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Österreichische Entwicklungszusammenarbeit

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) unterstützt Länder in Afrika, Asien, in Südost- und Osteuropa sowie die Karibik bei ihrer nachhaltigen Entwicklung.

Das Außenministerium ( BMEIA) plant die Strategien und Programme, die Austrian Development Agency
(
ADA) setzt diese gemeinsam mit öffentlichen Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen um.

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Der Kreis schließt sich

ADA-Geschäftsführerin Brigitte Öppinger-Walchshofer am Rednerpult
© ADA
"Rund 70 Prozent der Wasserressourcen werden von der Landwirtschaft verbraucht", betont Brigitte Öppinger-Walchshofer.

Der größte Wasserverbrauch weltweit passiert in der Landwirtschaft. Das wurde in der Diskussionsrunde der Austrian Development Agency (ADA) "DialogEntwicklung: Knappes Wasser – gemeinsame Lösungen" am Dienstagabend, 18. März 2013, eindrücklich vor Augen geführt. "Rund 70 Prozent der entnommenen Wasserressourcen werden für die Landwirtschaft verwendet", betonte ADA-Geschäftsführerin und Gastgeberin Brigitte Öppinger-Walchshofer: "Hier muss Einsparungspotenzial realisiert werden; durch technische Innovationen einerseits, aber auch durch Verbesserungen beim Saatgut und den Anbautechniken.“ Laut Berechnungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sind für die Herstellung einer Tagesration Nahrungsmittel 2 bis 3.000 Liter Wasser notwendig. Ein Liter Agrar-Treibstoff braucht in etwa dieselbe Wassermenge. "Hier ist die Politik gefordert, klare Entscheidungen zu treffen", so Öppinger-Walchshofer.

Franz Marré spricht
© ADA
"Veränderte Lebensgewohnheiten führen zu stärkerem Wasserverbrauch", so Franz Marré.

Der Energieverbrauch der Wasserversorgung

"Wasserstress kommt nicht nur aufgrund des Klimawandels und des Bevölkerungswachstums zustande, sondern vor allem auch wegen des veränderten Konsumverhaltens der Menschen", erklärte Franz Marré, der Leiter des Referates Wasser, Energie, Stadtentwicklung und Geosektor des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Bonn. In einer Region in Indien zum Beispiel habe man etwa Stromausfälle in den Griff bekommen, indem man die Bewässerung der Felder zeitlich eingeschränkt und aufeinander abgestimmt habe. Rund 60 Prozent der Energie wurden von Wasserpumpen verbraucht. Durch die zeitliche Einschränkung der Felderbewässerung von acht Stunden pro Tag konnte in den Gemeinden Strom rund um die Uhr gesichert werden. Auch in vielen Partnerländern der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit werden 60 Prozent der Energie für Wasserpumpen, zur Wasseraufbereitung und zur Abwasserbehandlung verwendet. Deshalb unterstützt die ADA, die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, die Anwendung von Solar-Pumpanlagen in Sub-Sahara Afrika oder die Umrüstung auf energieeffiziente Lösungen für die Wasserversorgung und das Abwassermanagement vor allem in Südosteuropa.

Thomas Kohler spricht
© ADA
"Wasserverschwendung passiert auch, wenn man Lebensmittel wegwirft", sagt Thomas Kohler.

Wasserverschwendung stoppen

Wassermanagement beginnt allerdings nicht erst beim Abwasser. "In manchen Großstädten der Welt gehen aufgrund eines veralteten und maroden Wasserleitungssystems 50 bis 60 Prozent des Wassers verloren", berichtet Thomas Kohler vom Forschungszentrum für Entwicklung und Umwelt der Universität Bern: "Dieser Wasserverschwendung muss ebenso Einhalt geboten werden wie jener in den Industrieländern, die durch weggeworfene Lebensmittel oder veraltete Technologien passiert." In Europa sinke der Prokopf-Verbrauch an Wasser bereits, so Kohler: "Das liegt an den ausgefeilten Technologien, die wir verwenden. Etwa an den Klospülungen, die Stopp-Tasten oder ähnliche Regulierungen eingebaut haben." Aber ein Drittel der produzierten Lebensmittel werden in Industrieländern weggeworfen. "Hier könnte man sparen und seinen Wasser-Fußabdruck verkleinern, ohne dass die Lebensqualität sinkt", ist Kohler überzeugt. Der Zusammenhang von Wasser-, Energieversorgung und Ernährungssicherheit – der sogenannte Nexus – wird zukünftig verstärkt das Handeln in der Entwicklungszusammenarbeit beeinflussen. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt daher ihre Partner bei ihrer Entwicklung systematisch und themenübergreifend.