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Österreichische Entwicklungszusammenarbeit

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) unterstützt Länder in Afrika, Asien, Zentralamerika sowie in Südost- und Osteuropa bei ihrer nachhaltigen sozialen, wirtschaftlichen und demokratischen Entwicklung.

Das Außenministerium (BMeiA) plant die Strategien und Programme, die Austrian Development Agency
(
ADA) setzt diese gemeinsam mit öffentlichen Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen um.weitere öffentliche Akteure >>

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Glossar
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Accra Agenda for Action (AAA)
Die Accra Agenda for Action ist das Schlussdokument der dritten internationalen Konferenz über die Wirkung von Entwicklungszusammenarbeit, die im September 2008 in der Hauptstadt Ghanas stattfand. Darin wurden die Versprechen der Pariser Erklärung (2005) vertieft und konkrete Aktionen festgelegt, die den Partnerländern ermöglichen sollen, ihre Ziele zur höheren Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit bis 2011 zu erreichen. (Siehe auch Pariser Erklärung unten)
Adaption (Anpassung)
… umfasst alles, was für eine erfolgreiche Entwicklung zusätzlich notwendig ist, um den Auswirkungen des Klimawandels wirkungsvoll entgegenzutreten. Dazu zählen insbesondere Aktivitäten, die die Widerstandskraft von Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt gegenüber den negativen Auswirkungen vergrößern. Beispiele dafür sind Maßnahmen in der Katastrophenprävention, Anpassungen in der landwirtschaftlichen Produktion oder in der Wasserversorgung.
Agrobiodiversität
... betrifft die biologische Vielfalt, die für Ernährung und Landwirtschaft wichtig ist. Arten, Rassen und Sorten wurden über Jahrtausende von Bäuerinnen und Bauern durch Selektion und Züchtung hervorgebracht und sind optimal an die Bedingungen in ihren Ursprungsregionen und an die jeweils aktuellen Bedürfnisse angepasst.
Aid for Trade
… bedeutet handelsbezogene Entwicklungszusammenarbeit. Voraussetzung für die erfolgreiche Integration der Entwicklungsländer in den Welthandel ist mehr als lediglich die Verbesserung des Marktzugangs und der Ausbau internationaler Handelsregeln. Um die Vorteile des internationalen Handels voll ausschöpfen zu können, müssen auch Entwicklungsländer ihre Beschränkungen auf der Angebotsseite und ihre strukturellen Schwächen überwinden.
AKP-Staaten
79 afrikanische, karibische und pazifische Staaten zählen derzeit zu den AKP-Staaten. Diesen wird im Assoziationsvertrag von Cotonou (2000) bzw. davor in den vier Lomé-Abkommen zugestanden, Waren weitgehend zollfrei in die Europäische Union zu exportieren. Außerdem sind diese Staaten eine wichtige "Empfängergruppe" der EU-Entwicklungszusammenarbeit.
Alignment
Siehe unten Harmonisierung und Abstimmung / Harmonisation and Alignment
Auslandskatastrophenfonds
… umfasst Mittel, die infolge plötzlich auftretender Notsituationen jeweils per österreichischem Ministerratsbeschluss zur Bewältigung humanitärer Krisen bereitgestellt werden. Mit dem Bundesbudget 2009 wurde der Auslandskatastrophenfonds für die Jahre 2009 und 2010 mit je 5 Millionen Euro dotiert.
Berufliche Bildung
… ist ein spezifischer Teil der Sekundarschulbildung und bietet neben allgemeinem auch fachbezogenen und praxisorientierten Unterricht sowie die Vermittlung beruflicher Qualifikationen. Die mehrjährige Ausbildung, etwa im Tourismus, in der Landwirtschaft oder in technischen Berufen, ermöglicht nach dem Abschluss einen direkten Einstieg ins Berufsleben.
Bilaterale und Multilaterale Entwicklungszusammenarbeit
Eine öffentliche Entwicklungshilfeleistung bezeichnet man als bilateral, wenn das Empfängerland eindeutig identifiziert werden kann (direkte Zusammenarbeit zwischen zwei Staaten), als multilateral, wenn die Mittel von einem Geberland an eine internationale Organisation, die Entwicklungsprogramme durchführt, übergeben werden (siehe auch unten: Multilaterale Entwicklungszusammenarbeit)
Bildung für benachteiligte Gruppen / Inclusive Education
Das Konzept "Inclusive Education" sieht eine ganzheitliche Bildungskonzeption vor, die auf die Lernbedürfnisse von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eingeht, marginalisierten und unterprivilegierten Menschengruppen jedoch besondere Berücksichtigung schenkt. Inclusive Education unterscheidet sich von traditionellen Konzeptionen, die für Gruppen mit speziellen Bedürfnissen spezifische Bildungsstrukturen vorsehen.
