Moderne Standards fürs Wassermanagement

"Wir unterstützen Albanien gemeinsam mit der EU mit technischem Wissen, Erfahrung, aber auch finanziell", erklärt Heinz Habertheuer.

"Ich arbeite schon seit 20 Jahren im Wassersektor in Albanien. Wir brauchen dringend Investitionen und ein kosteneffizientes Management", sagt Bukurosh Arapi, Technischer Direktor des Wasserswerks Elbasan. Wasserverschwendung, illegale Anschlüsse und das Nichtbezahlen von Rechnungen sollten der Vergangenheit angehören, meint Arapi. Gemeinsam mit der Europäischen Union und der Unterstützung der Austrian Development Agency arbeitet das Land auch daran.

24.000 Haushalte haben sauberes Wasser

Seit 2013 wurden über 24.000 neue Anschlüsse an die öffentliche Wasserversorgung installiert und mehr als 17.500 Haushalte an das Abwassersystem angeschlossen. 26.000 neu installierte Wasserzähler und die Anpassung der gesetzlichen Grundlagen in Albanien an die europäischen Wasserrahmenrichtlinie bringen erste Verbesserungen.

"Wir unterstützen Albanien gemeinsam mit der EU mit technischem Wissen, Erfahrung, aber auch finanziell", erklärt Heinz Habertheuer, Leiter des Auslandsbüros der Austrian Development Agency in Tirana. 2 Millionen Euro werden von der EU und 2,3 Millionen Euro von Österreich in das gemeinsame Projekt investiert. Kurse für 64 MitarbeiterInnen von 13 ausgewählten Wasserwerken, moderne Buchhaltungs- und Personalentwicklungsprogramme sowie technische Unterstützung vom Computer bis zum Erdbagger sollen das Wassermanagement in Albanien verbessern. "Die Zugabe von Chlor und die modernere Technik stellt die Trinkwasserqualität hier in unserer Gemeinde sicher", erläutert Ermela Yheri von den Wasserwerken in Librazhd.

Wissensausstausch in Österreich

Im Frühling 2015 besuchten 13 Vertreter der albanischen Abwasserentsorgung Kläranlagen in Österreich. "Der Erfahrungsaustausch mit den Österreichern und die Weiterbildung haben uns gezeigt, dass wir uns weiter anstrengen müssen, um unsere Wasserwerke an moderne Standards anzupassen"; betont Agron Gega, Direktor des Wasserwerkes in Librazhd.

Viele Strategien einzelner Behörden Albaniens sind noch nicht aufeinander abgestimmt. Das führt zu Ineffizienz, Wasserwerken, die nicht rentabel sind und zu einem intransparenten Tarifsystem. Erst wenn die gesamte Wasserversorgung den BürgerInnen transparent in Rechnung gestellt wird, kann Albanien die Kosten für neue Leitungen oder zusätzliche Anschlüsse aufbringen. 20 Prozent der Albaner sind noch nicht an die Trinkwasserversorgung angeschlossen und nur 62 Prozent der Haushalte sind an ein Abwassersystem angeschlossen.

Die neu geschaffenen 61 Stadtgemeinden sollen unter der Aufsicht des Bürgermeisters diese Mängel beseitigen. Unterstützt werden sie dabei von der ADA, die für die Europäische Kommission ein Projekt zur Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in Albanien umsetzt. Die Restrukturierung der Wasserwerke ist Teil des Projekts.