Frauen gehören gehört
10 Jahre Sicherheitsratsresolution 1325 der Vereinten Nationen zu "Frauen, Friede, Sicherheit" sind kein Grund zum Feiern. Die Zahl der Konflikte nimmt nicht ab. Gerade Frauen und Mädchen leiden unter Kriegen und deren Folgen, die aktive Teilnahme an Friedensprozessen bleibt ihnen jedoch verwehrt.
"Entscheidungen müssen mit Frauen gemacht werden und nicht für sie", betonte die finnische Menschenrechtsexpertin Elisabeth Rehn auf der Fachtagung anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Sicherheitsratsresolution 1325 der Vereinten Nationen. "Die Stimmen der Frauen müssen gehört und die Arbeit, die sie leisten, muss anerkannt werden", so Rehn. Die internationale Staatengemeinschaft müsse die Umsetzung der Resolution 1325 und der Folgeresolutionen verfolgen. Sobald Indikatoren zur Messung der Umsetzung feststünden, müssten diese auch erhoben werden, forderte Rehn mit Ursula Plassnik, der Sonderbeauftragten des Außenministeriums für internationale Frauenfragen, und Irene Freudenschuss-Reichl, der Leiterin der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit im Außenministerium. Außerdem sei eine praxisnahe Ausbildung des diplomatischen Corps, von Militär und Polizeikräften unabdingbar. Und nicht zuletzt müssten Kriegsverbrechen, darunter sexuelle Gewalt als Kriegswaffe, ausnahmslos bestraft werden, so die Diplomatinnen.
Neue Machtverhältnisse einführen
Auf die Chancen der Partizipation von Frauen an Friedensprozessen gingen auch Ruth Ochieng, ISIS-WICCE, Uganda, Indu Pant Ghimire, Care Nepal, und Edita Tahiri, kosovarische Ministerin für öffentliche Verwaltung, in Berichten aus ihren Heimatländern ein. Der gleichberechtigte Zugang zu sozialer Infrastruktur, Landrechten und Information sowie eine ökonomische Basis für Frauen seien ebenso notwendig wie die aktive Teilnahme von Frauen an politischen Entscheidungsprozessen. Es gebe, so meinte Frauenrechtsexpertin Lesley Abdela, zwei parallele Universen: Im Alltag hätten Frauen entscheidende Rollen, in Entscheidungspositionen auf Gemeinde- und nationalstaatlicher Ebene, in der Wirtschaft oder bei der Polizei seien Frauen in Konfliktregionen allerdings kaum präsent. Eine Änderung dieses Umstandes würde rasch zu einem neuen "Machtverhältnis" zwischen Männern und Frauen führen, ist Abdela überzeugt. Lösungen könnten nur gemeinsam von Frauen und Männern gefunden werden, spezifische Maßnahmen wie etwa Frauenquoten und Frauennetzwerke seien allerdings wichtig, um Frauen zu stärken und in die oft von Männern dominierten Prozesse einzubinden.
Österreich werde sich den Herausforderungen stellen, betonte Außenminister Michael Spindelegger beim Festakt "Kein Friede ohne Frauen" im RadioKulturhaus. "Wir haben den Auftrag, die Sicherheitsratsresolution 1325 der Vereinten Nationen umzusetzen. Für die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) werden die darin enthaltenen Forderungen Schlüsselthemen bleiben", so der Minister im Rahmen der Jubiläumsveranstaltungen, die die OEZA gemeinsam mit CARE, VIDC und dem Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte veranstaltete.







