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Österreichische Entwicklungszusammenarbeit

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) unterstützt Länder in Afrika, Asien, in Südost- und Osteuropa sowie die Karibik bei ihrer nachhaltigen Entwicklung.

Das Außenministerium (BMEIA) plant die Strategien und Programme, die Austrian Development Agency
(
ADA) setzt diese gemeinsam mit öffentlichen Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen um.

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Die Lücke zwischen Theorie und Praxis schließen

Johanna Mang, Manfred Nowak und Pernille Prix Joergensen am Diskussionstisch
© ADA
Menschenrechte sind für die Entwicklung unerlässlich, darüber waren sich die ExpertInnen einig.

"Wir müssen die Furcht loswerden, dass der menschenrechtsbasierte Ansatz den Entwicklungsdiskurs zu sehr politisieren könnte", betonte Manfred Nowak, Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts für Menschenrechte, bei einer Podiumsdiskussion zu der die Austrian Development Agency am Dienstag, 7. Mai 2013, eingeladen hatte. "Die Partnerschaften zwischen Gebern und Entwicklungsländern sind über die Jahre hinweg gefestigt genug, dass man auch über Menschenrechte sprechen darf und muss", so Nowak. Außerdem sei es auch nicht richtig, dass alle anderen Interventionen unpolitisch seien.

Podkiumsdiskussion
© ADA
Auf Einladung der ADA diskutierten MenschenrechtsexpertInnen aus Dänemark, Mazedonien und Österreich in Wien.

Paradigmenwechsel in Dänemark

"Ein wenig hat sich das aber auch schon gebessert", ist Pernille Brix Joergensen, Menschenrechtsexpertin des dänischen Außenministeriums, überzeugt. "Die Achtung der Menschenrechte ist entscheidend für die Entwicklung eines Landes. Das berücksichtigt die Internationale Entwicklungsagentur Dänemarks (DANIDA) indem sie den Ansatz in ihrer Entwicklungszusammenarbeit geändert hat", so Brix Joergensen. Der Paradigmenwechsel von bedürfniszentrierten Interventionen zum menschenrechtsbasierten Ansatz ist bereits vollzogen, bei der Umsetzung in den einzelnen Projekten und Programmen gebe es natürlich noch viel zu tun. "Aber prinzipiell sind wir auf einem guten Weg und haben den menschenrechtsbasierten Ansatz von Entwicklungszusammenarbeit bereits in die Abwicklungsvorgänge unserer Programme eingebaut", berichtet Brix Joergensen, die auch betont, dass dieser Ansatz von Entwicklungszusammenarbeit nicht bedeutet verstärkt Menschenrechts-Programme und Projekte durchzuführen, sondern die interntional vereinbarten Menschenrechte "als Kompass zu benutzen, der die Interventionen in allen Sektoren leitet."

Mila Carovska
© ADA
"Unsere Empfehlungen werden zwar gehört, aber noch nicht berücksichtigt", berichtet Mila Carovska von MAPP.

Korrektiv der Globalisierung

Der menschenrechtsbasierte Ansatz von Entwicklungszusammenarbeit ist laut Manfred Nowak eine Methode, um das Ziel die Verwirklichung des Rechts auf Entwicklung zu erreichen. Umgekehrt sei Entwicklung von Anfang an Teil des Menschenrechtsansatzes gewesen, betonte der Menschenrechtsexperte. "Menschenrechte beeinflussen die Gesamtentwicklung. Deshalb müssen sie in Zukunft auch in der internationalen Handels- und der Wirtschaftsentwicklung Niederschlag finden. Dann können sie ein Korrektiv der Globalisierung sein", ist Manfred Nowak überzeugt.

Menschenrechtsalltag in Mazedonien

Bei den Sensibilisierungsmaßnahmen in einem Menschenrechtsprojekt, das die Austrian Development Agency (ADA) gemeinsam mit dem Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte (LBI) in Mazedonien abgewickelt hat, setzte man bei der lokalen Bevölkerung an. Die Wahrnehmung und das Verhalten der Bevölkerung im Hinblick auf Menschenrechte sollte verändert werden. "Sie müssen wissen, dass das Verständnis von Menschenrechten ist in der Bevölkerung Mazedoniens nicht so ausgeprägt, wie jenes hier in Österreich", berichtete Menschenrechtsexperte Stojan Mishev aus der mazedonischen Praxis: "Das mag daran liegen, dass die Menschen in einem sozialistischen System gelebt haben und es nicht gewohnt waren aktiv für ihre Rechte zu kämpfen und diese einzufordern".

Robert Zeiner am Rednerpult
© ADA
"Wir müssen wachsam bleiben und die Bemühungen Schritt für Schritt fortsetzen", betonte Robert Zeiner von der ADA.

Rund 30 Prozent der mazedonischen Bevölkerung lebt in Armut. "Aber wenn man sich das Budget der Regierung ansieht, steht Armutsminderung nicht auf der Agenda", sagt Mila Carovska von der mazedonischen Armutsminderungsplattform MAPP. "Wir sind bemüht die Stimmen der zivilgesellschaftlichen Organisationen zu bündeln und gemeinsam für Verbesserungen der Lebensbedingungen in Mazedonien einzutreten", so Carovska. Das Projekt des LBI und der ADA hat dabei bereits geholfen. "Das Problem ist, dass viele unserer Rechte am Papier bereits bestehen, dass wir auch eingeladen werden unsere Kommentare zu Strategien und Vorhaben abzugeben, aber dass unsere Empfehlungen in Realität noch keine Berücksichtigung finden", erklärt Carovska.

Wachsam bleiben

Es bleibt noch viel zu tun, darüber waren sich die MenschenrechtsexpertInnen beim Diskussionsvormittag im C3 einig. Aber die ersten wichtigen Schritte in Richtung menschenrechtsbasierten Ansatz von Entwicklungszusammenarbeit seien bereits auch getan. Denn Menschrechte seien für die Entwicklungsergebnisse unheimlich wichtig, wie Pernille Brix Joergensen abermals unterstrich. "Wir müssen einfach wachsam bleiben und konstant an der Optimierung unserer Bemühungen in diesem Bereich arbeiten", schloss Robert Zeiner, Leiter der Abteilung Programme und Projekte in der ADA, seine Rede: "Die Tagung heute soll dazu beitragen ein Stück weiter von der Theorie in Richtung Praxis zu kommen."