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Österreichische Entwicklungszusammenarbeit

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) unterstützt Länder in Afrika, Asien, Zentralamerika sowie in Südost- und Osteuropa bei ihrer nachhaltigen sozialen, wirtschaftlichen und demokratischen Entwicklung.

Das Außenministerium (BMeiA) plant die Strategien und Programme, die Austrian Development Agency (ADA) setzt diese gemeinsam mit öffentlichen Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen um.

Akteure
BMeiA
Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten
ADA
Austrian Development Agency

weitere öffentliche Akteure

Wo bin ich?


Ausbildungsexzellenz in Afrika

Angehende WasserexpertInnen in Ostafrika nutzen das gute Ausbildungsangebot an der Egerton Universität in Kenia. Gertraud Findl, Referentin für Bildung & Wissenschaft der Austrian Development Agency, war vor Ort:

 

Campus der Egerton Universität.
© by: Gerold Winkler
Das Gelände der Egerton Universität erinnert an einen englischen Uni-Campus.

Hätte es nicht mitten im Februar um die 30 Grad, könnte man fast den Eindruck gewinnen, auf dem Campus einer englischen Universität zu sein - niedrige Gebäude verstreut auf einem weitläufigen Areal. Tatsächlich befinde ich mich aber auf dem Gelände der Egerton Universität, ungefähr drei Autostunden von Nairobi entfernt.

 

Praxis inbegriffen

Studentin führt eine Wasserprobe durch.
© by: Gerold Winkler
In Gewässern werden Wasserproben entnommen.

Rund 12.000 Studierende bereiten sich an einer der acht Fakultäten auf ihren Abschluss vor. Mich interessiert in erster Linie das Institut für Biologie. Dort ist seit gut einem Jahr eines der drei Ausbildungsmodule des internationalen Masterprogramms "Environmental Sciences, Specialization Limnology & Wetland Ecosystems" angesiedelt. Angehenden WasserexpertInnen aus Ostafrika wird hier ein wesentlicher Teil ihres wissenschaftlichen Handwerkzeugs vermittelt.

Eine Studentin untersucht eine Wasserprobe im Labor.
© by: Gerold Winkler
In den Laboratorien der Uni werden die Proben untersucht.

Ausgerüstet mit Gummistiefeln und Probebehältern machen sie sich zu den umliegenden Seen und Flüssen auf, um Wasserproben zu nehmen und diese anschließend in den neu adaptierten Laboratorien der Uni zu untersuchen. Die dafür notwendige Ausstattung der Forschungsräumlichkeiten wurde aus Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit finanziert, wie auch der Lehrgang selbst von Österreich und den Niederlanden gefördert wird.

 

Internationaler Standard gewährleistet

Die TeilnehmerInnen des Lehrgangs stellen sich vor.
© by: Gerold Winkler
Die TeilnehmerInnen des Lehrgangs stellen sich vor.

Das internationale Limnologie-Masterprogramm der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und des UNESCO-IHE Instituts in den Niederlanden ist seit vielen Jahren für seine hohe Ausbildungsqualität im Bereich nachhaltiges Wasser- und Gewässermanagement bekannt. Bislang mussten zukünftige ostafrikanische LimnologInnen zur Ausbildung nach Europa reisen. Neben den beiden europäischen Ausbildungsteilen in Österreich und den Niederlanden wird nun aber seit 2010 ein zusätzliches drittes Modul direkt in Egerton durchgeführt.

Matthias Radosztics, stellvertretender österr. Botschafter in Kenia, spricht bei der Eröffnungsrede des Limnologie-Masterprogramms in Egerton.
© by: Gerold Winkler
Matthias Radosztics, stellvertretender österreichischer Botschafter in Kenia, spricht bei der Eröffnung.

Und so feiern die diesjährigen TeilnehmerInnen am Masterprogramm mit weiteren Studierenden, ProfessorInnen, JournalistInnen und geladenen Gästen (wie mir) am 10. Februar 2011 die Eröffnung des kenianischen Ausbildungsmoduls. An diesem Tag nehmen auch das neue Ressourcecenter, die Fachbibliothek und die modernisierten Laboratorien offiziell ihren Betrieb auf. Aber nicht nur eine adäquate Ausstattung soll die professionelle Abwicklung des Programms in Kenia gewährleisten. Auch die Fortbildung des Personals in Projektmanagement, Qualitätssicherung, Lehr- und Lernmethodik sowie EDV trägt dazu bei. Darüber hinaus haben viele der ProfessorInnen selbst den Limnologie-Lehrgang absolviert.

 

Langfristiges Engagement notwendig

Dr. Nzula Kitaka hält eine Rede bei der Eröffnungsfeier des Limnologie-Masterprogramms in Egerton.
© by: Gerold Winkler
Dr. Nzula Kitaka bringt ihre Expertise ein.

Bislang haben mehr als 400 WissenschafterInnen aus 60 Entwicklungsländern den Lehrgang durchlaufen. Ihre Karrierewege haben sie teilweise an zentrale Positionen in Wissenschaft und Forschung, umweltrelevante Bereiche und auch die Politik geführt. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Leiterin des Lehrgangsmoduls in Kenia: Dr. Nzula Kitaka. Sie unterrichtet an der Egerton Universität, ist Vorsitzende des kenianischen Councils in der Eastern Africa Water Association und Mitglied des nationalen Rates für Wissenschaft und Technologie (National Council for Science and Technology) - um nur einige Institutionen zu nennen, die vom Know-how der Expertin profitieren.

Kenia entwickelt sich wie auch andere ostafrikanische Staaten (z.B. Uganda) langsam zu einem Musterland im Bereich Wassermanagement - zumindest auf dem Papier ist seine Sektorpolitik vorbildlich. Um die Theorie in die Praxis umzusetzen, brauchen Kenia und seine Nachbarländer jedoch weiterhin ExpertInnen, die beides beherrschen. Mit dem erweiterten Angebot des Limnologie-Masters direkt vor Ort Ausbildung und Forschung zu betreiben, scheint diese Entwicklung auf einem guten Weg.

 

Weitere Informationen:

Projektpartner der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit: