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Österreichische Entwicklungszusammenarbeit

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) unterstützt Länder in Afrika, Asien, in Südost- und Osteuropa sowie die Karibik bei ihrer nachhaltigen Entwicklung.

Das Außenministerium (BMEIA) plant die Strategien und Programme, die Austrian Development Agency
(
ADA) setzt diese gemeinsam mit öffentlichen Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen um.

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Wasser braucht Energie, Energie braucht Wasser

Kind holt Wasser
© ADA
Die Wasserversorgung funktioniert nicht überall mit so wenig Energie wie in Wien.

Global betrachtet werden acht Prozent des Wasserverbrauchs für Energieerzeugung benötigt. Die kalorischen Kraftwerke sind dabei die großen "Wasserfresser", erklärt Robert Burtscher, Wasserexperte der Austrian Development Agency (ADA), der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. "In der Industrie werden 22 Prozent des globalen Wasserverbrauchs verwendet. Davon gehen 75 Prozent auf die Kappe der Energiewirtschaft", so Burtscher anlässlich des internationalen Weltwassertages (22. März), der heuer ganz im Zeichen der Wechselwirkung von Wasser und Energie steht.

Mann holt Wasser
© ADA
Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Partnerländer ihre Wasserversorgung zu verbessern.

Energiesparen in der Wasserversorgung

"Umgekehrt verbraucht die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung viel Energie", betont Robert Burtscher und veranschaulicht das am Beispiel der Stadt Shkodra in Albanien: "Rund 40 Prozent der Betriebskosten des Wasserwerkes in Shkodra sind Energiekosten. Gleichzeitig versickern 30 Prozent des gepumpten Wassers durch lecke Leitungen – und mit dem Wasser ist auch die Energie, die die Pumpen benötigten, verloren", so Burtscher. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Shkodra und andere albanische Städte dabei, die Effizienz in den Wasserbetrieben zu verbessern. Das inkludiert die Reduktion der "physischen Wasserverluste", wodurch Energieeinsparungen und damit niedrigere Betriebskosten erreicht werden. Der Umstieg auf energieeffiziente Pumpen bringt weitere Ersparnisse. "Österreich bringt sich in den politischen Dialog ein und unterstützt die Bestrebungen der albanischen Regierung, Energiekosten signifikant zu senken und Anreize für Effizienzverbesserungen zu schaffen", berichtet Astrid Wein, Leiterin des Auslandsbüros der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit in Tirana.

Wertvolles Abwasser für Bewässerung aufbereiten

Die Stromkosten für die Wasser- und Abwasserversorgung einer Gemeinde oder Stadt machen meist zwischen fünf und 30 Prozent der Betriebskosten der Wasserwerke aus. In Entwicklungsländern beträgt der Energiekostenanteil aber oft deutlich mehr als 40 Prozent. "Das ist vor allem dann der Fall, wenn Trinkwasser über aufwändige Verfahren – wie etwa die Entsalzung von Meerwasser – gewonnen werden muss. Für die Wasserversorgung der Menschen im Gazastreifen ist das leider unumgänglich", berichtet Robert Burtscher. "Das entsalzene Wasser ist aufgrund des dafür notwendigen hohen Energieverbrauchs eine wertvolle Ressource, selbst nach dem Gebrauch, wenn es als Abwasser wieder in die Kanalisation gespült wird", so Burtscher. Österreich arbeitet mit der Palästinensischen Wasserbehörde in Gaza daran, das Abwasser so aufzubereiten, dass es in der Landwirtschaft für die Bewässerung verwendet werden kann. Dadurch muss weniger Grundwasser aus dem schon übernutzten Grundwasserkörper gepumpt werden oder weniger Meerwasser entsalzen werden. Das schont das Grundwasser, spart Energie und macht das Bewässern der Felder für viele Bäuerinnen und Bauern überhaupt erst leistbar. "Bevor ich das aufbereitete Abwasser für die Bewässerung meiner Felder um 2,1 Euro pro 50 Kubikmeter kaufen konnte, musste ich das Grundwasser nutzen. Das kostet 7,5 Euro pro 50 Kubikmeter", berichtet Ramadan Shteiwi, Bauer im Gazastreifen.