Moldau schafft Berufe mit Zukunft

Dumitru Lupei, Direktor der berufsbildenden Schule in Nisporeni, ist stolz darauf, dass die Schul-Weine bereits ausgezeichnet wurden.

Die Kunden haben mir zuerst nicht geglaubt, dass wir die Tomaten in Moldau angebaut haben. So gut war die Qualität. Das Gemüse verkaufen wir am Markt. Wir haben es in speziell angefertigten Folientunnels gezogen", erzählt Dumitru Lupei, Direktor der berufsbildenden mittleren Schule in Nisporeni in Moldau, stolz. Durch Unterstützung der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit wird die Berufsbildung in Moldau modernisiert.

Eine Schule macht in Wein

Berufsbilder wie Weinbauer oder Kellermeister werden an den landwirtschaftlichen Schulen in Nisporeni und Leova neu angeboten. Aber auch Landwirtschaft und Gemüseanbau stehen auf dem Lehrplan. Ganz nach österreichischem Vorbild kombiniert der Unterricht Theorie und Praxis. Mit neuem Wissen lernen die angehenden BäuerInnen bessere Erträge zu erzielen und profitorientiert zu wirtschaften. Das hilft, die Armut im Land zu bekämpfen. Schließlich lebt der Großteil der MoldauerInnen von der Produktion oder dem Verkauf landwirtschaftlicher Produkte. Vasilie Dobroviceanu, einer der Schüler, hat bereits konkrete Pläne: Er träumt davon, mit seinem Bruder ein Restaurant zu eröffnen und sich dort um den Wein zu kümmern.

Die rund 600 SchülerInnen in Nisporeni und Leova lernen innovative Anbautechniken kennen und vermarkten Wein, Gemüse und Obst schon während ihrer Ausbildung. Nach ihrem Abschluss sind sie gefragte Fachkräfte oder bauen eigene Betriebe auf.

Wasser für alle - aber wie?

Jobchancen gibt es auch in Berufen, die mit der Wasserversorgung Moldaus zu tun haben. In ländlichen Regionen fehlt es an sauberem Wasser und hygienischen Sanitäranlagen. Wasserwerke und Wasserleitungen werden Schritt für Schritt modernisiert. Um diese instandzuhalten, braucht es Fachleute. Österreich unterstützt deshalb zwei berufsbildende Schulen in der Hauptstadt Chisinau: Die dort ausgebildeten InstallateurInnen und ElektrikerInnen werden durch ihre professionelle Arbeit in Zukunft die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung des Landes gewährleisten.

Ohne Computer geht gar nichts

Ein weiterer Schwerpunkt wird im Bereich der Informationstechnologie gesetzt: Fünf berufsbildende Schulen bilden heute mit österreichischer Unterstützung und in Kooperation mit der Technischen Universität Moldau junge Menschen als ProgrammiererInnen und NetzwerktechnikerInnen aus. Dafür wurden Computerlabors neu ausgestattet und LehrerInnen fortgebildet. Auch Englisch steht auf dem Stundenplan. In enger Zusammenarbeit mit moldauischen Betrieben absolvieren rund 250 angehende IT-ExpertInnen Praktika in der Wirtschaft. Um Jobchancen nach dem Abschluss müssen sie sich keine Sorgen machen.