Unsere Kinder sollen es besser haben

Roma leben häufig am Rande der Gesellschaft. Auch in Albanien. In der Gemeinde Fushe Kruja tut man etwas dagegen. Mit Erfolg.

Am Rand des Dorfes Fushe Kruja in Albanien werden die Wege holprig und die Häuser schrumpfen zu Hütten. Hier wohnen die Roma. Freiwillige gehen von Tür zu Tür und laden die Familien ein, am Gemeindeleben teilzunehmen. Das Melderegister und der Schulbesuch sind erste Schritte.

"Ich möchte, dass die Kinder an die Schule und ihre Zukunft glauben", sagt Flutura Ramaj. Sie ist eine der Freiwilligen des Integrationsprojekts der Gemeinde Fushe Kruja. Dass Roma ihre Babies auf der Gemeinde registrieren lassen oder die Schulpflicht anerkennen, ist nicht selbstverständlich. Daher kümmert sich die Nichtregierungsorganisation ADRA um Aufklärung und unterstützt die Familien bei Behördenwegen und Ähnlichem. Die Austrian Development Agency fördert das Projekt.

Diskriminierung in der Schule

"Erst waren die Familien skeptisch und haben uns nicht ins Haus gelassen", berichtet Flutura in perfektem Englisch. Die 26-Jährige hat studiert und will als Lehrerin arbeiten. Obwohl sie selbst als Angehörige der ägyptischen Minderheit in der Schule diskriminiert wurde: "Ich habe aufgezeigt, wurde aber nicht drangenommen. ´Du weißt eh alles´, so die Begründung. Schlechte Noten bekam ich trotzdem", erinnert sich Flutura. "Im Gegensatz zu mir sprechen viele Roma-Kinder kein Albanisch. Ihnen fällt es schwer, in der ersten Klasse mitzuhalten. Ich übe daher mit ihnen auch in den Ferien", berichtet Flutura.

Zu Gast bei Ensa

Mittlerweile sind sie und die anderen Freiwilligen in der Roma-Siedlung sichtlich willkommen. Auch bei Ensa und ihrer Familie: "Mein Mann verdient Geld, indem er im Sommer am Strand Sandalen verkauft", erzählt die 21-jährige Mutter dreier Kinder. Ihre 5-jährige Tochter ist das erste Roma-Mädchen, das den Gemeindekindergarten besucht. "Ich bin zur Schule gegangen, mein Mann nicht. Unsere Kinder sollen es einmal besser haben. Das geht nur mit einem guten Job und dafür braucht man eine Ausbildung", ist Ensa überzeugt.