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Österreichische Entwicklungszusammenarbeit

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) unterstützt Länder in Afrika, Asien, in Südost- und Osteuropa sowie die Karibik bei ihrer nachhaltigen Entwicklung.

Das Außenministerium (BMEIA) plant die Strategien und Programme, die Austrian Development Agency
(
ADA) setzt diese gemeinsam mit öffentlichen Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen um.

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Gendermainstreaming - Worthülse oder effektives Instrument?

ExpertInnen diskutieren
© ADA
Für die Arbeit zu Gendermainstreaming braucht es klare Begriffe und Kategorien. Gleichzeitig soll Gendermainstreaming Definitionen aufbrechen.

"Gendermainstreaming – Worthülse oder effektives Instrument für Chancengleichheit?" darüber wurde am Dienstag, 23. April 2013, im Albert Schweitzer Haus diskutiert. Margit Scherb von der Austrian Development Agency, der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, verwies in ihrer Begrüßungsrede auf die Gender-Evaluierung der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit aber auch jener anderer Organisationen. Die Ergebnisse seien ernüchternd, aber nicht überraschend so Scherb: Gendermainstreaming werde nicht ausreichend unterstützt, weder finanziell noch personell. Es gäbe jede Menge Tools und Handbücher. Bei der Planung der Projekte und Programme sei das Instrument noch wichtig, aber bei der Evaluierung spiele es dann häufig keine Rolle mehr. Die Leiterin Qualitätssicherung und Wissensmanagement in der ADA sieht hier noch viel zu tun und wünscht sich dabei vor allem eines: "Es wäre mir ein Anliegen Gendermainstreaming vom Joch der politischen Korrektheit zu befreien und oberflächliche Politisierung sein zu lassen.", so Scherb. Und man müsse darauf achten nicht in kurzer Zeit zu viel erreichen zu wollen.

DiskussionsteilnehmerInnen
© ADA
Frauenförderung dürfe nicht nur mit dem Ziel eingesetzt werden Projekte effektiver zu gestalten

Schubladendenken aufbrechen

Für Sabine Mandl, Frauenrechtsexpertin am Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte, ist Gendermainstreaming vor allem ein Instrument um dichotome Geschlechterzuordnungen aufzubrechen, damit sich alle Individuen entwickeln können. "Das Paradoxe an Gendermainstreaming ist. Um damit arbeiten zu können, brauchen wir Begriffe und Kategorien. Gleichzeitig sollen aber genau diese Definitionen aufgebrochen werden", so Mandl.

Aus Sicht der Entwicklungszusammenarbeit gehe es bei Gendermainstreaming darum geschlechterspezifische Bedürfnisse und Potenziale zu berücksichtigen betonte Christina Stummer, Gender-Expertin der ADA: "Eine Genderanalyse zu Beginn eines Projekts ermöglicht das im lokalen, gesellschaftlichen und sozialen Kontext. Allerdings müssen dafür auch andere AkteurInnen wie die Wirtschaft, der Außenhandel und die Sicherheitspolitik eingebunden werden und nicht nur klassische Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit. Und Frauenförderung dürfe nicht nur mit dem Ziel eingesetzt werden Projekte effektiver zu gestalten. "Die Einbindung von Frauen sollte zum Wohl ihrer selbst geschehen und nicht nur damit es der Gesellschaft besser geht", ist Stummer überzeugt.

Wie wichtig beim Thema Frauenförderung auch die Einbindung von Männern ist, erklärte Philipp Leeb, vom Verein zur Förderung gendersensibler Bubenarbeit – poika, mit praxisnahen Beispielen. Edeltraud Hanappi-Egger, Professorin für Gender & Diversity in Organizations an der WU Wien, betonte dass Gendermainstreaming nicht mit Frauenförderung gleichzusetzen ist. Und dass Gendermainstreaming in jedem Fall eine Organisationsaufgabe auf allen Ebenen ist. "Geschlechterverhältnisse werden als Thema oft ausgeblendet. Dabei gibt es noch viel zu tun. Auch in Österreich", so Hanappi-Egger.