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Österreichische Entwicklungszusammenarbeit

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) unterstützt Länder in Afrika, Asien, in Südost- und Osteuropa sowie die Karibik bei ihrer nachhaltigen Entwicklung.

Das Außenministerium ( BMeiA) plant die Strategien und Programme, die Austrian Development Agency
(
ADA) setzt diese gemeinsam mit öffentlichen Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen um.

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Aufbruch und Ernüchterung

Vor fünf Jahren – am 17. Februar 2008 – erklärte der Kosovo einseitig seine Eigenstaatlichkeit, die von Österreich zehn Tage später anerkannt wurde. Das Schwerpunktland der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit ist nach wie vor ein fragiles Staatswesen, dessen Institutionen sich erst im Aufbau befinden. Die internationale Gemeinschaft trug entscheidend zu einer gewissen Stabilisierung bei. Die Zukunft des jungen Staates hängt allerdings maßgeblich von Reformen im Sinne guter Regierungsführung und von demokratischer Weiterentwicklung der internen Strukturen ab. Defizite in diesen Bereichen und ausufernde Korruption behindern die Entwicklung des Kosovo. Eine Annäherung an die EU geht nur langsam voran und wird dadurch erschwert, dass fünf europäische Staaten nach wie vor die Eigenstaatlichkeit nicht anerkennen.

Zankapfel Nordkosovo

Plakat im Kosovo.
© ADA
Vor fünf Jahren – am 17. Februar 2008 – erklärte der Kosovo einseitig seine Eigenstaatlichkeit.

Innenpolitisch sorgen weniger soziale und wirtschaftliche Probleme oder die Bekämpfung der Korruption für Diskussionen als vielmehr die integrationsunwillige serbische Bevölkerungsgruppe im Nordkosovo und das damit verbundene angespannte Verhältnis zu Serbien.  Nach einer abermaligen Eskalation 2011 kommt es mittlerweile über den Umweg Brüssel zu Annäherungen auf höchster Ebene.

Angeschlagene Wirtschaft

Innerstaatlich kämpft der Kosovo in erster Linie mit der prekären Wirtschaftslage. Das gegenwärtige Wachstum von 3 bis 5 Prozent reicht nicht aus, um die schwierige soziale Situation nachhaltig zu verbessern. Laut Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) leben nach wie vor etwa 45 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze (von weniger als zwei US-Dollar pro Tag).

Der Kosovo erhält zwar weltweit am meisten Entwicklungshilfe pro Kopf, durch die Vielzahl an Gebern, eine politisch höchst komplizierte Melange und die oft schwache Regierungsführung bringt dies jedoch nicht die gewünschten Ergebnisse. Positive Entwicklungen gibt es im Rahmen des europäischen Integrationsprozesses, denn die Regelungen der EU-Annäherung zwingen zu verstärkter Kohärenz und verbesserter Planungsarbeit.

Zusammenarbeit mit Österreich

Männer bei der Gemüseernte
© ADA
Österreich unterstützt den Kosovo etwa im Bereich ländlicher Entwicklung oder beim Aufbau des Bildungssystems.

Österreich unterstützt den Staat beim Aufbau eines eigenen Bildungssystems, vor allem im Bereich Hochschulbildung: Der Kosovo ist das demografisch jüngste Land Europas. Der Bedarf an qualitätsvoller universitärer Ausbildung steigt also permanent, das Angebot der Universitäten ist jedoch unzureichend. Ein weiterer Schwerpunkt der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit im Kosovo ist die ländliche Entwicklung mit Fokus auf die Landwirtschaft in der Gemeinde Suharekë/Suva Reka.  80 Prozent der Bevölkerung sind hier in der Landwirtschaft tätig. Die Betriebe sind jedoch noch sehr schwach entwickelt. Hier besteht großes Potenzial für dauerhafte Armutsminderung und soliden wirtschaftlichen Fortschritt. Darüber hinaus fördert Österreich die wirtschaftliche Entwicklung des Landes durch die Unterstützung der Regierung bei der Förderung des Privatsektors. Zusätzlich werden durch Wirtschaftspartnerschaften zwischen kosovarischen Firmen und Unternehmen aus dem Europäischen Wirtschaftsraum Direktinvestitionen gefördert und damit Arbeitsplätze geschaffen. Weiters engagiert sich die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit in Fragen der Gleichberechtigung von Frauen und der Verbesserung vor allem der sozio-ökonomischen Lage nationaler Minderheiten sowie in Angelegenheiten von Demokratie und Rechtsstaat.

Die gesamten öffentlichen Entwicklungshilfeleistungen Österreichs (ODA) an den Kosovo beliefen sich von 2008 bis 2011 auf 50,77 Millionen Euro. Im selben Zeitraum führte die Austrian Development Agency, die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, Programme und Projekte in einem Gesamtausmaß von 7,37 Millionen Euro durch.