Preis für alternativen Baustoff
Der Österreichische Baupreis 2011 in der Kategorie "Forschung und Entwicklung" geht an die Firma NAPORO. Im Rahmen eines Forschungsprojekts wurde die "Typha climate wall" entwickelt. Der neuartige Wandbaustoff besteht aus Typha (Rohrkolben, Familie der Röhrichtgewächse) und Zement. Durch die Mischung beider Materialien können hervorragende Dämmeigenschaften mit einer hohen Speichermasse verbunden werden. Dadurch dringt die Hitze des Tages nicht in ein Gebäude ein. Die dadurch ohne aktiven Energieeinsatz geschaffenen komfortablen Innenraumtemperaturen ermöglichen höchst energieeffiziente Gebäude und tragen zum Klimaschutz bei.
Dank eines Technologietransfer-Projekts soll auf diese Art und Weise nun auch in Afrika mehr Energie gespart werden. Die Austrian Development Agency (ADA) unterstützte die Firma Naporo im Jahr 2010 durch die Kofinanzierung einer Machbarkeitsstudie zur Produktion des Typha Dämmstoffs im Senegal. Beteiligt ist auch das Energiezentrum ECREEE, das von der ADA und UNIDO initiiert wurde und gefördert wird. Es forciert eine Politikwende und Demovorhaben zu erneuerbaren Energien und Energieeffizienz in 15 Ländern Westafrikas.
Typha ist eine Wildpflanze, die in Feuchtstandorten große zusammenhängende Bestände bildet und an einigen Standorten wie im Senegal eher als Plage angesehen wird. Die Blätter mit einer Länge bis zu vier Meter bestehen aus langen Fasern sowie einem zusammendrückbaren Schwammgewebe, das in anderen Pflanzen, die für Dämmstoffe genutzt werden wie z.B. Flachs, Hanf, Stroh, Schilf etc. nicht vorkommt. Dieser natürliche Isolierschaum macht ihn einzigartig und prädestiniert ihn zu einem optimalen Dämmstoff.









