Lokalaugenschein in der Ostukraine

3,1 Millionen Menschen in der Ukraine benötigen humanitäre Hilfe.

Die erste Reise von Bundesminister Sebastian Kurz als Vorsitzender der OSZE führte ihn in die Ukraine. Der Konflikt müsse wieder stärker ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit rücken, betonte der österreichische Außenminister. "Wir brauchen Aufmerksamkeit für diesen Konflikt", sagte Kurz am 3. Jänner 2017 beim Besuch eines Grenzkontrollpunkts nahe der ostukrainischen Schwarzmeerstadt Mariupol. Auf seiner Reise besuchte der Bundesminister ein Landminenprojekt des Roten Kreuzes, eine Wasseraufbereitungsanlage und ein Caritas-Arztprojekt.

Österreich hat der Ukraine seit Ausbruch des Konflikts 3,8 Millionen Euro an humanitärer Hilfe geleistet. Im Dezember wurde die Zahlung von zwei Millionen Euro für Rotkreuz- und Caritas-Projekte beschlossen.

Mit einer Förderung von 1 Million Euro, die über die Austrian Development Agency (ADA) an das Internationale Rote Kreuz vergeben wird, können 57.000 im Land vertriebene Menschen mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Mit 440.000 Euro Unterstützung seitens der ADA an die Caritas Österreich, kann die Caritas Ukraine die medizinische Versorgung von 1.200 Menschen in der Ostukraine sicherstellen. Durch die Förderung von Handicap International werden im Oblast Luhansk Menschen mit Behinderung, die von dem Konflikt betroffen sind, bei ihrer Rehabilitation unterstützt. Darüber hinaus fördert die ADA Projekte der Caritas und des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) um Beschäftigungsmöglichkeiten für im Land Vertriebene zu schaffen und die ländliche Entwicklung zu unterstützen.

Versorgungsengpässe und Arbeitslosigkeit

"Die Menschen in der Ukraine leiden nach wie vor unter den Kämpfen und den Zerstörungen, unter Versorgungsengpässen und Arbeitslosigkeit. Besonders hart trifft es jene, die in den Kleinstädten und Dörfern entlang der Kontaktlinie im Osten des Landes leben", betont Caritas Auslandshilfe-Generalsekretär Christoph Schweifer beim Lokalaugenschein mit Außenminister Sebastian Kurz in der Ostukraine.Insgesamt sind mehr als fünf Millionen Menschen vom Konflikt betroffen. "Die gute Nachricht: Unsere Hilfe kommt an. Seit Ausbruch der Krise konnte die Caritas insgesamt 260.000 Menschen konkret helfen", so Schweifer.

Medizinische Versorgung sichern

Vielerorts, wie etwa im Osten von Kramatorsk oder in Lugansk, ist die Gesundheitsversorgung zusammengebrochen. Vor allem ältere Menschen, die mit einer Mindestpension von umgerechnet 50 Euro auskommen müssen, können sich Medikamente und Essen nicht leisten. "In 12 Dörfern und Kleinstädten in der Pufferzone werden 1200 PatientInnen mit Medikamenten, Hygieneartikeln und Rehabilitationsbehelfen versorgt", so Caritas Auslandshilfe-Chef Schweifer. "Außenminister Sebastian Kurz setzt mit seinem Besuch und der Unterstützung der Gesundheitsversorgung in der Pufferzone durch die Austrian Development Agency ein wichtiges Zeichen," betont der Generalsekretär der Caritas Auslandshilfe.