Bildung für nachhaltige Entwicklung
… strebt eine umfassende, zukunftsfähige Ausrichtung von Bildung an. Ziel ist, heutigen und zukünftigen Generationen ein friedliches, solidarisches Zusammenleben in Freiheit, Wohlstand und einer lebenswerten Umwelt zu ermöglichen.
Biodiversität
… umfasst die Vielfalt innerhalb der Arten, zwischen den Arten sowie der Ökosysteme – von Molekularverbindungen einzelner Gene bis zu funktionalen Landschaftseinheiten. Vereinfacht gesagt, bedeutet Biodiversität die Vielfalt des Lebens auf der Erde.
Brain Drain - Brain Gain - Brain Circulation
Unter brain drain wird die Abwanderung qualifizierter Fach- und Führungskräfte ins Ausland verstanden. Diese kann in Entwicklungsländern zu einem dramatischen Fachkräftemangel in Schlüsselbereichen wie Gesundheit und Bildung sowie zur Schwächung von Institutionen Höherer Bildung, Wissenschaft und Forschung führen. Neueste Studien interpretieren die Emigration von Hochqualifizierten nicht mehr als abgeschlossenen Prozess, der für die Herkunftsländer einen Verlust und für die Aufnahmeländer einen Gewinn von Humankapital (brain gain) bedeutet. Stattdessen wird versucht, die Migration Hochqualifizierter eher als einen zirkulären Prozess der Hin- und Her- bzw. Weiterwanderung (brain circulation) zu organisieren, von dem nicht nur Industrieländer, sondern auch Entwicklungsländer profitieren können.
Bruttonationaleinkommen (BNE)
Das Bruttonationaleinkommen (BNE), früher auch Bruttosozialprodukt (BSP) genannt, umfasst die jährliche von den BewohnerInnen eines Staates erbrachte volkswirtschaftliche Gesamtleistung unter Berücksichtigung von Steuern, Subventionen, Abschreibungen, Abgaben u.a. Es setzt sich aus dem BIP (Bruttoinlandsprodukt) sowie den von Inländern im Ausland aus Arbeit und Kapital erwirtschafteten Einkommen, abzüglich der von Ausländern im Inland bezogenen Einkommen, zusammen. Leistungen und Güter, die in Privathaushalten oder durch Schattenwirtschaft oder Subsistenzwirtschaft erbracht werden, bleiben unberücksichtigt.
Budgethilfe
… bedeutet, dass Finanzmittel direkt an die Partnerregierung (meist an das Finanzministerium) transferiert werden. Die Mittel sind nicht an ein spezifisches Projekt gebunden. Die Umsetzung beruht auf den Systemen des Empfängerlandes für Beschaffung, Finanzmanagement und Management der Budgetmittel.   Generelle Budgethilfe (GBS) ist die Bereitstellung von Finanzmitteln für den allgemeinen Staatshaushalt. Das öffentliche Budget eines Landes wird also in seiner Gesamtheit zu einem gewissen Prozentsatz kofinanziert. Die Mittelverwendung ist keinem bestimmten Bereich oder Sektor zugeordnet.   Sektorfinanzierung (SBS) ist einem abgegrenzten Sektor eines Fachministeriums (zum Beispiel Bildung) zweckgewidmet und unterstützt die Umsetzung eines Sektorprogramms. Planung und Umsetzung obliegen den Institutionen des Empfängerlandes.
Business Development Services (BDS)
… umfassen ein breites Spektrum von Dienstleistungen, die Unternehmern helfen, durch Zugang zu Informationen, Wissen und Know-how ihre Produktivität und Effizienz zu steigern. Dazu zählen Messen und Ausstellungen, Trainings zu Management und Marketing sowie technische Assistenz, etwa bei der Erstellung von Business Plänen oder durch Machbarkeits-Studien, Rechtsberatung etc.
