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Österreichische Entwicklungszusammenarbeit

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) unterstützt Länder in Afrika, Asien, Zentralamerika sowie in Südost- und Osteuropa bei ihrer nachhaltigen sozialen, wirtschaftlichen und demokratischen Entwicklung.

Das Außenministerium (BMeiA) plant die Strategien und Programme, die Austrian Development Agency (ADA) setzt diese gemeinsam mit öffentlichen Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen um.

Akteure
BMeiA
Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten
ADA
Austrian Development Agency

weitere öffentliche Akteure

Wo bin ich?


Ein Schiff voll Hoffnung

Das Schiff des "Mali-Projekts".
© by: Hilde Heindl

Das Schiff bringt Hilfe dorthin, wo sie nötig ist.

Seit Jahresbeginn kreuzt ein ganz besonderes Schiff den Niger: ein Schiff, das Bildung und medizinische Versorgung auch in abgelegene Dörfer in Mali bringt. Der Tag der Jungfernfahrt war daher ein Fest für die drei Dorfgemeinschaften im malischen Bezirk Mopti. Einem Fleckchen Erde, an dem das Leben noch immer ohne Strom und sauberes, fließendes Wasser gemeistert werden muss. Auf die Idee ein "Mali-Projekt" zu initiieren und via Schiff die DorfbewohnerInnen zu unterstützen, waren die beiden Wienerinnen Hilde Heindl und Elisabeth Hemmelmayer auf einer Urlaubsreise gekommen. Ihre Erlebnisse in Mali ließen die beiden Frauen nicht los und seit Jänner 2009 werden schulische und medizinische Defizite am Niger mittels eines Schiffs voll Hoffnung ausgeglichen.

 

Schwimmende Hilfe

Dorfbewohner in Mali.
© by: Hilde Heindl

Mit Freude haben die Dorfbewohner das Schiff empfangen.

Die Art des Schul- und Medizin-Schiffes, Pinasse genannt, ist typisch für Westafrika. Meist sind Pinassen bunt bemalt und dienen hauptsächlich dem Transport von Gütern und Personen. Wenn in der Regenzeit oft ganze Dörfer überschwemmt werden, verlagern die Bewohner ihr Hab und Gut mitsamt ihrer Tiere auf Schiffe. Die Pinasse des "Mali-Projekts" hat an Bord, was sonst ferner Luxus ist: Ärzte und Lehrer, sowie Unterrichtsmaterialien und medizinische Basisgüter, um Bildung und Medizin für alle zugänglich zu machen. Die Dorfbewohner nehmen das Angebot des Schiffes begeistert an. Besonders die Mädchen und Frauen profitieren vom Mali-Projekt. Zum ersten Mal erhalten sie die Chance auf Schulbildung. Bislang war das aufgrund der langen Schulewege kein Thema für Mädchen, ihre Arbeitskraft im Dorf ist wichtiger.

 

Vom Glück zu Lernen

Dorfbewohner am Fluss.
© by: Hilde Heindl

Die Menschen am Nigerufer leben von der Fischerei.

Vorerst werden durch das Mali-Projekt drei Dörfer betreut. Für jedes Dorf konnte ein Lehrer organisiert werden, der die Kinder in ihrer Muttersprache unterrichtet. Oberstes Ziel ist den SchülerInnen und Frauen Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen. Wie eine Art schwimmende Bibliothek führt die Pinasse zu diesem Zweck Bücher und Lehrmaterial mit. Für die medizinische Betreuung sorgen zwei Ärzte, die mit der Pinasse jedes Dorf abwechselnd je eine Woche lang besuchen. Sie verordnen Medikamente, nehmen Impfungen vor, behandeln Malaria, Infekte, kleinere Verletzungen und zeigen den DorfbewohnerInnen wie wichtig Hygiene ist.

 

Das Schiff nicht sinken lassen

Kinder in Mali
© by: Hilde Heindl

Rund 50 Kinder nehmen am Unterricht teil.

Mali zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Analphabetenrate liegt bei 80 Prozent, die durchschnittliche Lebenserwartung bei 46 Jahren. Die Bildungs- und Gesundheitsmaßnahmen des "Mali-Projekts" sollen neben der Sicherung der medizinischen und schulischen Versorgung nachhaltig wirken. Das gelingt nur durch gemeinsames Handeln, in das auch die malische Regierung miteingebunden ist. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) unterstützt das "Mali-Projekt" im Jahr 2009 mit einer Gesamtsumme von 5.000 Euro. Schon in der Anfangsphase begeistert das Hilfsprojekt Menschen über die Dorfgrenzen hinweg. Ein Umstand der Hilde Heindl und Elisabeth Hemmelmayer auf Nachahmer hoffen lässt. Denn das Schul- und Medizin-Schiff schenkt den DorfbewohnerInnen am Niger Hoffnung, zukünftig mehr Chancen in ihrem Land zu haben.

 

Weitere Informationen:

NRO-Kooperation