Home Logo Print

Navigation allgemein


Navigation Informationen



ENTWICKLUNG.AT

Österreichische Entwicklungszusammenarbeit

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) unterstützt Länder in Afrika, Asien, Zentralamerika sowie in Südost- und Osteuropa bei ihrer nachhaltigen sozialen, wirtschaftlichen und demokratischen Entwicklung.

Das Außenministerium (BMeiA) plant die Strategien und Programme, die Austrian Development Agency (ADA) setzt diese gemeinsam mit öffentlichen Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen um.

Akteure
BMeiA
Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten
ADA
Austrian Development Agency

weitere öffentliche Akteure

Wo bin ich?


Frauen-Power in der (Ost)Türkei


Mitarbeiterinnen von EPIDEM.
© by: LeEZA

Das Team von EPIDEM ist ein sehr junges Team (in der Mitte vorne: Kıymet Ceviz, LeEZA).

Kıymet Ceviz und Mary Kreutzer von LeEZA (Liga für emanzi-patorische Entwicklungszu-sammenarbeit) besuchten in der Großstadt Diyarbakir (Bezirk Yenishehir, Iplik Viertel) mehrere Tage lang das Frauenzentrum EPIDEM. In Gesprächen mit Mitarbeiterinnen, den Leiter-innen sowie Kursteilnehmerinnen erhielten sie Einblick in die Arbeit des Zentrums: Neben Alphabetisierungs- und Türkischkursen für Kurdisch sprechende Frauen und Mädchen bietet EPIDEM auch Kinderbetreuung an. Weiters wurde eine Psychologin angestellt, die einerseits Seminare über psychosoziale Themen veranstaltet und andererseits Einzelberatung für Frauen und Mädchen macht. 

 

 

EPIDEM unterstützt Frauen in schwierigen Situationen

Frauen beim Alphabetisierungskurs.
© by: LeEZA

Mädchen und Frauen während des Alphabetisierungskurses.

Die Frauen und Mädchen des Iplik-Viertels sind von einem Bündel an Problemen betroffen, die aus ihrer durch den Kurdenkonflikt bedingten Vertreibung aus den umliegenden Dörfern während der 90er-Jahre resultieren. Durch diese Vertreibungen sind die Familien verarmt, die Frauen verloren ihren sozialen Status als Feldarbeiterinnen und Ernährerinnen der Familien, die Kommunikation mit den Kindern und Ehemännern funktioniert nicht mehr. Gewalt in der Familie, auch in sexualisierter Form, ist in den Armutsvierteln der Millionenstadt Diyarbakir ein permanentes Thema. Hinzu kommt, dass beide, Männer und Frauen, Angehörige im Kurdenkonflikt verloren haben und die Traumata von Verlust und selbst erfahrener Gewalt durch den Staat (Folter etc.) kaum thematisiert werden. Hierfür bietet das Frauenzentrum zumindest einen ersten Ort, an dem Frauen über diese Erfahrungen und Trauer mit der Psychologin, aber auch mit anderen Betroffenen sprechen können.

 

EPIDEM wird von LeEZA, der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, der Stadt Wien, dem Weltgebetstag der Frauen Österreich und der Gemeinde von Diyarbakir seit zwei Jahren unterstützt.

 

"Namusumuz özgürlügümüzdür!" - "Unsere Ehre ist unsere Freiheit!"

Teilnehmerinnen der Kundgebung gegen Ehrenmorde.
© by: LeEZA

Teilnehmerinnen der Kundgebung gegen Ehrenmorde in Derik, 17. Mai 2009.

Die Kampagne "Unsere Ehre ist unsere Freiheit" (auf Türkisch: „Namusumuz özgürlügümüzdür") wird vom Dachverband der demokratischen Frauenorganisationen organisiert und findet an verschiedenen Orten der Türkei statt. Es geht um die Verurteilung von Ehrenmorden und anderen Gewalttaten an Frauen im Namen der Ehre. Auch EPIDEM ist Mitglied des Dachverbandes. Ceviz und Kreutzer begleiteten EPIDEM zu einer Veranstaltung der Kampagne in die Kleinstadt Derik in der Nähe von Mardin (nahe der syrisch-irakischen Grenze). Ein paar Kilometer entfernt von Derik liegt jenes Dorf, in dem das Massaker der Dorfschützer an einer Hochzeitsgesellschaft im Mai 2009 stattfand, über das weltweit berichtet wurde. Auslöser des Massakers waren finanzielle Streitigkeiten, Grund jedoch war die weitverbreitete Straflosigkeit im Fall von Verbrechen von sogenannten Dorfschützern. "Das Dorfschützer-System dieses Staates hat die vorhandenen patriarchalen und feudalen Gesellschaftsstrukturen verstärkt, und die Spirale der Gewalt dreht sich seit Jahrzehnten permanent nach oben", so Rozan Kahraman von EPIDEM.

 

Weitere Informationen

  • Der gesamte Reisebericht von Kıymet Ceviz und Mary Kreutzer kann auf der LeEZA-Website nachgelesen werden.
  • Weiters ein kurzer Filmbeitrag über EPIDEM.