Jeder Beitrag zählt

Entwicklungszusammenarbeit ist eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung, betont Außenminister Sebastian Kurz bei der Auftaktveranstaltung zum Europäischen Jahr für Entwicklung in Österreich.

"Wir brauchen euren Optimismus, eure Kreativität und eure Großzügigkeit", rief Entwicklungskommissar Neven Mimica den 140 Jugendlichen beim Auftaktevent des Europäischen Jahres in Österreich zu. "Unser Ziel ist es, vor allem junge Menschen zu ermutigen, einen Beitrag zu leisten", erklärte Außenminister Sebastian Kurz nach der Ankündigung, dass die Austrian Development Agency (ADA) in Zukunft jährlich zusätzlich für bis zu 50 junge Menschen ein Auslandsengagement in der Entwicklungszusammenarbeit durch Zuschüsse zu Reise- und Aufenthaltskosten ermöglichen wird. Damit wird die Anzahl der geförderten jungen Menschen mehr als verdoppelt.

Viel schon verbessert

Rund 900 Millionen Euro hat die Austrian Development Agency, die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, in den letzten 10 Jahren umgesetzt, um die Lebensbedingungen in Entwicklungsländern zu verbessern. In den letzten Jahrzehnten konnte die Entwicklungszusammenarbeit große Fortschritte verzeichnen, so EU-Kommissar Mimica: "Die Anzahl der von Armut betroffenen Menschen ist um die Hälfte gesunken. Neun von zehn Kindern haben heute Zugang zu Grundschulbildung. Als weltweit größter Geber hat Europa maßgeblich dazu beigetragen, aber die gemeinsamen Herausforderungen bleiben groß."

Mehr Informationsarbeit nötig

"Entwicklungszusammenarbeit ist eine Verantwortung der gesamten Bundesregierung und eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe für die Politik, die Zivilgesellschaft, die Wirtschaft und die Bürger und Bürgerinnen." Das Ziel des Europäischen Jahres für Entwicklung ist es der Öffentlichkeit noch besser zu vermitteln, was in der Entwicklungszusammenarbeit getan wird. 87 Prozent der Österreicher und Österreicherinnen stünden laut einer Umfrage positiv dazu, so der Bundesminister. Gleichzeitig fühlten sich aber nur 36 Prozent ausreichend darüber informiert, wie und wo die EZA-Mittel eingesetzt werden. Das "Europäische Jahr für Entwicklung" bietet die Chance, das zu ändern. Allein in Österreich werden rund 200 Veranstaltungen Information bieten, aber auch Lust auf eigenes Engagement machen.

Hilfe mit Herz und Hirn

"Österreich leistet Hilfe mit Herz und Hirn", betonte der Bundesminister: „Sowohl aus solidarischer Verantwortung als auch deshalb, weil wir uns nicht zuletzt selbst helfen, wenn wir dafür sorgen, dass in anderen Teilen der Welt Friede und Sicherheit herrscht." Gemeinsam mit EU-Kommissar Neven Mimica diskutierte der Bundesminister mit Jugendlichen globale Herausforderungen wie Armut, Hunger, Klimawandel und Konflikte. Bei Erlebnisstationen der Austrian Development Agency sowie der Caritas, Young Caritas, dem Österreichischen Roten Kreuz, von Licht für die Welt, dem C3 - Centrum für Internationale Entwicklung und Baobab, SOS-Kinderdorf, Südwind, WWF, Brot für die Welt und den Roten Nasen International probierten die 15- bis 17-Jährigen Entwicklungszusammenarbeit aus, stellten Fragen und diskutierten ihre Ideen.