Corporate Social Responsibility (CSR)
… bedeutet "unternehmerische Verantwortung" und steht im engeren Sinn für eine Unternehmensphilosophie, die Transparenz, ethisches Verhalten und Respekt in den Mittelpunkt unternehmerischen Handelns stellt. Das Konzept der Corporate Social Responsibility betont darüber hinaus die ökologische und soziale Dimension stärker als die wirtschaftliche und wird oft mit dem Begriff der unternehmerischen Nachhaltigkeit (d.h. eine Unternehmensführung unter ausgewogener Berücksichtigung von ökonomischen, ökologischen und sozialen Faktoren) gleichgesetzt.
Cotonou-Abkommen
Im Gegensatz zum den vorangegangenen Lomé-Abkommen (siehe unten Lomé-Abkommen) hat das Kooperationsabkommen von Cotonou aus dem Jahr 2000 zwischen der EU und den AKP-Staaten eine wesentlich längere Laufzeit, nämlich 20 Jahre, wobei die Vertragsbedingungen alle fünf Jahre überprüft werden. Die Zusammenarbeit ist viel stärker mit der Erfüllung der Kriterien der Good Governance (siehe unten Good Governance) verknüpft und wird aus dem Europäischen Entwicklungsfonds (EEF – siehe unten) finanziert.
Delegierte Zusammenarbeit
Bei delegierter Zusammenarbeit handelt es sich um eine praktische Vereinbarung, bei der ein Geber (der "federführende" Geber) im Namen eines anderen Gebers bzw. mehrerer anderer Geber ("delegierende" Geber oder "stille Partner") handelt. Die praktischen Umsetzungsmodalitäten müssen zwischen dem federführenden Geber und den delegierenden Gebern definiert werden.
Development Assistance Committee (DAC) / Entwicklungshilfeausschuss
Der Entwicklungshilfeausschuss (Development Assistance Committee / DAC) als Teilorgan der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) überwacht die Entwicklungsanstrengungen der Industrieländer, setzt sich für die Koordination und für gemeinsame Prozeduren ein und bemüht sich, deren Lernerfahrungen und Wissen zu kapitalisieren und zu verbreiten. Neben der Gewinnung von statistischem Datenmaterial zählen auch die regelmäßige Evaluierung der entwicklungspolitischen Maßnahmen der Mitgliedstaaten, die Erarbeitung von Strategien und Konzepten sowie die Veröffentlichung von Jahresberichten zu den Aufgaben des DAC.
Dezentralisierung
…umschreibt die Übertragung von Kompetenzen und Verantwortlichkeiten für die Erfüllung öffentlicher Aufgaben von der Zentralregierung hin zu dezentralen (untergeordneten oder unabhängigen) Behörden oder zum Privatsektor. Eine politische Dezentralisierung strebt eine stärkere Beteiligung der Bevölkerung an politischen Entscheidungsprozessen und bei Wahlen lokaler Behörden an. Bei einer administrativen Dezentralisierung werden Kompetenzen für die Wahrnehmung öffentlicher Aufgaben an lokale Behörden der Zentralregierung umverteilt. Oft ist die administrative Dezentralisierung begleitet vom Transfer finanzieller Ressourcen und Kompetenzen (finanzielle Dezentralisierung) an die Lokalbehörden, die dann auch über die Ausgaben entscheiden.
Empowerment
… bedeutet die Ermächtigung zu eigenverantwortlichem Handeln. In diesem Prozess verschafft sich eine Person Zugang zu Möglichkeiten und eignet sich Fähigkeiten an, die es ihr erlauben, ihr eigenes Leben und das Schicksal der Gemeinschaft, in der sie lebt, in wirtschaftlicher, politischer und sozialer Hinsicht mitzugestalten.
Empowerment und inklusive Partizipation
… bedeutet die Integration armer, benachteiligter und diskriminierter Bevölkerungsgruppen in bestehende sozioökonomische Systeme und laufende politische Prozesse. Eine wichtige Rolle spielt die Ermächtigung der Betroffenen, um umfassende Beteiligung zu ermöglichen.
Energiedienstleistungen
Um Armut zu verringern und eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen, ist nicht die Energie an sich, sondern der Zugang zu Energiedienstleistungen wie Beleuchtung, Beheizung, Kühlung, Antrieb und Kochen wichtig.
