Neue Perspektiven für Minenopfer
Der Südkaukasus war nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in den 1990er-Jahren von gewalttätigen Krisen erschüttert. Ein gefährliches Vermächtnis aus dieser Zeit sind Minen. Sie werden noch immer vielen Menschen zum Verhängnis. Minenopfer sehen sich neben ihrem körperlichen und physischen Leid auch häufig vor große wirtschaftliche Probleme gestellt, wenn sie aufgrund ihrer Verletzungen Schwierigkeiten haben, ihre ursprünglichen Berufe auszuüben.
Eine Anfang Dezember in Tiflis abgehaltene Konferenz zum Thema sozioökonomische Reintegration von Minenopfern hatte zum Ziel, die gesellschaftliche und politische Wahrnehmung der Opfer und ihrer Anliegen zu stärken. Die International Organization for Migration (IOM) und der International Trust Fund for Demining and Mine Victims Assistance (ITF) luden VertreterInnen aus Aserbaidschan, Armenien und Georgien dazu ein, Erfahrungen und Wissen zum Thema auszutauschen und Vorsorgemaßnahmen gegen Unfälle mit Minen zu diskutieren. Die Ergebnisse der Konferenz sollen den nationalen Regierungen dabei helfen, Strategien im Umgang mit Minenopfern zu formulieren.
Wirtschaftlicher Neustart
Die Konferenz war Teil eines von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit finanzierten Projekts, das Minenopfern neue Perspektiven gibt. Neben der konkreten Vermittlung von 30 Arbeitsstellen unterstützt es Betroffene durch Weiterbildungsmaßnahmen dabei, ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu verbessern. Auch 200 Mikrokredite geben Minenopfern und ihren Familien die Möglichkeit, sich in einem anderen Wirtschaftszweig zu behaupten und sich eine neue Lebensgrundlage aufzubauen.
Konferenz als Teil der Bewusstseinsbildung
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Projektes sind Sensibilisierungsmaßnahmen. "Bewusstsein für die Wichtigkeit der sozioökonomischen Reintegration von Minenopfern und anderen Menschen mit Behinderungen zu schaffen war auch wichtiger Bestandteil der Konferenz in Georgien", betonte Alexander Bohr, Leiter des jüngst in Tiflis eröffneten Büros der Austrian Development Agency, der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Luka Buhin, Vertreter des ITF, unterstrich dies mit einer persönlichen Geschichte: "Mein Vater hatte nur ein Auge. Dies hat ihn jedoch nie beeinträchtigt und er sorgte immer für den Unterhalt der Familie. Für mich war das ganz normal. Mein Vater war für mich wie jeder andere auch. Ich hoffe, dass die Konferenz dazu beitragen konnte, diese Art der Wahrnehmung von Menschen mit Behinderungen zu stärken."









