Ostserbien im Aufschwung

Ein EU-Projekt zur Förderung der sozialökonomischen Entwicklung der serbischen Donauregion wurde im Sommer erfolgreich abgeschlossen.

Die Austrian Development Agency hat das großanglegte EU-Projekt Socio-economic Development of the Danube Serbia Region (SEDDSR) erfolgreich abgeschlossen. Rund vier Millionen Menschen im serbische Donauraum in 82 Städten und Gemeinden sollen von dem mit 18,5 Millionen Euro budgetierten regionalen Entwicklungsprojekt profitieren. Entscheidende Bereiche wie Umwelt und Nachhaltigkeit, Transport, Energie, Kultur und Tourismus, Informationstechnologie und Landwirtschaft der Region wurden analysiert und in Abstimmung mit serbischen Partnern in einen konkreten Aktionsplan geführt. Touristisches Marketing für serbische Gemeinden war einer der Schwerpunkte - Die Maßnahmen reichen von Handbüchern bis Trainings und Marketingprodukten. Der durch das Projekt mitfinanzierte Film "The Danube in Serbia - 588 Impressions" wurde etwa auf Filmwettbewerben in Berlin und Los Angeles ausgezeichnet.

Langzeitarbeitslosigkeit bekämpfen

Im Rahmen des EU-Projektes wurden 17 Kleinprojekte entlang der serbischen Donau gefördert, die Tourismusentwicklung, Umweltschutz oder etwa die Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit zum Ziel hatten. Über 3.500 Menschen konnten bedarfsorientierte Trainings durchlaufen, 38 Schulungsprogramme für Langzeitarbeitslose wurden entwickelt sowie 46 Tourismusinitiativen gegründet. Infrastrukturprojekte in den Bereichen Abwasser, Abfall, Energie, Transport wurden durch das Projekt der internationalen Finanzierung einen Schritt näher gebracht.

Tourismus entwickeln

In Veliko Gradište am sogenannten Silbersee, einem Seitenarm der Donau, gelang es ein Wasserversorgungssystem zu errichten, das die touristischen Betriebe und 25.000 Menschen in den umliegenden Dörfern mit Trinkwasser versorgt. Eine Wasseraufbereitungsanlage, eine Pumpstation sowie neben sieben Kilometern Pipeline und ein Wasserreservoir wurden errichtet.

Die aus dem 14 Jahrhundert stammende Festung Golubac wurde renoviert und einer eingehenden archäologischen Untersuchung unterzogen. Sensationellen Funde - ein türkisches Hamam, ein 30 Meter langes römisches Haus, eine Kirche und viele keltische Keramikstücke, Kanonenkugeln und Speerspitzen - konnten freigelegt werden. Die Festung Golubac wurde durch den Verkehr stark in Mitleidenschaft gezogen. Neben der Renovierung war also auch ein Tunnelneubau unmittelbar neben der Festung notwendig. So ist der Zugang zur Burg für Besucher in Zukunft gesichert. Rund 100.000 BesucherInnen werden nach Fertigstellung der Festung 2017 erwartet - ein enormer Beitrag für die sozioökonomische Entwicklung des gesamten ostserbischen Wirtschaftsraumes.

Ein besseres Leben für viele

Dementsprechend wurde unter regem politischen und medialen Interesse am 26. Juli 2016 der Tunnel sowie die neu errichtete Umfahrungsstraße der Festung Golubac eröffnet. Der serbische Premier Aleksandar Vucic unterstrich die große Bedeutung des EU-Projektes für die Gesamtentwicklung der Region. "Mit der Implementierung dieses Projekts leistete die ADA einen direkten Beitrag zur Wohlstandsentwicklung im Donauraum und wird dies im Rahmen des neuen Projektes Golubac Fortress Rehabilitation (GFR) auch weiterhin tun", betonte ADA-Projektleiter Klaus Kapper. Die ADA übernimmt einen Teil der Finanzierung der Abschlussrenovierung der Festung Golubac. Das wurde Ende Juni 2016 in einem Memorandum of Understanding zwischen der ADA und dem serbischen Ministerium für Tourismus, Handel und Telekommunikation festgehalten.