Energieeffizienz
… umfasst die wirkungsvolle Erzeugung und Nutzung von Energie sowie Einsparmöglichkeiten. Durch größere Effizienz kann der Energieverbrauch gesenkt werden. Dadurch werden Emissionen und der Einsatz von Ressourcen verringert sowie die Versorgungssicherheit erhöht. In ländlichen Entwicklungsregionen kann der Verbrauch von Holz zur Energiegewinnung zum Beispiel durch die Verwendung energieeffizienter Öfen verringert werden.
Energieleiter
Die Energieleiter zu erklimmen bedeutet, die Emissionen zu senken und gleichzeitig die Energieeffizienz zu steigern. Die Energieeffizienz steigt sukzessive, wenn anstelle von Dung landwirtschaftlicher Abfall, Holz, Holzkohle, Kerosin, Flüssiggas oder Strom zum Kochen verwendet werden.
Entwicklungsland
Ob ein Land als Entwicklungsland gilt, wird vom Entwicklungshilfeausschuss (DAC – siehe oben) der OECD in der Liste der Empfängerländer festgelegt.
Entwicklungspolitik
… ist die Gesamtheit aller politischen, wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Mittel und Maßnahmen, um die Lebensbedingungen in Entwicklungs- und Transitionsländern nachhaltig zu verbessern.
Entwicklungspolitische Kommunikation
… meint die aktive Auseinandersetzung einer möglichst breiten Öffentlichkeit mit entwicklungspolitischen Themen. Voraussetzung dafür sind gut verständliche Information und Rahmenbedingungen, die eine vielfältige und auch kritische Debatte entwicklungspolitischer Fragestellungen fördern.
Entwicklungszusammenarbeit bzw. Entwicklungshilfe
Entwicklungszusammenarbeit, auch Entwicklungshilfe genannt, ist das gemeinsame Bemühen von Industrieländern und Entwicklungsländern, weltweite Unterschiede in der sozioökonomischen Entwicklung und in den allgemeinen Lebensbedingungen dauerhaft und nachhaltig abzubauen. Der Begriffswandel von Entwicklungshilfe hin zur Entwicklungszusammenarbeit illustriert den Anspruch einer partnerschaftlichen Gleichberechtigung von Geber- und Empfängerländern, im Gegensatz zu der besonders in den Anfangsjahren dominierenden Rolle des Fachwissens und des Reichtums der Geberländer.
Erneuerbare Energie
… kommt aus Quellen, die entweder nachwachsen oder nach menschlichen Maßstäben unerschöpflich sind. Im physikalischen Sinn wird Energie nicht erzeugt, sondern aus entsprechenden Energieträgern bzw. Energiespeichern umgewandelt. Sonnenenergie (Solarthermie, Photovoltaik), Wind-, Wellen- und Wasserkraft, Geothermie (Erdwärme) und Energie aus der Verbrennung von moderner Biomasse werden zu den erneuerbaren oder regenerativen Energien gezählt.
Ernährungssicherheit
… bezeichnet den Zugang aller Menschen zu jeder Zeit zu genügend Nahrungsmitteln, um ein aktives und gesundes Leben führen zu können. Voraussetzungen sind: – Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene. Dabei geht es primär um die Produktion von Nahrungsmitteln für den Eigenbedarf, der durch Vorratshaltung, das Angebot auf den Märkten sowie gegebenenfalls durch Transferleistungen ergänzt wird. – Zugang zu Nahrungsmitteln für alle: Dieser wird vor allem durch die Kaufkraft (Einkommen und Preise) und die Möglichkeit zu Eigenproduktion bestimmt. Wissen, Normen und Werte sowie verfügbare Zeit und Transportmöglichkeiten sind ebenfalls wichtige Faktoren. – Verwendung und Verwertung von Nahrungsmitteln: Wichtig sind hier sowohl Verhaltensweisen als auch das Wissen um die Zusammensetzung und Zubereitung von Nahrungsmitteln, deren Verarbeitung und Lagerung.
Europäische Arbeitsteilung
Häufig konzentrieren sich die Geber auf dieselben Länder und Sektoren. Hohe Verwaltungs- und Transaktionskosten, ein diffuser Politikdialog, geringe Transparenz und ein höheres Korruptionsrisiko sind die Folgen. Der freiwillige Verhaltenskodex der Europäischen Kommission sorgt für eine bessere Arbeitsteilung zwischen den EU-Gebern in den Entwicklungsländern, um menschliche und finanzielle Ressourcen optimal zu nutzen.
