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Österreichische Entwicklungszusammenarbeit

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) unterstützt Länder in Afrika, Asien, in Südost- und Osteuropa sowie die Karibik bei ihrer nachhaltigen Entwicklung.

Das Außenministerium ( BMEIA) plant die Strategien und Programme, die Austrian Development Agency
(
ADA) setzt diese gemeinsam mit öffentlichen Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen um.

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Viele Interessen - ein Fluss

Reisfeld
© ADA
Vor einem Jahr reichten die Reisfelder hier bis an den Fluss. Heute ist der Reisanabau innerhalb einer Zone von 30 Metern tabu.

Wasser ist ein knappes und sensibles Gut in Uganda. Das bekommen aktuell die BewohnerInnen von Mbarara, der viertgrößten Stadt des Landes, zu spüren. Eine neue Brauerei hat Frühjahr 2013 die Produktion aufgenommen. Sie verbraucht nahezu 75 Prozent der Wassermenge, die ganz Mbarara zu Verfügung steht. Die Brauerei und die städtischen Wasserwerke beziehen ihr Wasser aus dem Fluss Rwizi. Der Fluss hat aber nicht immer genügend Wasser für alle. Der Pegelstand des Flusses schwankt extrem: In den trockeneren Monaten Juni, Juli, August und September ist die Wasserversorgung der Stadt nicht mehr gesichert. Aber auch starke Regenfällen und Hochwasser sind für die Wasserwerke von Mbarara keine Erleichterung: die Entnahmeleitungen verschlammen und bereiten dem Wasserwerk, neben dem Konflikt mit der Brauerei, erhebliche Probleme.

© ADA
Gemeinsam mit dem IUCN-Team wird besprochen, wie die Wasserquellen besser geschützt werden können.

Natürliche Wasserpuffer bedroht

Die Pegelschwankungen und Verschlammung hängen unter anderem mit der Abholzung und der Landnutzungsänderung im Einzugsgebiet des Rwizi zusammen. Bis ans Flussufer und in Feuchtgebiete hinein, die als natürliche Wasser-Puffer dienten, wird Landwirtschaft betrieben.  Die Erosion hat sich verstärkt. Der Klimawandel, der in Uganda die Trockenzeiten verlängert und höhere Niederschlagsintensität bewirkt, trägt zur Verschärfung der Situation bei.

Unter diesen Bedingungen ist nachhaltiges Management der Wasserressourcen unheimlich wichtig. Unter der Anleitung des Wasser- und Umweltministeriums arbeiten daher seit kurzem Dorfgemeinschaften, lokale Behörden, zivilgesellschaftliche Organisationen, Wasserversorger und industrielle Nutzer zusammen. Mit Information und Abkommen werden die Flussufer geschützt und schädliche Wasser- und Landnutzungspraktiken verhindert. Die gemeinsamen Anstrengungen erleichtern die Rehabilitierung kritischer Gebiete.

Baumschule
© ADA
In einfachen dorfeigenen Baumschulen ziehen die Bauern die Bäume, die sie später auf ihren Feldern und in Ufernähe zur Bodenkonservierung pflanzen werden.

Alternativen für KleinbäuerInnen schaffen

Für arme KleinbäuerInnen ist es allerdings nicht einfach, auf etwa die Abholzung von Bäumen und Sträuchern zu verzichten. Die Holzkohleproduktion oder der Reisanbau in Schwemmgebieten sind dafür zu profitabel. Genau dieser Herausforderung stellt sich Arwotngo, eine Gemeinde im Norden des Landes im Distrikt Otuke. "Wir sind uns alle einig darüber, dass Rodungen und die landwirtschaftliche Nutzung der Uferzonen dazu geführt haben, dass die Flüsse öfter austrocknen und es in den letzten Jahren mehr Überschwemmungen gab", hält Betty Acen, Gemeinderätin von Arwotngo, fest. Ein Projekt der International Union for Conservation of Nature (IUCN) hat viel zu dieser Einsicht in Arwotngo beigetragen. Die Gemeinde zog Konsequenzen: Die unmittelbare Uferzonen (30 Meter) sind inzwischen für den Reisanbau tabu und der Quellschutz wird großgeschrieben. Ein Fond für Kleinkredite entschädigt die Bauern für ihren Aufwand und Einkommensverlust. Die Keinkredite finden für verschiedene Zwecke Verwendung. Statt einen Sack Reis unmittelbar nach der Ernte zu verkaufen, wenn die Preise niedrig sind, um damit Schulgebüren zu bezahlen, kommt ein Kleinkredit zum Einsatz. Die Bauern können ihre Ernte zurückhalten und dann auf den Markt bringen, wenn die Preise stimmen.Der positive Effekt ist ein doppelter: Die Schutzmaßnahmen mindern Überschwemmungs-, Erosions- und Dürrerisiko. Der  Fonds schafft finanziellen Spielraum. Beides hilft der Dorfgemeinschaft, weniger verletzlich gegenüber den negativen Folgen des Klimawandels zu sein– ein erklärtes Ziel des Projekts.

Ein Projekt macht Schule

"Hält es, was es verspricht, soll das Projekt Modell für die Förderung eines nachhaltigen Managements von Wassereinzugsgebieten im ganzen Land werden", hofft Pule Johnson, vom ugandischen Wasser- und Umweltministerium. Er ist für die Kooperation mit IUCN auf Seiten des Ministeriums zuständig.

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt das ugandische Wasser- und Umweltministerium beim Einzugsgebiets-Management und das IUCN-Projekt in Summe jährlich mit rund 2 Millionen Euro. Ab Juni 2013 leistet das Lebensministerium mit 375.000 pro Jahr aus dem Programm für Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungsländern einen zusätzlichen finanziellen Beitrag.