Hoffnung in Äthiopien

Dürre und Ernteausfälle brachten Hunger nach Äthiopien. Die ADA finanziert Hilfe für KleinbäuerInnen am Horn von Afrika.

Von Herbst 2015 bis in den Sommer 2016 waren über 10 Millionen Menschen in Äthiopien von einer monatelangen Dürreperiode betroffen. Die hohe Abhängigkeit der Landwirtschaft von äußeren Einflüssen und insbesondere den Regenzeiten bedroht viele KleinbäuerInnen in ihrer Existenz. Vertrocknete Pflanzen müssen wieder und wieder durch neue Aussaat und hohen Arbeitsaufwand ersetzt werden, wertvolles Saatgut geht dabei verloren.

Auch Ato Nageso Niro und seine Familie waren betroffen: "Wir besitzen ein Hektar Land. Aber weil der Regen ausblieb, sind Mais, Weizen und Teff vertrocknet. Wir standen vor dem Nichts", erzählt der fünffache Vater. Von der lokalen Caritas bekam er Lebensmittel, die das Überleben sicherten. Die Hilfe der Caritas Österreich - finanziert durch die Austrian Development Agency - kam an: 6.000 KleinbäuerInnen wurden mit Saatgut versorgt, damit sie ihre Äcker bestellen konnten.

Durch das Programm "Emergency Drought Relief & Rehabilitation Program - Ethiopia" konnten so 42.000 Menschen in den Bezirken Adami Tulu und Zeway Dugda neue Hoffnung schöpfen. 300 Haushalte erhielten zwei Schafe oder Ziegen, um die Tierzucht wiederzubeleben und so zum Haushaltseinkommen und zur Ernährungssicherung beizutragen. Um für Futter für Nutztiere und Brennholz vorzusorgen, wurden auf einer Fläche von 38 ha erosionsgefährdetem Land 22.500 Baum- und Futterpflanzensetzlinge gepflanzt.

Durch Sofortmaßnahmen - wie die Verteilung von ergänzenden Nahrungsmitteln - konnten die Erscheinungen von Mangelernährung bei 600 Kindern und 300 schwangeren und stillenden Frauen beseitigt werden.

Qualitativ hochwertiges Saatgut

Auch CARE unterstützte - mit Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit - betroffene Kleinbauern in Amhara / Äthiopien. Rund 20.000 Haushalte profitierten von fast 350 Tonnen Saatgut. Das verteilte Saatgut wurde sorgfältig und entsprechend der lokal verwendeten Arten ausgewählt. Der Einkauf erfolgte über offizielle Saatgut-Firmen und über lokale Bauernverbände.

Wissensaustausch und Hoffnung auf eine gute Ernte

Zusätzlich zu dem verteilten Saatgut fand und findet Wissensaustausch über Techniken und verschiedene Anbau- und Bewässerungsmethoden statt. Ausgebildete TrainerInnen von CARE und der Caritas sowie regionale ExpertInnen setzen dabei auch auf das wichtige Know-how von Frauen. Der Austausch soll langfristig einen Beitrag zu gesteigerten Ernteerträgen trotz schwieriger lokaler Rahmenbedingungen leisten. 2017 wird für die am meisten betroffenen Bauern ein weiteres Mal Saatgut zur Verfügung gestellt.