Europäischer Entwicklungsfonds (EEF)
Der Europäische Entwicklungsfonds (EEF oder EDF / European Development Fund) stellt die Hauptfinanzierungsquelle für die Entwicklungszusammenarbeit der EU mit den AKP-Staaten (siehe oben AKP: Staaten) dar. Der EEF ist nicht Bestandteil des allgemeinen EU-Haushaltes, sondern wird als Sondervermögen geführt.
Europäischer Konsens über die Entwicklungspolitik
Der Europäische Konsens über die Entwicklungspolitik (kurz: Europäischer Konsens) wurde im November 2005 im Rat angenommen. Dieses Leitbild für die Entwicklungszusammenarbeit gilt sowohl für die Europäische Kommission als auch für die Mitgliedsstaaten. Ziele sind Armutsminderung und nachhaltige Entwicklung. Als Prinzipien sind Demokratie, Menschenrechte und der partnerschaftliche Dialog mit den Entwicklungsländern festgeschrieben.
Fairer Handel / Fair Trade
… ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Er leistet einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung, indem er bessere Handelsbedingungen bietet und die Rechte benachteiligter ProduzentInnen und ArbeiterInnen - speziell in den Ländern des Südens - sichert. Fair Trade Organisationen engagieren sich – gestärkt durch KonsumentInnen – aktiv für die Unterstützung der ProduzentInnen, für Bewusstseinsbildung und Kampagnenarbeit, um die Regeln und Praktiken des konventionellen Handels zu verändern.
Formale Bildung / Informelle Bildung
Unter formaler Bildung wird die bewusste und systematische Vermittlung von Wissen, Fertigkeiten und Verhalten – mit Betonung auf Wissen – in einem klar definierten und strukturierten Rahmen von Raum, Zeit und Material sowie Standards für Lehren und Lernen verstanden. Informelle Bildung zielt auf die Vermittlung von Verhalten, Wissen und Fertigkeiten – mit Betonung auf Verhalten – ab. Informelle Bildung lässt sehr unterschiedliche und kulturell differenzierte Muster in der Organisation von Raum, Zeit und Material sowie in der Rolle von Personen und Beziehungen (Familie, Gemeinschaft) zu.
Geberkoordination
Geberkoordination bezeichnet die Abstimmung der Zusammenarbeit zwischen bilateralen und multilateralen Akteuren. Dies geschieht meistens auf Landesbasis. Um die Koordination effizienter zu gestalten und die Hilfe effektiver zu machen, sind die Entwicklungsansätze selbst und die Durchführungsprozesse sowie administrativen Anforderungen zu vereinfachen und anzupassen.
Gebundene/Ungebundene Hilfe
Von gebundener Hilfe in Zusammenhang mit der Entwicklungszusammenarbeit redet man, wenn die Lieferung von Gütern und Dienstleistungen, die aus der öffentlichen Entwicklungshilfe finanziert werden, auf nationale Unternehmen beschränkt ist. Ungebunden ist die Hilfe dann, wenn die Güter und Dienstleistungen auf dem internationalen Markt beschafft werden können. Von einer Entbindung der Unterstützung ist eine Stärkung von Qualität und Effizienz der Hilfe zu erwarten.
Gender
... ist ein Begriff, der auf die zwischen Frauen und Männern bestehenden sozialen Unterschiede verweist, die erlernt werden, sich im Laufe der Zeit ändern und sich sowohl innerhalb ein und derselben Kultur als auch zwischen verschiedenen Kulturen stark voneinander unterscheiden können. Gender bezeichnet die gesellschaftlich, sozial und kulturell geprägten Geschlechterrollen von Frauen und Männern. Diese sind – anders als das biologische Geschlecht – erlernt und damit auch veränderbar.
Gender Budgeting
… bezeichnet die Analyse und Gestaltung von Budgets aus der Gleichstellungsperspektive. Gefördert werden die Verschränkung ökonomischer und sozialer Ziele, die Steigerung von Effizienz und Rechenschaftslegung sowie die Transparenz und Demokratisierung des Budgetprozesses. Gender Budgeting ist somit ein Instrument zur Konkretisierung von Frauenpolitik. Es ist ein finanzpolitisches Verfahren, das die unterschiedlichen Auswirkungen von Budgetmaßnahmen auf Frauen und Männer untersucht und korrigiert.
