Ban Ki-moon: "Österreich auf richtigem Kurs"

Die Globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung sind beschlossen. Nun geht es an die Umsetzung. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zeigt sich von Österreichs Engagement beeindruckt.

Sie haben den Jahreswechsel in Wien verbracht. Was ist Ihre persönliche Beziehung zu Österreich?

Ban Ki-moon: Ich war hier einige Jahre Botschafter der Republik Korea. In dieser Zeit entstand eine starke Verbundenheit zu Österreich, speziell zu Wien.

Die Globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung, kurz SDGs, gelten seit Anfang 2016. Worin sehen Sie den größten Gewinn?

Ban Ki-moon: Die SDGs sind unsere Gelegenheit, einen neuen Finanzierungsrahmen für nachhaltige Entwicklung zu schaffen. Wesentlich ist, dass wir eine globale Partnerschaft aufbauen, die alle Ressourcen nutzt, öffentliche und private. Der Aktionsplan von Addis Abeba hebt hervor, dass die Entwicklungsländer selbst Gelder mobilisieren müssen, seitens der Geber aber ebenso mehr Mittel gefragt sind. Zukunftsorientierte Firmen übernehmen die Führung, indem sie ihre Geschäftsmodelle an Prinzipien nachhaltiger Entwicklung ausrichten. Der Privatsektor ist auch in die Mobilisierung von Ressourcen für die neue Agenda eingebunden. Auch Entwicklungsbanken kündigen bereits Initiativen zu deren Finanzierung an.

Wo sehen Sie Österreichs Beitrag?

Ban Ki-moon: Nach dem Beschluss der Agenda gilt es nun, die SDGs in die nationalen Strategien und Programme zu integrieren und sicherzustellen, dass die Gesetzgebungen und Institutionen deren Umsetzung ganzheitlich unterstützen. Österreichs Ansatz könnte sehr lehrreich sein. Es hat mich gefreut, dass Bundespräsident Heinz Fischer beim UN-Gipfel im September 2015 menschenwürdige Arbeit und Bildung, Rechtsstaatlichkeit und den Zugang zur Justiz als Prioritäten des nationalen Arbeitsprogramms 2013-2018 genannt hat.

Was die Entwicklungszusammenarbeit betrifft, sind alle österreichischen Schwerpunkte wichtig: Wasser und Siedlungshygiene, Energie, Klimaschutz, Land- und Forstwirtschaft, Menschenrechte, menschliche Sicherheit und gute Regierungsführung.

Ich erwarte viel von der ersten ordentlichen Sitzung des Hochrangigen politischen Forums für nachhaltige Entwicklung im Juli, Österreich ermutige ich, sich für einen nationalen Bericht zu melden. Ich bin überzeugt; Die Forums-TeilnehmerInnen können viel von Österreich lernen.