Frauen und Mädchen in Konfliktsituationen stärken

Die Austrian Development Agency fördert den Schutz von Frauen in Konflikten und ihre aktive Teilhabe an Friedensprozessen. Rund 4 Millionen Euro gibt die ADA jährlich für Gleichstellungsprojekte aus.

Mehr als 75 Prozent der Menschen, die unter humanitären Krisen leiden sind Frauen und Kinder. 48 Prozent aller Menschen auf der Flucht sind weiblich. "Diese Zahlen zeigen, wie wichtig es ist, dass wir gerade in Krisensituationen den Schutz von Frauen verstärken", betont Martin Ledolter, Geschäftsführer der Austrian Development Agency (ADA), anlässlich des Weltfrauentages 2017. 4,3 Millionen Euro gab die ADA 2016 für spezifische Gleichstellungsprojekte aus "Wir unterstützen etwa mit einer Million Euro im Flüchtlingscamp Zaatari in Jordanien die Beratung und Versorgung von 18.000 Mädchen und jungen Frauen im Bereich Frauengesundheit und Geburtshilfe", so Ledolter. Das Geld für die Förderung dieses UN-Projekts kommt aus dem Auslandskatastrophenfonds.

Gleichberechtigte Versorgung von Frauen und Männern in Krisen

"Auf dem World Humanitarian Summit in Istanbul 2016 verpflichtete sich Österreich dazu, bei humanitärer Hilfe verstärkt auf Geschlechtergleichstellung zu achten und den Schutz vor sexueller Gewalt zu verbessern", berichtet ADA-Genderexpertin Christina Stummer, die nächste Woche auf der die UN-Frauenstatuskonferenz in New York teilnimmt. "In der Praxis achten wir etwa bei der Versorgung von intern Vertriebenen in Syrien mit CARE besonders darauf, dass Frauen und Mädchen gleichberechtigt berücksichtigt werden", so Stummer. Der Fokus der ADA gehe dabei über die unmittelbar benötigte Hilfe hinaus, weil es immer wichtiger wird, Humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit enger zu verbinden.

Frauen aktiv in Politik einbinden

"Wenn wir auf Frauen, Mädchen und junge Menschen setzen, werden wir die Nachhaltigen Entwicklungsziele rascher erreichen und die Aussichten auf Friede und Sicherheit verbessern", ist ADA-Geschäftsführer Ledolter überzeugt. Ein Projekt von UN Women für die Förderung geschlechtergerechter Politik mit 1,1 Millionen Euro läuft bereits in Moldau, Albanien, Bosnien und Herzegowina und Mazedonien: Schon bei der Budgetplanung und Verteilung öffentlicher Gelder werden Frauen aktiv eingebunden: Knapp 9.000 Gemeinde- und ParlamentsmitarbeiterInnen, Studierende sowie Frauen und Männer werden von dem Projekt unmittelbar profitieren.