Gender Mainstreaming
… ist eine Strategie, um alle Vorhaben und Entscheidungen auf ihre eventuell unterschiedlichen Auswirkungen auf Frauen und Männer zu überprüfen und deren unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen zu berücksichtigen. Wenn es um die Beseitigung oder Vermeidung von Diskriminierung geht, ist darüber hinaus auch die spezielle Förderung von Frauen notwendig.
Geschlechtergleichstellung
... ist eine Situation, in der alle Menschen ihre persönlichen Fähigkeiten frei entwickeln und freie Entscheidungen treffen können, ohne durch strikte geschlechtsspezifische Rollen eingeschränkt zu werden, und in der die unterschiedlichen Ziele und die unterschiedlichen Bedürfnisse von Frauen und Männern in gleicher Weise berücksichtigt, anerkannt und gefördert werden.
Global Compact
Global Compact (Globaler Pakt) ist eine Initiative der Vereinten Nationen, die die Umsetzung universeller Sozial- und Umweltprinzipien im Privatsektor, insbesondere in großen, multinationalen Unternehmen und Institutionen fördert. Die Mitglieder bekennen sich zu neun groben Richtlinien (z. B. keine Kinderarbeit, Respekt der Menschenrechte, Förderung der Entwicklung und Verbreitung von umweltfreundlichen Technologien).
Globales Lernen
… fördert die Kompetenz, globale Zusammenhänge zu verstehen, Einsicht in die eigenen alltäglichen weltweiten Bezüge zu gewinnen sowie Handlungsoptionen in einem globalen Kontext zu entwickeln bzw. zu beurteilen. Globales Lernen trägt zur besseren Orientierung in der Welt bei und stärkt die Fähigkeit, sich an Kommunikations- und Entscheidungsprozessen in einer global vernetzten Welt zu beteiligen.
Governance/Good Governance
Good Governance existiert dann, wenn die Wechselbeziehung und Rollenteilung zwischen Staat, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft auf folgenden wichtigen Prinzipien aufbaut: Partizipation, Transparenz, Nicht-Diskriminierung, Wirksamkeit und Verlässlichkeit der öffentlichen Angelegenheiten. Diese sollen gewährleisten, dass die BürgerInnen eines Landes wählen können, wie sie ihre eigene Entwicklung unter voller Wahrnehmung ihrer Rechte und Pflichte gestalten. Dieses Umfeld funktioniert nur dann, wenn die Prinzipien eines Rechtsstaates respektiert werden.
Grundbildung
... zielt auf die Aneignung grundlegender Kenntnisse, Fertigkeiten, Werte und Haltungen, die jeder Mensch, ob Kind, Jugendlicher oder Erwachsener, für sein Überleben, die volle Entfaltung seiner Fähigkeiten, seine uneingeschränkte Beteiligung an der Entwicklung der eigenen Gesellschaft sowie die Fortsetzung des Lernens benötigt. Hierzu zählen z. B. Lesen, Schreiben, mündlicher Ausdruck, Rechnen und das Lösen von Problemen. Grundbildung ist jedoch kein feststehend definierter Begriff, da er sich jeweils an gesellschaftlichen Anforderungen orientiert.
Harmonisierung und Abstimmung/Harmonisation and Alignment
Der internationale Trend geht in Richtung Erhöhung der Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit mit den Zielen, die Eigenverantwortung (Ownership) der jeweiligen Länder zu stärken, die Entwicklungsstrategien, -institutionen und -verfahren auf die jeweiligen Partnerländer auszurichten (Alignment) und die Geberaktivitäten untereinander besser abzustimmen (Harmonisation).
