soll CRISOWO als virtuelle Plattform für innovative Forschungs- und Praxisprojekte zur Armutsbekämpfung und sozialen Entwicklung in den Ländern der Ostafrikanischen Gemeinschaft dienen. "Unsere Vision ist es Strukturen zu schaffen, die Nachhaltigkeit bieten", erklärt Helmut Spitzer, Projektleiter und Professor für Soziale Arbeit an der FH Kärnten. "Langfristig erhoffen wir uns vom akademischen Austausch eine Befruchtung zwischen Wissenschaft und Praxis, die letztlich der lokalen Bevölkerung zugutekommen soll", führt Spitzer aus.

Bis dato wurden im Rahmen der Projekte PROSOWO I und II mehrere Publikationen zu Sozialer Arbeit herausgegeben, die an allen 38 Ausbildungsstätten für Soziale Arbeit in der Ostafrikanischen Gemeinschaft zum Einsatz kommen. Die zukünftige Generation von SozialarbeiterInnen bekommt Wissen vermittelt, das sie auf die Herausforderungen in der Praxis vorbereitet. Darüber hinaus werden regelmäßig Treffen und Workshops mit sozialpolitischen Entscheidungsträgern veranstaltet, um innovative Strategien zur Armutsbekämpfung und Unterstützung von besonders vulnerablen Bevölkerungsgruppen zu diskutieren.

Neben der Makerere University und der FH Kärnten sind noch die University of Nairobi in Kenia, die University of Rwanda, das Institute of Social Work in Tansania sowie die Hope Africa University in Burundi an der Zusammenarbeit beteiligt.

An der Eröffnungsfeier im Rahmen eines Forums zum Thema "Soziale Arbeit, Sozialpolitik und Menschenrechte in Ostafrika" nahmen VertreterInnen aus Ausbildung, Wissenschaft, Praxis und Berufspolitik der Sozialen Arbeit teil. Insgesamt waren acht Länder vertreten.

Ein Symposium zum Rahmenprojekt PROSOWO II ist für Juni 2018 in Kärnten geplant. Und die nächste große Sozialarbeitskonferenz in Ostafrika findet von 20. bis 22. März 2018 in Ruanda statt.