Afrika verändert
Afrika wird oft nur mit Safaris, wilden Tieren oder Hunger und anderen Katastrophen verbunden. Zurzeit dominiert der Fußball ... Afrika hat aber auch ganz anderes zu bieten: etwa Geschäftsmöglichkeiten für Investoren aus Europa. Am 21. Juni 2010 wurde im Rahmen von DIALOG ENTWICKLUNG der Austrian Development Agency über "Business in Africa" und die wirtschaftlichen Chancen und Herausforderungen diskutiert.
Obiageli "Oby" Ezekwesili, Vizepräsidentin der Weltbank für Afrika, sieht vor allem positive Veränderungen und spricht sogar von einer afrikanischen Dekade. Der "African Lion" sei kurz davor, zu den asiatischen Tigerstaaten aufzuschließen, war ihre mit beeindruckenden Wachstumszahlen unterlegte These. Strategisch und als riesiger Markt mit einer wachsenden Mittelschicht werde der afrikanische Kontinent für die Wirtschaft immer wichtiger. Sie forderte insbesondere Europäer zu mehr Aktivität auf dem afrikanischen Kontinent auf - auch um angesichts der boomenden Aktivitäten indischer, chinesischer und südafrikanischer Geschäftsleute nicht ins Abseits zu geraten.
Herausforderungen bestehen selbstverständlich weiterhin. Die Arbeitslosenzahlen sind im vergangenen Jahr um 10% gestiegen und ca. 200 Millionen Jugendliche sind derzeit ohne Job. Nur 25% der Bevölkerung südlich der Sahara verfügt über Stromanschlüsse und insgesamt verhindert die fehlende Infrastruktur bislang eine breite Beteiligung an der globalen Wirtschaft.
Eine Milliarde Menschen leben in Afrika, 40% davon in Städten - das birgt Risiken in sich, kann aber auch die Produktivität und den Konsum ankurbeln. Chancen bestünden außerdem im Tourismus und in der Informations- und Kommunikationstechnologie, die vermehrt auch in Afrika zur Verfügung steht und Wettbewerbsnachteile zumindest teilweise wett macht.
Aus Sicht der Weltbank sind die Schlüssel zum Erfolg eine effizientere Zusammenarbeit zwischen Privatsektor und Staat, Gendergerechtigkeit - Stichwort "Economic Empowerment of Women" - und der verbesserte Zugang zu Finanzierung für kleine und mittlere Unternehmen.
Das bestätigte auch Valentine Chitalu, Unternehmer und Investor aus Sambia. Auf eine Publikumsfrage nach Korruption hin verwies er auf die enormen Ver-besserungen in dem Bereich und betonte, dass Korruption ohne eine "großzügige Geberseite" keine Chance habe.
Verbesserte Infrastruktur und eine Zivilbevölkerung, die ihre Rolle als "Kontrollorgan für Regierungen" wahrnimmt, das müssen die nächsten Schritte hin zu funktionierenden Gesellschaften sein. Auch die Geberländer und in Afrika aktiven Nichtregierungsorganisationen wurden aufgefordert, ihren Beitrag dazu zu leisten und die Zivilgesellschaft als gleichwertige Partnerin auf dem Weg zum afrikanischen Aufstieg zu sehen.
Die rege Diskussion im Anschluss an die Impulsreferate zeigte, dass das Interesse an verstärkter Wirtschaftstätigkeit in Afrika groß ist. Bis es aber zu spürbar mehr wirtschaftlicher Aktivität durch europäische Unternehmen in Afrika kommt, müßten aber noch viele Vorurteile abgebaut werden, sagte die Vizepräsidentin der Weltbank für Afrika. Ihr Aufruf war eindeutig: "Nehmen Sie Ihre Füße in die Hand und kommen Sie nach Afrika! Sie werden sehen, das wird Sie verändern".










