Die Europäische Union – Kommission und Mitgliedstaaten gemeinsam - ist weltweit der größte Geber von Entwicklungshilfeleistungen. Zugleich ist die EU auch ein wichtiger Handelspartner für Entwicklungsländer und gewährt insbesondere den am wenigsten entwickelten Ländern Vorteile beim Zugang zum europäischen Markt. 

2008 hat sich die Austrian Development Agency qualifiziert, auch Projekte aus Mitteln der Europäischen Kommission umzusetzen (Delegierte Kooperation). Das Know-how und die Expertise in den Partnerländern wird geschätzt. Mehr als 100 Millionen Euro hat die ADA seit der Akkreditierung für Projekte der EU in Entwicklungsländern bis 2017 bekommen. Im Auftrag der Kommission setzt sich die ADA in verschiedenen Themenbereichen ein: Das Engagement reicht von der Wasserversorgung über Verwaltungsreformen bis zur Förderung von Bio-Landwirtschaft.

Grundlagen der europäischen Entwicklungspolitik

Der Vertrag von Lissabon definiert die Armutsminderung als wichtigestes Ziel der europäischen Entwicklungszusammenarbeit und hält fest, dass dieses Ziel auch auf anderen Arbeitsebenen berücksichtigt werden muss (Politikkohärenz für Entwicklung). Der Europäische Konsensus aus dem Jahr 2005 beschreibt die gemeinsamen Werte, Ziele und Grundsätze der EU Entwicklungspolitik: wie etwa die Förderung von Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit und guter Regierungsführung sowie regionale Integration. Die Agenda für den Wandel legt die entwicklungspolitische Strategie bis 2020 fest und 2015 haben die von den Vereinten Nationen beschlossenen Nachhaltigkeitsziele die Millenniumziele als internationalen Referenzrahmen abgelöst.

EU-Außenhilfeprogramme

Die Zusammenarbeit mit Drittländern stellt eine wichtige Säule der Außenpolitik der EU dar, die Umsetzung erfolgt durch verschiedene Außenhilfeinstrumente.

Die geographischen Instrumente umfassen den Europäischen Entwicklungsfonds, das Instrument für Entwicklungszusammenarbeit, das Instrument für Heranführung oder das Europäische Nachbarschaftsinstrument.

Darüber hinaus gibt es auch thematische Außenhilfeinstrumente, wie z.B. für Humanitäre Hilfe, zur Förderung der Menschenrechte oder das das Instrument für Stabilität und Frieden (ISP) etc.

Der Europäische Auswärtige Dienst und die drei Generaldirektionen für Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung, Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen sowie Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz sind für die Umsetzung dieser Außeninstrumente zuständig.