Wissenschaft gemeinsam fördern

Anfang 2010 startete die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit mit dem Hochschulkooperationsprogramm APPEAR (Austrian Partnership Programme in Higher Education and Research for Development) eine systematische Förderung von Wissenschaftskooperationen. Die bisherige Bilanz kann sich sehen lassen.

Anfang 2010 startete die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit mit dem Hochschulkooperationsprogramm APPEAR (Austrian Partnership Programme in Higher Education and Research for Development) eine systematische Förderung von Wissenschaftskooperationen. Die bisherige Bilanz kann sich sehen lassen.

Bis Ende 2015 wurden insgesamt 28 Hochschulpartnerschaften zwischen österreichischen Universitäten und wissenschaftlichen Einrichtungen in Schwerpunktregionen und -ländern der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit für eine Förderung in APPEAR ausgewählt. Weiteren 54 Kooperationen wurde bislang mittels einer sogenannten Anbahnungsfinanzierung Starthilfe geleistet, 13 davon konnten später weitergefördert werden. Bis 2020 werden noch zwei Calls for Proposal folgen, um weitere innovative Projekte der Zusammenarbeit im Wissenschaftsbereich entstehen zu lassen. Zusätzlich konnten bis jetzt 72 StipendiatInnen ein PhD- oder Masterstudium aufnehmen. Für all das stellt die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit von 2010 bis 2020 rund 20 Millionen Euro an Fördermitteln bereit.

Ziel von APPEAR ist es, die Qualität von Lehre und Forschung zu steigern, das Management und die Verwaltung effektiver zu machen und den wissenschaftlichen Dialog national und international zu stärken. Darüber hinaus werden durch die Partnerschaften die wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Kompetenzen, die zur Umsetzung der nationalen Armutsminderungsstrategien in den Partnerländern erforderlich sind, gestärkt.

Regionale und thematische Vielfalt

In bislang fünf Calls waren alle österreichischen Universitäten und Fachhochschulen eingeladen, sich gemeinsam mit wissenschaftlichen Einrichtungen und Hochschulen in Äthiopien, Uganda, Kenia, Mosambik, Kap Verde, Burkina Faso, Senegal, Nicaragua, El Salvador, Guatemala, Nepal, Bhutan und den Palästinensischen Gebieten an APPEAR teilzunehmen und entwicklungspolitische Fragestellungen sowie Forschung für Entwicklung an den Institutionen voranzutreiben. Seit dem fünften Call sind auch Einreichungen aus Georgien, Armenien und Moldau zugelassen. Aus allen diesen Ländern, außer Senegal, wurden Projektanträge eingereicht. Hochschulen aus ganz Österreich beteiligten sich an diesen Anträgen. Thematisch decken die wissenschaftlichen Kooperationen vom Wassersektor über den Menschenrechtsbereich hin zur Sozialarbeit ein breites Spektrum ab. Die Südpartner definierten jeweils den Bedarf.

Theorie und Praxis im Austausch

So förderte beispielsweise eine Kooperation zwischen der österreichischen Universität für Bodenkultur (BOKU) und der nicaraguanischen Universität für Landwirtschaft (UNA) den engen Austausch zwischen armen ländlichen Gemeinden und der Uni im Bereich Landwirtschaft. Die akademische Seite kann so besser auf die Bedürfnisse und Anliegen aus der Praxis reagieren. Denn um zu wissen, in welche Richtung geforscht werden soll, muss vorerst geklärt werden, welche Pflanzen in der betroffenen Region angebaut oder gebraucht werden, welche Anbau- und Produktionsmethoden gefragt sind und in welchem Bereich neues Wissen eingebracht werden könnte. Theorie und Praxis unterstützen sich so gegenseitig.

Umgesetzt wird APPEAR vom Österreichischen Austauschdienst (OeAD). Die aktuelle Programmphase läuft noch bis Ende 2020.