Integrierte Entwicklung in den Bergen

Die integrierte Entwicklung des Programmes in Nord-Gondar verbesserte die Lebensgrundlage von 350.000 Haushalten.

Mit 6 Millionen Euro Förderungen hat die Austrian Development Agency (ADA) zwischen 2013 und 2016 durch das Programm "Livelihood Improvement through Sustainable Resource Management" die Lebensgrundlage von 350.000 Haushalten verbessert. Das Programm unterstützte die Entwicklung der Region Nord-Gondar in Äthiopien. Der Zugang zu Land wurde mit moderner Landvermessung gesichert. Die landwirtschaftliche Produktivität wurde erhöht und die Einkommen gesteigert. In der Bienenzucht oder Weihrauchproduktion stand die Verbesserung der Wertschöpfungskette im Vordergrund, um Kleinunternehmertum zu fördern.

Knappe Ressourcen in den Bergen

Dürren, ausgelaugte Böden und überweidete Flächen führen in Nord-Gondar immer wieder zu Nahrungsmittelknappheit. Die karge Bergregion zählt zu den ärmsten des Landes.

Bäuerinnen arbeiten hier auf 3.000 Meter Seehöhe, zum Teil in Naturschutzgebieten. Vieles ist Handarbeit. Die ADA fördert seit 2008 die integrierte Entwicklung der größten Zone dieser Region.

Sanften Tourismus stark nutzen

Die Unterstützung der Familien in Dörfern rund um das Weltkulturerbe "Nationalpark Semien Mountains" und die Förderung der Nationalparkverwaltung sicherte die Artenvielfalt und damit die Attraktion der Naturgebiete in Nord-Gondar. Rund 16.000 Trekking-TouristInnen sind im letzten Jahr nach Äthiopien gereist, um in der beeindruckenden Gebirgsregion zu wandern.

Der sanfte Tourismus bringt zusätzliche Einkommen für Bergführer, Köche, Vermieter und Souvenirhändler, aber auch Bäuerinnen und Händler, die Nahrungsmittel an Hotels und Herbergen liefern.

Die Unterstützung zum Schutz des Nationalparks hat sich ausgezahlt. Bei der 41. Sitzung des UNESCO Welterbekomitees in Krakau wurde der Simien Mountains Nationalpark von der Liste "gefährdetes Naturerbe" gestrichen.

Zusammenarbeit auf vielen Ebenen

Das Programm förderte eine Region in der Größe von Halb-Österreich und wurde gut ergänzt durch Förderungen von Nichtregierungsorganisationen wie SOS Kinderdorf oder dem Roten Kreuz. Auch Wissenschaftskooperationen mit österreichischen Universitäten wie der BOKU oder der MedUNI wurden aufgebaut.

Das Land Niederösterreich unterstützte die Verwendung von Photovoltaikanlagen in Gesundheitseinrichtungen.

Der integrierte Programmansatz führte alle Erfahrungen der Vorgängerprojekte zusammen und baute diese weiter aus. Das Programm half, die Widerstandskraft der Haushalte gegenüber Krisen, wie etwa Dürreperioden, zu stärken. Damit wurde die Abhängigkeit von externer Nothilfe verringert und eine gute Perspektive für die Zielgruppen geschaffen. Eine weiteres Projekt in der Region ist in Planung..