Saubere Energie als Motor für Entwicklung

Die ADA unterstützt weltweit fünf Zentren für erneuerbare Energien. Zwei weitere sind geplant.

Jeder sechste Mensch auf der Welt hat keinen Zugang zu Strom. Was in Österreich kaum vorstellbar ist, ist für weltweit mehr als eine Milliarde Menschen Realität: Besonders am Land in Entwicklungs- und Schwellenländer ist Elektrizität Mangelware. "Dabei ist eine nachhaltige Energieversorgung wesentlich, um Armut zu mindern", betont Martin Ledolter, Geschäftsführer der Austrian Development Agency (ADA), der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Die ADA unterstützt ihre Partnerländer dabei, erneuerbare Energiequellen wie Sonne oder Wind ökologisch, sozial und wirtschaftlich nachhaltig zu nutzen. Gemeinsam mit der Organisation für industrielle Entwicklung der Vereinten Nationen (UNIDO) fördert die ADA den Auf- und Ausbau von regionalen Energiezentren, die ganze Regionen mit Know-how zum Thema ausstatten sollen.

Das erste regionale Zentrum für erneuerbare Energien und Energieeffizienz wurde 2010 in Westafrika eröffnet. Mittlerweile gibt es vier weitere Energiezentren in Ostafrika und im Südlichen Afrika sowie in der Karibik und in der Pazifikregion. Die ADA unterstützt die Zentren mit insgesamt 10 Millionen Euro. Zwei weitere regionale Zentren im Himalaya und in Zentralamerika sind in Planung.

Die Energiezentren für erneuerbare Energien und Energieeffizienz sorgen in Entwicklungsländern für den Aufbau von Kapazitäten: Lokale ExpertInnen werden ausgebildet, rechtliche und politische Rahmenbedingungen verbessert, Demonstrationsprojekte umgesetzt und neues Bewusstsein für nachhaltige Energieversorgung geschaffen. Dadurch erhalten jene Länder die Unterstützung, die sie für eine kohlestoffarme und nachhaltige Entwicklung benötigen. Gleichzeitig wird durch eine nachhaltigere Energieversorgung und -nutzung auch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz in den Partnerländern geleistet. "Es geht darum, die Länder der jeweiligen Region dabei zu unterstützen, ihre eigenen energiepolitischen Ziele zu erreichen", erklärt Martin Ledolter. Dazu zähle etwa die Importabhängigkeit von Öl und Gas zu verringern, den fossilen Kraftstoffverbrauch zu reduzieren und die Energiesicherheit zu verbessern, so Ledolter.

Mehr als 80 EnergieministerInnen und RegierungschefInnen von Entwicklungsländern unterstützen aktuell das Netzwerk der Energiezentren.

Österreich als Wegbereiter

Westafrika

Gemeinsam mit der UNIDO und Spanien unterstützte die Austrian Development Agency auf den Kap Verden den Aufbau des ersten regionalen Zentrums für erneuerbare Energien und Energieeffizienz (ECOWAS Regional Centre for Renewable Energy and Energy Efficiency - ECREE). Das Zentrum wurde 2010 in Praia eröffnet und wird von der Westafrikanischen Gemeinschaft (ECOWAS) verwaltet. Inzwischen ist das Energiezentrum ein international anerkanntes Kompetenzzentrum. Es unterstützt die westafrikanischen Länder bei der Erarbeitung nationaler Energiepolitiken. Das Zentrum stellt Daten zur Verfügung, die Aufschluss darüber geben, wo es in der Region Potenzial für Investitionen im Bereich erneuerbare Energie und Energieeffizienz gibt. Die ADA förderte ECREEE mit 4,9 Millionen Euro.

Ostafrika

Nach westafrikanischem Vorbild entschied sich 2012 auch die Ostafrikanische Gemeinschaft (EAC) ein regionales Energiezentrum zu schaffen. Im Bewerbungsprozess um den Sitz des EACREEE (East African Centre for Renewable Energy and Energy Efficiency) konnte sich die ugandische Hauptstadt Kampala durchsetzen. Von der Arbeit des Zentrums sollen alle 133 Millionen EinwohnerInnen der fünf ostafrikanischen Länder Kenia, Uganda, Tansania, Ruanda und Burundi profitieren. Die Austrian Development Agency fördert das Energiezentrum mit mehr als einer Million Euro.

Südliches Afrika

Analog zum Zentrum in Ostafrika unterstützte die ADA gemeinsam mit UNIDO den Aufbau eines weiteren Kompetenzzentrums für erneuerbare Energie (SACREEE - Southern African Centre for Renewable Energy and Energy Efficiency) im Südlichen Afrika. Verwaltet wird das Zentrum von der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft (SADC). Die ADA unterstützt das Zentrum mit 1,9 Millionen Euro.

Karibik

2014 wurde der Grundstein für den Aufbau eines Zentrums für erneuerbare Energie und Energieeffizienz in der Karibik (CCREEE) gelegt. Ziel ist es 18 Inselstaaten zu mehr Unabhängigkeit von fossilen Energierohstoffimporten wie Diesel oder Mineralöl zu verhelfen. Die Austrian Development Agency steht den karibischen Staaten dabei mit rund 1,4 Millionen Euro zur Seite.

Pazifik

Im April 2017 wurde auf dem Inselstaat Tonga ein Energiezentrum für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz für die Pazifikregion (Pacific Centre for Renewable Energy and Energy Efficiency - PCREEE) eröffnet. Das neue Zentrum soll als regionale Drehscheibe für nachhaltige Energie und Klimaresilienz dienen. PCREE befindet sich in der tongaischen Hauptstadt Nuku'alofa und wird von der Pazifischen Gemeinschaft und der tongaischen Regierung gemeinsam verwaltet. Die ADA förderte den Aufbau mit 600.000 Euro.

Himalaya und Mittelamerika

Zudem unterstützt die ADA die Vorbereitung zweier weiterer Energiezentren im Himalaya und in Zentralamerika mit rund 160.000 Euro.