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Neue globale Ziele

Nachhaltige Entwicklungsziele als Symbole

Bei der UNO Generalversammlung 2015 wurden am Nachhaltigkeitsgipfel vom 25. bis 27. September in New York offiziell die neuen nachhaltigen Entwicklungsziele beschlossen. Mit den sogenannten Sustainable Development Goals oder kurz Global Goals will die internationale Staatengemeinschaft bis Ende 2030 Armut beseitigen, die Gleichstellung von Frauen vorantreiben, die Gesundheitsversorgung verbessern und dem Klimawandel entgegensteuern. Die Vertreter von 193 UN-Staaten hatten sich Anfang August auf eine Agenda für nachhaltige Entwicklung geeinigt, die an die bisherigen UN-Millenniumsziele anknüpft.

"Der Beschluss der nachhaltigen Entwicklungsziele im Rahmen des UN-Gipfels zeigt die Entschlossenheit der Staatengemeinschaft, die Lebensbedingungen für alle Menschen zu verbessern, ihnen Selbstbestimmung zu ermöglichen und Chancen in ihren Ländern vor Ort zu geben. Die Entwicklungsziele betonen neben den Bereichen Soziales und Umwelt vor allem auch den Beitrag der Wirtschaft zur erfolgreichen Entwicklung von Staaten, indem sie Arbeitsplätze schafft, Ausbildung ermöglicht und Steuerleistungen erbringt, die einen wichtigen Beitrag zum Aufbau des Gemeinwesens leisten“, betont Außenminister Sebastian Kurz.

© UN Photo/Evan Schneider
"Niemanden zurücklassen" lautet das Motto für UN-Generalsekretär Ban Ki-moon

Niemanden zurücklassen

Die neuen globalen Ziele umfassen 17 grundlegende Entwicklungsziele, die in 169 Unterpunkten ausgeführt werden. Das oberste Anliegen ist die Beendigung der extremen Armut "in allen Formen und überall in der Welt". Sie betrifft derzeit rund eine Milliarde Menschen, die mit weniger als 1,25 Dollar (1,11 Euro) pro Tag auskommen müssen. „Niemanden zurücklassen" lautet das Motto für UN-Generalsekretär Ban Ki-moon.

Anders als die Millenniumsentwicklungsziele, streben die neuen Ziele umfassende Veränderungen an, die auch die Industriestaaten in die Pflicht nimmt. Das gilt für den schonenden Umgang mit Ressourcen, die Verantwortung für Sozialstandards oder den Ausstoß klimaschädlicher Gase. Der Schwerpunkt liegt auf der Nachhaltigkeit. Die Umsetzung ist freiwillig und jeder Staat entscheidet selbst über die Maßnahmen zur Erreichung der Ziele. Allerdings soll der Erfolg anhand fester Kriterien regelmäßig überprüft werden.

Der Mensch im Mittelpunkt

Ferner soll der Mensch stärker im Mittelpunkt stehen. Menschenrechte werden als Querschnittsthema etabliert. Die neuen Ziele gehen über die bisherige Entwicklungspolitik hinaus und bilden Leitlinien für nachhaltige Entwicklung auf wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Ebene. An erster Stelle steht weiterhin die Überwindung von Armut und Hunger. Ebenso bleiben Gesundheit, Bildung und der Schutz von Lebensgrundlagen auf der Agenda. Allerdings kommen auch gesellschaftspolitische Ziele wie Gleichheit der Geschlechter, eine gerechte Steuerpolitik, die Verringerung der Ungleichheit zwischen Staaten oder der Zugang zu Rechtshilfe und inklusive Institutionen hinzu.

Um eine möglichst breite Zustimmung zu erhalten, leiteten die UN den größten Planungs- und Konsultationsprozess ihrer Geschichte ein. Seit mehreren Jahren arbeiten unter anderem 60 UN-Unterabteilungen und internationale Organisationen an der "Post-2015-Agenda". Maßgeblich für die SDGs waren die Nachhaltigkeitsziele des Rio+20-Gipfels vor drei Jahren zum Klimaschutz.

© UN Photo/Cia Pak
Alle Staaten hängen voneinander ab.

Alle Staaten hängen voneinander ab

Entscheidend für ein Gelingen ist auch die Finanzierung. Die Ergebnisse der UN-Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung in Addis Abeba im Juli: Schwellen- und Entwicklungsländern sollen durch den Aufbau funktionierender Steuersysteme und den Kampf gegen Korruption mehr Mittel erhalten und die Geberländer bekräftigten ihre Verpflichtung, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungszusammenarbeit auszugeben. Den Rest soll die Privatwirtschaft beisteuern. Die UN gehen von einem Jahresbedarf von drei Billionen US-Dollar aus.

Die Umsetzung hängt also von vielen Unbekannten ab. Dennoch könnten die SDGs das erste Regierungsprogramm einer "Weltinnenpolitik" im Zeitalter der Globalisierung darstellen. Denn sie sind getragen von der Erkenntnis, dass alle Staaten voneinander abhängen, wenn es um ihre Zukunft geht.

Die Ziele im Detail:

1. Armut in all ihren Formen überall beenden

2. Hunger beenden, Lebensmittelsicherheit und verbesserte Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern

3. Gesundes Leben sicherstellen und das Wohlergehen für alle Menschen in jedem Alter fördern

4. Inklusive, gerechte und hochwertige Bildung sichern und die Möglichkeit für lebenslanges Lernen für alle fördern

5. Geschlechtergerechtigkeit und Empowerment (Selbstbestimmung) für alle Frauen und Mädchen

6. Verfügbarkeit und nachhaltiges Management von Wasser und sanitären Einrichtungen sowie Abwassersystemen sichern

7. Zugang zu leistbarer, zuverlässiger, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern

8. Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, volle und ertragreiche Erwerbstätigkeit und menschenwürdige Arbeit für alle erreichen

9. Belastbare Infrastruktur aufbauen, inklusive und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovation unterstützen

10. Ungleichheit innerhalb und zwischen den Ländern verringern

11. Städte und Siedlungen inklusiver, sicherer, widerstandsfähiger und nachhaltiger gestalten

12. Nachhaltige Konsum- und Produktionsstrukturen sichern

13. Vordringlich Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen

14. Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne der nachhaltigen Entwicklung erhalten und nutzen

15. Ökosysteme der Erde schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern. Wälder nachhaltig bewirtschaften, die Verwüstung bekämpfen und unfruchtbares Land wieder beleben und den Verlust der Biodiversität stoppen

16. Friedliche und inklusive Gesellschaften im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zu Justiz ermöglichen und wirksame, zuverlässige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen

17. Mittel zu Umsetzung und Wiederbelebung der globalen Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung stärken.