Sauberes Trinkwasser rund um die Uhr

Eine neue Wasserversorgungsanlage mit einer Kapazität von 2,4 Millionen Liter Wasser pro Tag und die Sanierung des lokalen Wasserwerkes ermöglichen den Bewohnern Cantemirs im Süden der Republik Moldau eine 24-Stunden Versorgung mit einwandfreiem Trinkwasser.

Eine neue Wasserversorgungsanlage mit einer Kapazität von 2,4 Millionen Liter Wasser pro Tag und die Sanierung des lokalen Wasserwerkes ermöglichen den Bewohnern Cantemirs im Süden der Republik Moldau eine 24-Stunden Versorgung mit einwandfreiem Trinkwasser. Rund 6.000 Menschen hatten bis vor kurzem in der kleinen Stadt 130 Kilometer südlich von Chisinau täglich nur zwei Stunden Wasser. Und selbst dieses Wasser war getrübt und verschmutzt. Die alten Anlagen, die Anfang der 60er Jahre errichtet wurden, waren gänzlich verfallen. Die ursprüngliche Wasserver- und Abwasserentsorgung der Stadt musste 1994 aufgrund von wirtschaftlichen Problemen der Betreiberfirma eingestellt werden.

Reines Wasser als Gesundheitsquelle

Die moldauische Regierung, die Gemeinde und die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit sorgten in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Posch & Partner mit einem großangelegten Wasserprojekt für die Verbesserung der Trinkwassersituation der Region. Schlechte Wasserqualität ist eines der größten Probleme in Moldau. Beträchtliche Teile der Bevölkerung leiden an chronischen Erkrankungen, die durch verunreinigtes Wasser verursacht werden. Im Rahmen des Projektes wurden eine neue Transportleitung und eine Wasseraufbereitungsanlage sowie ein komplett neues Verteilnetz errichtet. Pumpstationen und Wasserbehälter konnten saniert werden. Das Wasser wird nun aus dem Fluss Pruth, der die Grenze zu Rumänien bildet, entnommen und aufbereitet. Das Grundwasser aus den zahlreichen alten Brunnen ist wegen seines hohen Nitratgehaltes nicht für den menschlichen Konsum geeignet.

Stolpersteine

Stolpersteine am Weg zum Ziel waren Verrechnungsschwierigkeiten des Wasserverbrauchs. In manchen Apartmentblöcken betrugen die finanziellen Verluste bis zu 50 Prozent. Durch genaue Wasserbilanzen und neue Berechnungen des Pro-Kopf-Verbrauchs behob der Gemeinderat allerdings das Problem. Auch die zu Beginn nicht immer einwandfreie Qualität der Bauumsetzung und die Expertise des Personals wurden im Lauf des Projekts auf ein hervorragendes Niveau gesteigert.

Neben dem Ausbau der benötigten Infrastruktur steuerte das Projekt auch moderne Software und ein kommunales Verrechnungsprogramm für das Wasserwerk Apa Canal bei. MitarbeiterInnen wurden in Buchhaltung und der technischen Bedienung der Aufbereitungsanlage geschult, KundInnen mit den neuen halb-automatisch erstellten Wasserrechnungen vertraut gemacht.

Abwasserentsorgung sichern

Das Wasserwerk Apa Canal konnte durch einen effizienten Schuldentilgungsplan wieder auf eigene Beine gestellt werden. Das Werk soll nun auch ein bereits geplantes Abwasserprojekt realisieren. Dafür sind die Sanierung und Erweiterung des Kanalnetzes und eine neue Kläranlage mit Tropfkörperanlage vorgesehen. Bei einer Studienreise von WasserexpertInnen aus Cantemir nach Österreich betonte Vladimir Simion, der Bürgermeister Cantemirs: "Es war wunderbar mit so guten Partnern zusammenzuarbeiten und ich hoffe, dass neue Projektphase genauso erfolgreich abgeschlossen werden kann."