Aserbaidschan: Minenopfer werden erfolgreiche UnternehmerInnen
Fikret Nagiyev hat es geschafft: Nach kurzer Zeit kann er den Kredit zurückzahlen. Sein kleiner Laden in Tap-Garagoyunlu, einem Dorf im Distrikt Goranboy, ist nun schuldenfrei. Fikret Nagiyev steht für über 50 weitere Minenopfer, für die mit Hilfe Österreichs ein wirtschaftlicher Neuanfang im krisen-geschüttelten Kaukasusstaat Aserbaidschan möglich wurde. Kleine Kredite und Weiter-bildungen sind die Basis für den Neustart.
Minenopfer verlieren Existenzgrundlage
Die wirtschaftlichen Voraussetzungen für Minenopfer in diesem Gebiet sind denkbar schlecht: Der Südkaukasus ist Europas ethnisch und sprachlich vielfältigste Region, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in den 1990er-Jahren Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen war. Auch Aserbaidschan blieb nicht verschont. Der Streit um Berg-Karabach mit Armenien hat in der Region gefährliche Kriegsrelikte hinterlassen: Minen. Unzählige Minenopfer sind nach wie vor jedes Jahr zu beklagen. Oft ist es den Überlebenden aufgrund ihrer Verletzungen nicht mehr möglich, ihre angestammten Berufe weiter auszuüben. Viele haben durch die Kriegswirren ihre Existenzgrundlage verloren.
Wirtschaftlicher Neustart
Das Projekt „Community based Small Business Trainigs and Microcredit Revolving Fund for Azerbaijan Mine Survivors" des International Trust Fund for Demining and Mine Victims Assistance (ITF) und der International Organization for Migration (IOM) hilft. Mit Unterstützung der Öster-reichischen Entwicklungszu-sammenarbeit bekommen Betroffene eine neue Chance. Wie Fikret Nagiyev erhalten sie kleine Kredite und entsprechende Weiterbildungen, um als SchafzüchterInnen, LadenbesitzerInnen oder in einem anderen Wirtschaftszweig neu Fuß zu fassen. In sechs Distrikten Aserbaidschans, in denen die Anzahl an Minenopfern besonders hoch ist, wird dieses Projekt bislang erfolgreich umgesetzt: Barda, Ganja, Goranboy, Khanlar, Tartar und Yevlakh.
Wegen Erfolgs verlängert
Aufgrund der guten Ergebnisse in Aserbaidschan wurde das Projekt mit Ende 2009 auch auf Georgien und Armenien ausgedehnt. Somit umspannt dieses Projekt mittlerweile alle drei Südkaukasus-Staaten.









