Für Abwasser zahlen

Wasser ist knapp in den Palästinensischen Gebieten. Energie ist noch knapper.

Wasser ist knapp in den Palästinensischen Gebieten. Energie ist noch knapper. Das sind Fakten, die Martin Ledolter, Geschäftsführer der Austrian Development Agency, auf seiner Nahost-Reise im Mai 2014 am vehementesten wahrgenommen hat. "Im Gazastreifen war die einzig funktionierende Meerwasserentsalzungsanlage jene, die Österreich vor rund 10 Jahren mit 4 Millionen Euro finanziert hat. Die islamische Entwicklungsbank hat inzwischen dem Beispiel Österreichs folgend eine neue Anlage auf dem gleichen Gelände finanziert, die die Gesamtmenge des produzierten Wassers vervierfachen wird", berichtet Ledolter. Das Trinkwasser, das jetzt aus dem Grundwasser bezogen wird und dennoch versalzen ist, kann mit dem entsalzten Wasser gemischt werden. Für rund 50.000 Menschen hätte das Wasser dann eine annehmbare Qualität.

Abwasser nutzen

Die Wiederaufbereitung von Abwasser in speziellen Anlagen ist für die Bauern der Region überlebenswichtig. "Früher habe ich Grundwasser für die Bewässerung meiner Felder benutzt. 50 Kubikmeter kosteten 7,5 Euro. Jetzt kaufe ich das behandelte Abwasser und es kostet mich nur 2,1 Euro", berichtet Ramadan Shteiwi. Das Programm das die Palästinensische Wasserbehörde (PWA) mit Förderung der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit etabliert hat, funktioniert gut. Die Pilotanlage in Sheikh Ejleen versorgt derzeit 30 Bauern und deren 18 Hektar landwirtschaftliche Fläche und bringt entscheidende Erfahrungen für die Wiederverwendung von aufbereitetem Abwasser für die Landwirtschaft im Gazastreifen.

Forschung: Abwasser wiederaufbereiten – aber wie?

Aber nicht nur im Gazastreifen ist die Wasserversorgung ein Thema. Während seines Besuchs im Nahen Osten eröffnete ADA-Geschäftsführer Martin Ledolter die erste Forschungsanlage für die Aufbereitung von Abwasser an der Technischen Universität Al-Khadouri im Westjordanland. Die Palästinensische Wasserbehörde hat die Anlage mit Österreichischer Unterstützung gebaut. Die Gesamtinvestition der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit in der Höhe von 1,3 Millionen Euro verbessert das Management der Wasserversorgung der ländlichen Gemeinden. Es geht um den Aufbau von Wasserbehörden, die Schulung von ExpertInnen und Know-how in der Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und der Abwasserwiederaufbereitung.

Gemeinsam der Wasserknappheit begegnen

Die neue Forschungsanlage der Universität Al- Khadouri ist deshalb so speziell, weil sie verschiedene Arten der Abwasserbehandlung ermöglicht. ProfessorInnen und StudentInnen können jetzt gemeinsam an den besten Methoden feilen. "Erfolgreich Abwasser zu behandeln und aufbereitetes Wasser für Bewässerung zu nutzen, spart Wasser. Ein Gut, das hier sehr knapp ist", führt Martin Ledolter in einer kurzen Ansprache bei der Eröffnung der Anlage aus. "Wir unterstützen die Palästinensischen Gebiete schon seit Beginn unserer Zusammenarbeit im Wasser-Management und gemeinsam werden wir auch weiter daran arbeiten den Herausforderungen der Wasser-Knappheit zu begegnen", sagt Ledolter.