Österreichische ParlamentarierInnen im Land der Glückseligkeit
Bhutan strebt nach nicht weniger als nach Glück für alle seine BewohnerInnen und will "Gross National Happiness" statt nur Wirtschaftswachstum erreichen. Das Wohl und die Lebensqualität der Bevölkerung stehen im Mittelpunkt. Wie dieses einzigartige Modell umgesetzt wird, konnten die entwicklungspolitischen SprecherInnen der Parlamentsparteien bei ihrer sechstägigen Reise durch Bhutan erleben. Petra Bayr (SPÖ), Franz Glaser (ÖVP), Judith Schwentner (Grüne), Johannes Hübner (FPÖ) und Gerhard Huber (BZÖ) trafen hochrangige politische Vertreter und besuchten die wichtigsten Projekte der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Begleitet wurde die Delegation von österreichischen Medien.
Bruttonationalglück
Im Mittelpunkt der Gespräche mit den Regierungsvertretern standen das Konzept der Gross National Happiness, Fragen der Dezentralisierung sowie konkrete Auswirkungen des Klimawandels. Die Delegation wurde im ganzen Land sehr herzlich empfangen. So dankte Premierminister Lyonchhen Jigmi Y. Thinley Österreich dafür, dass eines der Projekte den Ausbruch von Gletscherseen verhindern soll. "Bhutan spürt den Klimawandel bereits und Österreich rettet uns vor gefährlichen Überschwemmungen", betonte der Premierminister.
Parlamentspräsident Lyonpo Jigme Tshultim ließ es sich nicht nehmen, die österreichischen Gäste persönlich durch das traditionell kunstvoll geschmückte Haus der noch jungen Demokratie zu führen.
Wasser als wichtigste Ressource
Vier Fahrstunden von der Hauptstadt Thimphu entfernt, hat Österreich einen gewaltigen Gebirgsfluss gebändigt. Das Wasserkraftwerk Basocchu ist das größte Projekt der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit und liefert 40 Prozent des Strombedarfes des Landes.
Ein weiteres Kraftwerk in der Region ist in Planung, denn Bhutan hat neben Elektrizität nur den Tourismus als Einnahmequelle. Die Delegation war besonders von der Hochtechnologie im traditionell gestalteten Kraftwerkshaus angetan.
Sanfter Tourismus
Höhepunkt der Reise war die Besichtigung des Trongsa Dzong. Österreich hat nicht nur dabei geholfen, die Mauern des historischen Verwaltungs- und Klosterzentrums trocken zu legen, sondern auch dessen touristische Erschließung unterstützt. Inzwischen ziehen ein Museum und ein rekonstruierter Wanderweg durch das Tal immer mehr Touristen an. Und mit dem Tourismus entstehen dringend notwendige Arbeitsplätze.
In der Hauptstadt Thimphu wird gerade mit österreichischer Unterstützung an einer Fachschule für Tourismus gebaut, mit Modellcharakter für die gesamte Region. 2008 kamen nur rund 27.000 BesucherInnen nach Bhutan, aber da viel in entsprechende Infrastruktur investiert wird, sollen es schon bald wesentlich mehr werden. Doch Bhutan will nicht, dass ausländische Einflüsse unkontrolliert über das Land hereinbrechen und hat sich deshalb einem sanften und umweltsensiblen Entwicklungsweg verschrieben. Dass die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit dazu einen wichtigen Beitrag leistet, davon waren am Ende der Reise alle fünf ParlamentarierInnen überzeugt.









