Biolandbau in Armenien stärken

Die Europäische Kommission fördert mit 2,8 Millionen Euro eine Initiative, um Biolandwirtschaft in Armenien auf- und ausbauen. Die ADA finanziert 0,5 Millionen Euro dazu, setzt die Initiative mit einem Team in Jerewan um und sorgt für einen direkten Austausch zwischen österreichischen und armenischen LandwirtschaftsexpertInnen.

Bis zu 500 Haushalte werden direkt von der neuen Initiative zur Unterstützung des ökologischen Landbaus in Armenien (OASI) profitieren. 2,8 Millionen Euro investiert die Europäische Union in den Auf- und Ausbau von Biolandwirtschaft in einem Land, das flächenmäßig der Größe der Steiermark und Tirols entspricht. "Die Initiative soll dazu beitragen die soziale, aber auch wirtschaftliche Lücke zwischen der Hauptstadt Jerewan und den ländlichen Gebieten zu schließen", betont Piotr Antoni Switalski beim Launch in Armenien. "Das ist notwendig, damit sich Armenien als Ganzes gut entwickeln kann", sagt der Delegationsleiter der EU in Armenien.

Entwicklungslücken schließen

"Die Entwicklung von Biolandwirtschaft ist ein definiertes Ziel unserer nachhaltigen Landwirtschaftsentwicklungsstrategie. Es geht uns darum BäuerInnen und landwirtschaftliche Kleinbetriebe zu unterstützen in Biolandbau zu investieren, ihre Produktion zu steigern und neue Märkte im In- und Ausland zu erschließen," führt Armen Harutyunyan, Vizeminister für Landwirtschaft in Armenien aus.

Rund die Hälfte der Bevölkerung ist im landwirtschaftlichen Bereich tätig. Meist als Kleinstbäuerinnen und Bauern mit wenig Know-how und kaum Maschinen. Die Europäische Union hat die ADA mit der Umsetzung der Organic Agriculture Support Initiative in Armenien beauftragt, um Strukturen aufzubauen und Know-how weiterzugeben. "Österreich ist ein verlässlicher Partner", sagt Piotr Switalski in seiner Festrede: „Ich kann meinen armenischen Freunden nur sagen: Lernt von jemanden, der es kann. Und Österreich hat wirklich eine gute Expertise in der Biolandwirtschaft".

Vorbild Österreich

"Wir unterstützen Armenien im Bereich Landwirtschaft schon seit einiger Zeit. Die Kleinteiligkeit der landwirtschaftlichen Fläche, die geografischen Bedingungen, aber auch der bürokratische Aufwand für kleine Unternehmen sind die Herausforderungen", erklärt Robert Zeiner, Leiter der Abteilung Programme und Projekte International der Austrian Development Agency (ADA). "Wegen der Erfahrung Österreichs im Bereich Berg- und Biolandwirtschaft sind wir sicher gute Partner für Armenien und diese neue Initiative", so Zeiner: "Auf Biolandwirtschaft zu setzen ist sinnvoll, wenn auch nicht einfach. Aber selbst in Österreich wurden Bioprodukte vor 20 Jahren noch belächelt und heute stammen 17 Prozent der in unserem Land produzierten Produkte aus biologischem Anbau".

"Bewusstseinsbildung über den Mehrwert von Bio-Produkten in der Bevölkerung, die Erschließung neuer Märkte und natürlich die finanzielle Unterstützung von BäuerInnen, um auf Bioproduktion umzustellen oder diese effizienter betreiben zu können, sind die wichtigsten Maßnahmen, die wir in den nächsten drei Jahren setzen", erläutert David Muckenhuber, Projektleiter der Organic Agriculture Support Initiative (OASI). "Rom wurde nicht an einem Tag erbaut und Bio-Obst und Gemüse wachsen nicht über Nacht. Aber Schritt für Schritt werden wir es gemeinsam schaffen, ökologische Landwirtschaft in Armenien zu etablieren", ist David Muckenhuber überzeugt.