Herausforderung fragile Staaten
Rund 1,5 Milliarden Menschen weltweit leben in Staaten, die fragil oder von Konflikten betroffen sind. Die meisten zählen zu den ärmsten Ländern der Welt und sind gekennzeichnet durch schwache oder gar fehlende staatliche Institutionen. Das heißt: Sicherheit, Rechts-staatlichkeit oder soziale Grundversorgung sind für die Bevölkerung nur teilweise gewährleistet.
Die Pariser Erklärung über die Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit hat auf die Notwendigkeit einer gesonderten und umfeldspezifischen Vorgangsweise von Entwicklungsvorhaben in fragilen Staaten hingewiesen, was später auch vom Accra Aktionsplan bestärkt wurde. Der Entwicklungshilfeausschuss der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) formulierte 2007 zehn "Prinzipien für internationales Engagement in fragilen Staaten und Situationen", die der Gebergemeinschaft als Richtlinien für ihre Vorgehensweise in fragilen Situationen dienen sollen. Laut OECD gelten 43 Staaten als fragil, darunter auch einige Schwerpunktländer der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit.
Österreich bildet Bewusstsein
Im Juni 2011 veranstaltete die Austrian Development Agency, die Agentur der Österreichischen Entwicklungs-zusammenarbeit, ein Seminar in Pristina zum Thema "Entwicklungszusammenarbeit in fragilen Staaten". Die Frage wie Geber in fragilen Staaten und Situationen vorgehen sollen, stand im Mittelpunkt der Diskussion. Außerdem wurden die Umsetzungsmöglichkeiten der zehn OECD-Prinzipien in Südosteuropa und speziell im Kosovo besprochen. Die Rolle der Prinzipien in Kosovos Landesstrategie und in den Programmen der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit wurde ebenfalls diskutiert.
Neue Richtlinien für die Zukunft
Anhand von zwei Programmen der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, dem Regionalentwicklungs-programm Suhareka und dem Hochschulbildungsprogramm, wurde in zwei Arbeitsgruppen über die Möglichkeiten und Probleme bei der Umsetzung der Prinzipien gesprochen. Die Seminar-TeilnehmerInnen (Vertreter der Vereinten Nationen, der EU, des Kosovo, der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit) waren sich einig, dass kontextspezifische und konfliktsensitive Vorgehensweisen notwendige Grundlagen für ein effektives und nachhaltiges Mitwirken von Gebern sind. Neben der OECD Prinzipien bewerteten die TeilnehmerInnen vor allem die aus europäischen "Transitionsländern" gelernten Modelle und Lektionen als wesentlichere Richtlinien.









