Forum Alpbach: Chance für junge Menschen aus Entwicklungsländern

Lernen, Vernetzen, Freundschaften knüpfen: Eine Teilnahme am Europäischen Forum Alpbach gilt als wertvolle Gelegenheit für den weiteren Lebensweg.

15 ambitionierte Jungakademikerinnen und -akademiker aus den Schwerpunktländern der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit sowie der Ukraine können das aus erster Hand bestätigen. Sie qualifizierten sich für das Stipendienprogramm der Austrian Development Agency (ADA) und verbrachten im Sommer 2019 zwei Wochen bei dem prominenten Forum in den Tiroler Alpen.

Anell Bajra aus Kosovo ist einer von ihnen. Bei einem Treffen am ADA-Auslandsbüro in Pristina schilderte der 29-Jährige vor seiner Abreise, wie ihn das ADA-Stipendium der Austrian Development Agency dabei unterstützt, seine Zukunft zu gestalten: "Als Uni-Absolvent mit wenig Möglichkeiten hilft mir die Teilnahme am Forum Alpbach, die Mentalität und die Grenzen Kosovos zu überwinden, meinen Horizont zu erweitern und meine Ideen vorzustellen. Ich sehe das auch als eine Herausforderung für mich selbst in einem Umfeld mit anderen jungen Menschen aus unterschiedlichen Ländern, Kulturen und Religionen." Anells Heimat Kosovo zählt zu den ärmsten Länder Europas. Hier prägen vorrangig Armut und Arbeitslosigkeit das Bild, die Jungen haben kaum aussichtsreiche Perspektiven für die Zukunft. Pläne dafür schmieden sie aber genügend - und sie arbeiten hart dafür.

So auch Carol Katumba aus Uganda, einem weiteren Partnerland der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Die Lehrerin an der St. Charles Lwanga International School hat einen Bachelorabschluss in Technischen Wissenschaften und möchte das in Alpbach gewonnene Know-how an ihre Schülerinnen und Schüler weitergeben. Vor allem will sie damit junge Frauen motivieren, an sich zu glauben: "Ich möchte mit unterschiedlichen Führungspersönlichkeiten in unserer Gesellschaft zusammenarbeiten und mein Wissen an sie weitergeben, damit sie es an die Jugend und insbesondere Frauen herantragen können", betont die 27-Jährige im Austausch mit den Vertreterinnen und Vertretern des ADA-Auslandsbüros in Kampala.

VISIONEN FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG STÄRKEN

Anell und Carol sind zwei der 15 jungen Menschen aus Albanien, Armenien, Äthiopien, Georgien, Kosovo, Moldau, Uganda und der Ukraine, die sich erfolgreich für ein Alpbach-Stipendium der Austrian Development Agency beworben haben. Mit ihrer finanziellen Unterstützung ermöglicht die ADA seit 2015 jährlich 10 bis 15 Studierenden bzw. Universitätsabsolventinnen und -absolventen vorrangig aus den Schwerpunktländern der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit die Teilnahme an dem hochkarätigen Forum. Im August 2019 fand dieses unter dem übergreifenden Motto "Freiheit und Sicherheit" statt.

"Unsere Stipendien sind für ambitionierte junge Menschen aus unseren Partnerländern eine überaus bereichernde Weiterbildungs- und Vernetzungsmöglichkeit für ihren zukünftigen Werdegang. Diese jungen Menschen sind in ihren Heimatländern nicht selten Visionäre - und damit wichtige Botschafterinnen und Botschafter für nachhaltige und innovative Lösungen für die Herausforderungen vor Ort. Ihre Ideen wollen wir unterstützen. Mit unserer Förderung leisten wir einen entsprechenden Beitrag dazu", erläutert ADA-Geschäftsführer Martin Ledolter die Hintergründe des Programms.

Anregende Diskussionen und Begegnungen

Das dichte und abwechslungsreiche Programm der Stipendiatinnen und Stipendiaten in Alpbach inkludierte auch ein Treffen mit Außenminister Alexander Schallenberg sowie mit Botschafter Jan Kickert, dem Ständigen Vertreter Österreichs bei den Vereinten Nationen in New York. ADA-Geschäftsführer Martin Ledolter selbst traf die 15 Stipendiatinnen und Stipendiaten zum mittlerweile bewährten Format des Kamingesprächs und tauschte sich dort mit ihnen über die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit aus.

Die Austrian Development Agency wünscht allen Stipendiatinnen und Stipendiaten viel Erfolg für ihren weiteren Lebensweg!