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Österreichische Entwicklungszusammenarbeit

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) unterstützt Länder in Afrika, Asien, in Südost- und Osteuropa sowie die Karibik bei ihrer nachhaltigen Entwicklung.

Das Außenministerium (BMEIA) plant die Strategien und Programme, die Austrian Development Agency
(
ADA) setzt diese gemeinsam mit öffentlichen Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen um.

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Menschen, die Brücken bauen

PodiumsteilnehmerInnen
© Alexandra Kromus/PID
Am 11. Februar 2014 fand eine Podiumsdiskussion zum Engagement von MigrantInnen in der Entwicklungszusammenarbeit im Wiener Rathaus statt.

"Das Engagement von Migrantinnen und Migranten in allen gesellschaftlichen Bereichen muss anerkannt werden. Das gilt auch für die Entwicklungszusammenarbeit. Dass sich Menschen für die positive soziale Entwicklung in ihren Herkunftsländern, oder deren ihrer Eltern, engagieren ist nicht selbstverständlich. Wir brauchen Menschen, die Brücken bauen und Solidarität leben", betonte die Wiener Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger am 11. Februar 2014 bei einer Podiumsdiskussion zum Engagement von MigrantInnen in der Entwicklungszusammenarbeit im Wiener Rathaus.

Das Diaspora-Engagement nutzen

MigrantInnen sind in den professionellen Einrichtungen der Entwicklungszusammenarbeit und bei der Durchführung von offiziellen und staatlich geförderten Entwicklungsprojekten in Österreich unterrepräsentiert, so lautete die Diskussionsgrundlage. Erfolgreiche Beispiele für die Mobilisierung von Diaspora-Engagement in der Schweiz und der Stadt Bologna wurden präsentiert: Die schweizerischen Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA)etwa investiert im Bereich Migration und Entwicklung rund 55 Millionen Euro. "Mit einem eigenen Programm fördern wir in den Herkunftsländern Rahmenbedingungen, welche das Diaspora-Engagement fördern. Darüberhinaus erarbeiten wir mit ausgewählten Diaspora-Organisationen innovative Projekte", erklärte Martina Schlapbach von der DEZA.

PodiumsteilnehmerInnen
© Alexandra Kromus/PID
Im Vordergrund steht die Herstellung einer kohärenten Migrations- und Entwicklungspolitik auf staatlicher und europäischer Ebene.

"Die Einbindung von Migrantinnen und Migranten und ihren Communities und Organisationen als Akteure und nicht als Objekte ist für den nachhaltigen Erfolg von kommunalen Initiativen von entscheidender Bedeutung", berichtete Lucia Fresa von der Stadt Bologna von ihren Erfahrungen aus der Kommunalpolitik. Diesen Gedanken nahm auch Alexis Nshimyimana Neuberg von der Afrika Vernetzungsplattform in Österreich (AVP) auf: "In Österreich leben mehr als 45.000 Menschen afrikanischer Abstammung. Deren fachliches und regionales Know-how sowie Engagement soll als Ressource genutzt werden, um Projekte bzw. Unternehmen sowohl in Afrika als auch in Österreich zu entwickeln und umzusetzen".

Offene Diskussionen fördern

"Das gemeinsame Potenzial der in Österreich lebenden Migrantinnen und Migranten und der entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen sollte mehr als bisher dazu genutzt werden, die Wirksamkeit von Entwicklungsprojekten zu erhöhen. Um dieses wichtige Ziel zu erreichen, benötigt es allerdings auch die notwendige finanzielle Grundausstattung", bestätigte auch Annelies Vilim von der Arbeitsgemeinschaft Globale Verantwortung für Entwicklung und Humanitäre Hilfe.

Helmuth Hartmeyer von der Austrian Development Agency, der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, sprach sich für mehr Engagement von MigrantInnen in der Entwicklungszusammenarbeit aus: "Für ein nachhaltiges Diaspora Engagement in der Entwicklungspolitik braucht es offene Diskussionen, was wir jeweils unter Entwicklung verstehen und welche Interessen die Mehrheitsgesellschaft und die Diaspora verbinden".

Abschließend wies Michael Fanizadeh, Projektleiter von CoMiDe (VIDC) auf die Notwendigkeit von Förderstrukturen hin: "Es fehlt an geeigneten Förderstrukturen und Weiterbildungsmaßnahmen, außerdem behindern rechtliche Barrieren das Engagement von migrantischen Gruppen. In diesem Sinne fordern wir die Anerkennung von Diaspora-Organisationen als wichtige Akteure in der Entwicklungszusammenarbeit".

Das Projekt CoMiDe

Das Projekt CoMiDe wurde im April 2011 gestartet und ist ein dreijähriges Projekt, welches von der Europäischen Kommission und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert wird. Im Rahmen dieses Projektes steht die Frage der Herstellung einer kohärenten Migrations- und Entwicklungspolitik auf staatlicher und europäischer Ebene im Vordergrund. Des Weiteren sollen Kooperationen zwischen entwicklungspolitischen NGOs und migrantischen Organisationen und Communities in Italien, Slowenien, Slowakei und Österreich initiiert werden.