Energiezentrum gut angelaufen in Westafrika - 1. Call bringt Einreichungen aus allen Ländern
Der erste Call des Energiezentrums ECREEE in Westafrika brachte 158 Einreichungen aus allen 15 Ländern. Die meisten Anträge kamen aus Nigeria und aus den ehemaligen bzw. laufenden ADA Schwerpunktländern Burkina Faso, Kap Verde und Senegal. Insgesamt wurden Projekte in der Höhe von 15 Millionen Euro eingereicht und um Gelder in der Höhe von 7,3 Millionen Euro angesucht. Die meisten Anträge kamen von Firmen und NROs, einige von Regierungen und Universitäten aus der Region und betrafen meist Photovaltaik außerhalb des Stromnetzes (off grid) und Biogasanlagen. Auch anderen Formen der erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und Kapazitätsentwicklung wurden eingereicht. Der Auswahlprozess ist im Gange.
Das Zentrum für erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Kap Verde wurde am Dienstag, 6. Juli 2010, feierlich eröffnet. Österreich unterstützt Westafrika damit bei der Gewinnung von erneuerbarer Energie und der Erhöhung der Energieeffizienz.
"Die Errichtung des Centres for Renewable Energy and Energy Efficiency (ECREEE) ist ein wichtiger Schritt, um die Energieversorgung der Bevölkerung Westafrikas zu gewährleisten", betont James Gbeho, der Präsident der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (ECOWAS), bei der Eröffnung des Energie-Zentrums in Praia, der Hauptstadt von Kap Verde. Erneuerbare Energien spielen in Westafrika eine wichtige Rolle zur Bewältigung der Energiekrise. Derzeit ist etwa die Energiegewinnung der einzelnen Inseln Kap Verdes noch fast zu 100 Prozent von Dieselimporten abhängig. Das wird sich ändern, ist Martin Lugymayr, Fachmann für erneuerbare Energien und Energieeffizienz, überzeugt: "Die Region verfügt über bisher noch weitgehend ungenutzte Ressourcen an Kleinwasserkraft, Geothermie, Wind-, Solar- und Bioenergie. Werden diese Energiequellen verstärkt erschlossen, profitieren nicht nur Wirtschaft und Umwelt - in erster Linie wird dadurch den Menschen geholfen."
Unterstützung aus Österreich
Lugmayr arbeitete bereits in der Austrian Development Agency (ADA), der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, am Aufbau des ECOWAS-Zentrums für erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Praia mit. In einem kleinen Team versuchen internationale Energie-Experten, Lösungen für Energieengpässe zu finden. "Wichtig ist insbesondere der Aufbau von Netzwerken für Technologie- und Wissenstransfer", sagt Lugmayr.
Gemeinsame Umsetzung
Die ADA fördert den Aufbau des ECREEE-Zentrums mit 1,8 Millionen Euro. Umgesetzt wird die Entstehung des Energie-Zentrums in Kooperation mit ECOWAS und der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO). In Zukunft soll ECREEE westafrikanische Länder beim Aus- und Aufbau von Rahmenbedingungen für die Nutzung erneuerbarer Energien unterstützen.
Die Aktivitäten des Zentrums sind in ein großes Energieprogramm eingebettet, das über die Organisation Global Environment Facility finanziert wird. Eine Kooperation mit anderen Gebern und anderen Energieorganisationen ist angedacht. Kürzlich unterzeichnete ECREEE ein Kooperationsabkommen mit der in Wien angesiedelten Organisation REEEP (Renewable Energy & Energy Efficiency Partnership). Außerdem hat die brasilianische Regierung beim ECOWAS-Brazil-Gipfel Unterstützung für ein erneuerbares Energieprogramm von ECREEE zugesagt.
Weitere Informationen
- Energiezentrum für erneuerbare Energie und Energieeffizienz mit Westafrika
- Österreichische Entwicklungszusammenarbeit auf Kap Verde
- Energie als Schwerpunkt der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit
- Afrika braucht Energie für Entwicklung
- ECREEE Investment and Business Promotion Activities (Mahama Kappiah/Martin Lugmayr, ECREEE)








