Trinkwasser aus dem Meer

Es gibt kein sauberes Grundwasser mehr im Gazastreifen. Meerwasserentsalzungsanlagen helfen der Trinkwasserkrise zu begegnen.

Die Lebensumstände für die rund zwei Millionen BewohnerInnen des Gazastreifen sind prekär. Es fehlt an allem, besonders an sauberem Wasser. Bisher bezogen die Menschen ihr Trinkwasser aus dem Grundwasserkörper. Die Reserven sind jedoch aufgebraucht. Mit österreichischer Unterstützung wurde vor 18 Jahren der Bau einer Meerwasserentsalzungsanlage in der Stadt Dair al-Balah finanziert. Für lange Zeit war es die einzige funktionierende Anlage, um aus Meerwasser Trinkwasser zu gewinnen.

Kampf gegen die Wasserarmut

Im Oktober 2017 wurde nun mit dem palästinensischen Wasserminister Mazen Ghunaim in Ramallah der Vertrag über die Sanierung der Anlage unterzeichnet. Mit rund 270.000 Euro finanziert die ADA das Vorhaben. Nach den notwendigen Reparaturen wird die Anlage täglich 600 Kubikmeter Trinkwasser aus Meerwasser aufbereiten. Rund 12.000 Menschen werden davon profitieren.

"Obwohl durch die moderne Anlage Trinkwasser für tausende Menschen aufbereitet werden kann, gibt es einen Unsicherheitsfaktor: die Energie", erklärt ADA-Auslandsbüroleiter Andrea Nasi in Ramallah. Für die Entsalzung von Meerwasser braucht man Strom. Aber Treibstoff und Elektrizität sind Mangelware im Gazastreifen. "Die meisten Haushalte haben pro Tag nur vier bis sechs Stunden Strom. Das hat Auswirkungen auf die Wasserproduktion, aber auch auf die landwirtschaftliche Produktivität", führt Nasi aus. Deshalb unterstützt die ADA im Gazastreifen auch andere Wassermanagementmaßnahmen: "Wir arbeiten gemeinsam mit der Palästinensischen Wasserbehörde daran, das Abwasser aufzubereiten und für die Bewässerung der Felder zur Verfügung zu stellen oder aber daran, dass das Regenwasser nicht direkt ins Meer abfließt, sondern in der Erde versickert und den Grundwasserköper wiederauffüllt", so Andrea Nasi.