Human Development Report 2011
Die Fortschritte in der Entwicklung der ärmsten Länder der Welt könnten um die Jahrhundertmitte zum Stillstand kommen oder sich sogar umkehren, wenn nicht unverzüglich mutige Schritte eingeleitet werden. Weitere Umweltschäden müssen verhindert sowie die tiefen Ungleichheiten innerhalb der Länder und zwischen ihnen abgebaut werden. Dies geht aus dem Bericht über die menschliche Entwicklung 2011 hervor, der am 20. Jänner 2012 auch in Wien präsentiert wurde.
Untrennbar: Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit
Der aktuelle Bericht mit dem Kernthema "Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit: Eine bessere Zukunft für alle" zeichnet verschiedene Szenarien bis zum Jahr 2050. Gehen Umweltverschmutzung und Ressourcenverbrauch weiter wie bisher, drohen katastrophale Folgen - vor allem für die ärmsten Länder dieser Welt. "Menschen in den ärmsten Ländern sind in sehr hohem Maße von der Umwelt abhängig, darum treffen sie veränderte Umweltbedingungen in unverhältnismäßig großem Ausmaß", erklärt Kandeh Yumkella, Generaldirektor der United Nations Industrial Development Organization (UNIDO) bei der Präsentation des Reports. Gleichzeitig sei beispielsweise Afrika nur für 2 Prozent der weltweiten CO2 Emissionen verantwortlich.
Gerechte Zukunft für alle
"Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit sind untrennbar miteinander verbunden," betont Khalid Malik, Direktor des Human Development Report Office des United Nations Development Programme (UNDP). "Nur durch einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt können auch zukünftige Generationen von den aktuellen Entwicklungsbemühungen profitieren." Er fordert politische, aber auch strukturelle Veränderungen, wie eine Besteuerung von Devisengeschäften.

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v.l.n.r.: Khalid Malik; Kandeh Yumkella; Hans Winkler, Direktor der Diplomatischen Akademie; Irene Giner-Reichl, Sektionsleiterin der Entwicklungszusammenarbeit im Außenministerium; Wolfgang Lutz, Direktor des "Vienna Institute of Demography" (VID) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Die UN-Konferenz über nachhaltige Entwicklung im Juni diesen Jahres, kurz Rio+20, sieht Malik als entscheidendes Ereignis, um die Ergebnisse des Berichtes zu betonen und ein nachhaltiges Entwicklungsmodell zu fordern. Auch Irene Giner-Reichl, Sektionsleiterin der Entwicklungszusammenarbeit im Außenministerium, akzentuiert die Wichtigkeit von Teilungsgerechtigkeit bei der Suche eines neuen Entwicklungsparadigmas.








