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Österreichische Entwicklungszusammenarbeit

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) unterstützt Länder in Afrika, Asien, in Südost- und Osteuropa sowie die Karibik bei ihrer nachhaltigen Entwicklung.

Das Außenministerium (BMEIA) plant die Strategien und Programme, die Austrian Development Agency
(
ADA) setzt diese gemeinsam mit öffentlichen Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen um.

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Vasilies Traum

Weinberg Lehrling Vasilie.
© ADA
Vasilie träumt davon selbst Wein zu produzieren und diesen im Restaurant seines Bruders auszuschenken.

Gemeinsam mit seinem Bruder ein Restaurant zu eröffnen, das ist das ambitionierte Ziel von Vasilie Dobroviceanu. Sein Bruder wird kochen und Vasilie will sich um den Wein kümmern, erzählt er, während er die Reben im Weingarten von den alten Zweigen befreit. Der frische Wind und die Oktoberkälte scheinen dem jungen Mann nichts auszumachen. Er arbeitet konzentriert im Weingarten seiner Schule, einer berufsbildenden mittleren Schule in Nisporeni unweit von Chisinau.

Hauptsache, sie kommen zurück

Vielleicht ist es das konkrete Ziel, welches Vasilie vor Augen hat, das ihn in Moldau hält. Vielleicht ändert er seine Pläne in naher Zukunft aber auch noch. Das wäre für die Republik Moldau nicht ungewöhnlich.

Schuldirektor Lupei mit einem Weinbauer.
© ADA
Schuldirektor Lupei arbeitet eng mit den Weinbauern der Region zusammen.

Fast eine Million Männer und Frauen sind ausgewandert. Die meisten von ihnen arbeiten als Reinigungskraft in Haushalten, Pflegerin oder Hilfsarbeiter am Bau in Italien, Portugal, Russland oder Israel. Viele saisonal, manche jahrelang. Dass die jungen Menschen Erfahrungen im Ausland suchen, sieht Dumitru Lupei, der Direktor der berufsbildenden mittleren Schule in Nisporeni gelassen: „Unser Ziel muss nur sein, dass die jungen Frauen und Männer auch wieder zurück kommen. Ich finde es gut, wenn ehemalige SchülerInnen Erfahrungen und Ideen aus anderen Ländern mitbringen, um diese dann in Moldau umzusetzen." Manchmal fehle es noch am nötigen wirtschaftlichen Know-how, aber auch das könne man lernen, so der Direktor.

SchülerInnen beim Abfüllen von Wein.
© ADA
Die SchülerInnen lernen die Arbeit mit dem Wein ganzheitlich kennen: Anbau, Produktion und Vermarktung.

Modernes, praxisnahes Lernen

Die Schule in Nisporeni und einer weitere berufsbildende Schule in Leova wurden mit Unterstützung der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit modernisiert: Neue Berufsbilder wie jene des Weinbauers und Kellermeisters in Kombination, landwirtschaftliche Facharbeiter für Landmaschinentechnik und Gemüsebau werden entwickelt. Im Unterricht lernen die SchülerInnen alle Arbeitsabläufe kennen: vom Wein- und Gemüseanbau bis zur Verarbeitung und zur Vermarktung der Produkte.

Weinberge.
© ADA
Wein ist ein wichtiges Wirtschaftsstandbein Moldaus.

Ausgezeichnete Weine

Beim Wein konnte die Schule hier bereits erste Erfolge verzeichnen, freut sich der Direktor. Die Schule beteiligt sich regelmäßig an diversen regionalen und nationalen Weinfachmessen mit ihren Weinen und hat auch schon Preise gewonnen. Dabei war am Anfang das Vertrauen der Bevölkerung in die Schule und die neuen Lehrmethoden enden wollend, so Lupei: „Sie haben mir nicht geglaubt, dass wir die Tomaten, die wir am Markt zum Verkauf angeboten haben, hier in Moldau angebaut haben. So gut war die Qualität des Gemüses, das wir in speziell angefertigten Folientunnels gezogen haben", berichtet der Direktor.

Rund 300 SchülerInnen besuchen die Schule in Nisporeni. Rund 300 sind es auch in der Schule in Leova. Langfristig soll sich aus den modernisierten Bildungsangeboten der beiden Einrichtungen ein Modell zur Reform der landwirtschaftlichen Ausbildung in Moldau insgesamt entwickeln. Landwirtschaftliches Unternehmertum steht dabei am Lehrplan.