Österreich gibt mehr für Entwicklungshilfe aus

Im Jahr 2015 leistete Österreich 1.088 Millionen Euro an öffentlichen Entwicklungshilfeleistungen (ODA), so viel wie seit 2008 nicht mehr. Gegenüber 2014 konnte Österreich einen Anstieg von 15,4 Prozent verzeichnen und zählt damit zu jenen Ländern, welche die größten Steigerungen aufweisen.
Entwicklungshilfeleistungen in Höhe von 1.088 Millionen Euro entsprechen 0,32 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE). Im Vergleich dazu waren es 2014 0,28 Prozent bzw. 930 Millionen Euro. Innerhalb der Europäischen Union liegt Österreich wie auch schon im Jahr davor an elfter Stelle.

Solidarisch mit Menschen in Not

Angesichts des hohen Flüchtlingsaufkommens sind auch die Kosten für die Betreuung von AsylwerberInnen, die in der ODA-Meldung Berücksichtigung finden, stark angestiegen. So fallen für neu ankommende AslywerberInnen beispielsweise Kosten für DolmetscherInnen sowie für Transporte, medizinische Leistungen, Sprachkurse, Unterbringung und Verpflegung an, für minderjährige Flüchtlinge muss auch Schulmaterial angeschafft werden. "Ich plädiere für eine echte Steigerung der Mittel für EZA und humanitäre Hilfe. Es ist zwar korrekt, dass die ODA-Quote für Österreich gestiegen ist, die Steigerung gibt es aber deshalb, weil die Kosten für die Versorgung der Flüchtlinge im Inland, die sehr hoch sind, einberechnet wurden. Somit ist hier einiges an Geld einberechnet, dass zwar für Flüchtlinge aufgewendet wurde, aber nicht für echte Hilfe vor Ort", verweist Bundesminister Sebastian Kurz darauf, dass es abzüglich der Kosten für die Flüchtlingsversorgung keine Steigerung geben würde, jedoch auch keine Verringerung, weil zuletzt auch Entschuldungen einbezogen wurden. Der Minister betont, dass seit Beginn seiner Amtszeit die Mittel für EZA nicht gekürzt wurden.

Auch in Zukunft ist die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit bestrebt, Menschen bei der Schaffung von Perspektiven und besseren Lebensbedingungen in ihren Heimatländern zu unterstützen. Das tut Österreich unter anderem mit Projekten und Programmen der Austrian Development Agency, die im Jahr 2015 ein Budget von knapp 130 Millionen Euro (inklusive Mittel anderer Geber) abgewickelt hat.