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Österreichische Entwicklungszusammenarbeit

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) unterstützt Länder in Afrika, Asien, in Südost- und Osteuropa sowie die Karibik bei ihrer nachhaltigen Entwicklung.

Das Außenministerium (BMEIA) plant die Strategien und Programme, die Austrian Development Agency
(
ADA) setzt diese gemeinsam mit öffentlichen Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen um.

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Die strickenden MÄnner von Bombota Haru

Mann an einer Wasserstelle.
© Rotes Kreuz
Mit Finanzierung der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit sollen in den nächsten zweieinhalb Jahren 7.000 Menschen mit Wasserstellen und Latrinen versorgt werden.

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Wasser- und Hygiene-Projekts in der Gemeinde Kebete, rund 250 km südlich von Addis Abeba Anfang 2013, starten das Österreichische Rote Kreuz und das Äthiopische Rote Kreuz ein Folgeprojekt in der Nachbargemeinde Bombota Haru. Mit Finanzierung der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit sollen in den nächsten zweieinhalb Jahren 7.000 Menschen mit Wasserstellen und Latrinen versorgt werden. Ein Hygiene- und Basisgesundheitsprogrammen soll das notwendige Bewusstsein unter den KleinbäuerInnen der Region auf 2.400 Meter Seehöhe schaffen, durch einfache Maßnahmen - wie Händewaschen -Krankheiten zu vermeiden.

Gesund bleiben mit sauberem Wasser

© Rotes Kreuz
Wasser wird in der Gemeinde Bombota Haru zur Zeit fast ausschließlich aus selbst gegrabenen Wasserlöchern oder von Oberflächenrinnsalen geholt.

Wasser wird in der Gemeinde Bombota Haru zur Zeit fast ausschließlich aus selbst gegrabenen Wasserlöchern oder von Oberflächenrinnsalen geholt. Obwohl das Wasser nicht sauber ist, muss zum Waschen und als Tiertränke genutzt werden. Latrinen sind kaum vorhanden. Diese Umstände und ein mangelndes Wissen über Hygienie führen dazu, dass viele Menschen regelmäßig an Durchfall und anderen Krankheiten leiden. "Vor allem bei Kindern, Kranken und älteren Menschen verlaufen diese Erkrankungen oft sehr schwer und führen nicht selten zum Tod", berichtet Klaus Palkovits, Mitarbeiter des Österreichischen Roten Kreuzes in Äthiopien.

Gemeinschaftliche Arbeitsteilung

© Rotes Kreuz
In einer konstituierenden Sitzung der Wasser- und Gesundheitskomitees der Gemeinde diskutieren rund 60 anwesende RepräsentantInnen der Gemeinde.

Gemeinsam mit seiner Kollegin Lisa Taschler unterstützt Palkovits die Mitarbeiter der lokalen Rotkreuzstelle in Bombota Haru dabei das Projekt zu planen und durchzuführen. In einer konstituierenden Sitzung der Wasser- und Gesundheitskomitees der Gemeinde diskutieren rund 60 anwesende RepräsentantInnen der Gemeinde, wer von ihnen am besten für die anstehenden Aufgaben geeignet ist. Für die Arbeit in den Wasserkomitees ist technisches, finanzielles und organisatorisches Verständnis gefragt ist. "Schließlich können Brunnen langfristig nur erhalten werden, wenn die Gemeinde über Nutzungsgebühren die Wartung und Reparaturen sicher stellen kann", erklärt Palkovits. Für die Vermittlung von Gesundheits- und Hygienethemen sind hingegen soziale Kompetenzen und Engagement gefragt. "Wichtig ist uns dabei aber auch, dass Männer und Frauen, sowie Menschen mit besonderen Bedürfnissen in den Komitees vertreten sind", so Palkovits: "Die Einbindung von Menschen aus Randgruppen der Gesellschaft ist in einer patriarchalisch organisierten, muslimischen Gemeinde allerdings eine Herausforderung."

© Rotes Kreuz
Durch Mentoring der lokalen Rotkreuzstelle wird die Nachhaltigkeit des Projekts gesichert.

Umso überraschter ist Klaus Palkovits als mitten in der lautstarken Diskussion um die Aufgabenverteilung, männliche Wortführer ihr Strickzeug auspacken. "Ich glaubte erst, meinen Augen nicht zu trauen. Und als ich meine Kollegin Lisa auf die werkenden Männer aufmerksam mache, korrigiert die mich nur lächelnd. Bei der eifrigen und konzentrierten Tätigkeit der Männer ging es nämlich ums Häkeln und nicht ums Stricken. Einer Arbeit, die in dieser Gegend eben Männersache ist." so Palkovits.

Ausgebildete Komitee-Mitglieder sichern Nachhaltigkeit

Stunden später sind die Positionen in den Komitees zur Zufriedenheit aller verteilt. Die Mitglieder des Wasserkomitees werden in weiterer Folge die Wartung und Pflege der geplanten Wasserstellen übernehmen. Die Mitglieder des Gesundheitskomitees sind dafür verantwortlich die anderen Gemeindemitglieder über die positiven Effekte von Körperhygiene und Sauberkeit im Wohngebiet zu informieren und zu erinnern. Alle Komitee-Mitglieder erhalten in den nächsten Monaten eine Ausbildung von Mitarbeitern des Äthiopischen Roten Kreuzes. Durch Mentoring der lokalen Rotkreuzstelle wird die Nachhaltigkeit des Projekts gesichert.