Römische Zisternen bringen Wasser

Die Wasserversorgung ist für die Beduinen im Westjordanland eine Herausforderung. Der Weg zum nächsten Brunnen ist weit, das Wasser dort teuer. Die Renovierung von 37 alten Wasserzisternen soll nun helfen.

Es grünt und blüht auf den fruchtbaren Böden im Westjordanland. Die Schafe grasen und die Kinder spielen rund um die einfachen Unterkünfte der 180 Beduinen-Familien, die hier leben. Auf den ersten Blick ist nicht erkennbar, dass es an Wasser fehlt. Aber Brunnen sind nicht vorhanden und dürfen nicht gebaut werden. Die Frauen und Männer von Wadi as-Siq müssen einen beschwerlichen Weg auf unbefestigten Straßen mit dem Traktor auf sich nehmen, um ausreichend Wasser herbei zu schaffen. Damit das besser wird, haben nun Renovierungsarbeiten an alten Wasserzisternen aus der Römerzeit begonnen. Schon bald sollen die 10 Meter breiten und 6 Meter tiefen Zisternen genügend Wasser spenden.

Kostengünstiges Wasser

"Derzeit müssen die Beduinen 7,5 Euro für einen Kubikmeter Wasser bezahlen! Durch die Nutzung der Zisternen wird das Wasser günstiger", berichtet Daniela Krejdl, Programm-Managerin Naher Osten der Austrian Development Agency (ADA). Sie machte sich Ende März 2015 gemeinsam mit Robert Burtscher, Fachreferent Wasser und Siedlungshygiene, ein Bild von den österreichischen Projekten im Westjordanland und im Gazastreifen.

"Die Renovierung von 37 Wasserzisternen im Westjordanland ist eines der Projekte, die das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen UNDP im Rahmen eines größeren Programmes für die Bewohner der Area C und Ostjerusalem durchführt", erklärt Krejdl. Die ADA, die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, unterstützt das besagte Programm mit insgesamt 1,9 Millionen Euro. "Israel erlaubt in dieser Region nur wenige bauliche Veränderungen. Deshalb setzt UNDP auch auf kleinere Maßnahmen, wie zum Beispiel die Revitalisierung der Zisternen", berichtet Daniela Krejdl.

Die Sonne bringt Strom

Auch die Wege zur nächsten Schule sind beschwerlich. Um 6.00 Uhr früh geht es los, zu Fuß zur Hauptstraße, wo man hoffentlich Platz in einem der Schulbusse findet. "Eigentlich sollte ich zu einer Untersuchung nach Ramallah", erzählt eine der Mütter: "Aber wie soll ich dort hin? Wir haben zwar Autos, aber die sind nicht zugelassen." Zumindest ist die Frau – wie die meisten Beduinen - durch ihren Flüchtlingsstatus versichert. In den 1940er Jahren sind die Familien aus der Negev-Wüste geflohen. Durch UNDP - Kleinprojekte wird der Alltag ein wenig erleichtert. So spenden Solarpanele genügend Strom für die Buttermaschinen, Kühlschränke oder Fernseher der Familien von Maghayer ad-Deir. "Der Strom ist wichtig, weil damit Lebensmittel haltbarer sind, aber auch die Kinder abends länger lesen und lernen können", berichtet Daniela Krejdl von ihrem Lokalaugenschein.