Human Development Index (HDI)/Index der Menschlichen Entwicklung
Welche Faktoren bestimmen eigentlich die Lebensqualität und wie sollen sie gemessen und damit statistisch erfassbar gemacht werden? Dazu erarbeitete das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) 1990 den Human Development Index (HDI). Dieser ist laut UNDP "ein zusammengesetzter Messwert, der drei Dimensionen der menschlichen Entwicklung berücksichtigt: ein langes und gesundes Leben (gemessen an der Lebenserwartung), Bildung (gemessen an der Alphabetisierung Erwachsener und des Schulbesuchs auf der Primar-, Sekundar- und der Tertiärbildungsstufe) und ein angemessener Lebensstandard (gemessen am Einkommen unter Berücksichtigung der Kaufkraftparität)." Der Index erfasst menschliche Entwicklung nicht vollständig, ermöglicht jedoch eine breitere Sicht auf den menschlichen Fortschritt und auf das komplexe Verhältnis zwischen Einkommen und Wohlergehen.
Humanitäre Sofortmaßnahmen/Humanitäre Hilfe/Katastrophenhilfe
Erste Leistungen der humanitären Hilfe in einer internationalen Krise oder Katastrophe: Innerhalb der ersten sechs Monate werden in enger Zusammenarbeit mit lokalen Einrichtungen kurzfristige Rehabilitations- und Wiederaufbauarbeiten durchgeführt, die das Eintreffen der Hilfe erleichtern, einer Verschärfung der Auswirkungen der Krise vorbeugen und der betroffenen Bevölkerung helfen, allmählich wieder ein minimales Selbstversorgungsniveau zu erreichen.
Höhere Bildung
Nach Grundbildung und Sekundarschulbildung ist die Höhere Bildung die dritte Bildungsstufe. Als Mindestzulassungsbedingung zu Universitäten, Pädagogischen Hochschulen und Fachhochschulen wird der erfolgreiche Abschluss der zweiten Bildungsstufe oder der Nachweis des Erwerbs gleichwertigen Wissens verlangt.
Interdependenzen Stadt-Land
Der ländliche Raum steht in einer vielfältigen Wechselbeziehung mit den urbanen Ballungszentren. Das Verhältnis weist oft ein starkes ökonomisches und politisches Machtgefälle auf. Ländliche Entwicklung ist unter anderem durch zunehmende Vernetzung und Kommunikation geprägt, wobei die Interessen und Potenziale von MigrantInnen eine Rolle spielen.
Internationale Finanzierungsinstitutionen
Dazu gehören der Internationale Währungsfonds, die Weltbankgruppe, die regionalen Entwicklungsbanken sowie der Internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD).
Kapazitätenentwicklung/Capacity Building
…muss alle Bereiche der Entwicklungszusammenarbeit umfassen und kann nur durch einen ganzheitlichen Programmansatz erreicht werden. Individuen, Organisationen und die Gesellschaft als Ganzes benötigen Kapazitäten, um ihre Angelegenheiten erfolgreich bewältigen zu können. Dies beinhaltet die Fähigkeit, Strategien zu entwickeln, Prioritäten zu setzen, Probleme zu lösen und Resultate zu erzielen. Im Rahmen von Entwicklungsprozessen sind Kapazitäten für die Planung und das Management von Politiken und Programmen sowie Rechenschaftspflicht essenziell. Es geht um die Vermittlung und Anwendung von Wissen und Fertigkeiten sowie um die Stärkung von Systemen und Abläufen. Kapazitätsentwicklung ist ein gesellschaftlicher Vorgang, der von den AkteurInnen in den Partnerländern selbst ausgehen und getragen werden muss. Damit Kapazitätsentwicklung gelingt, bedarf es ausreichend Zeit für den Dialog mit den Partnern und einer Analyse der informellen politischen wie auch kulturellen Faktoren und formellen Prozesse, die Kapazitätsentwicklung behindern oder fördern können.
Kohärenz
… sollte darauf hinauslaufen, alle zur Verfügung stehenden Instrumente der Entwicklungszusammenarbeit zum gleichen Ziel – beispielsweise der Armutsbekämpfung, Korruptionsbekämpfung oder für den Schutz der Ressourcen – einzusetzen.
Konfliktsensitivität
Jedes Vorhaben in der Entwicklungszusammenarbeit hat Auswirkungen auf die soziale, politische und wirtschaftliche Situation eines Landes sowie auf latente oder offene Konflikte. Unter Konfliktsensitivität versteht man die Berücksichtigung der Wechselwirkungen zwischen Konflikt und Maßnahme mit dem Ziel, negative, konfliktverschärfende Wirkungen zu verhindern und positive, deeskalierende und friedensfördernde Wirkungen zu verstärken.
Kyoto-Mechanismen
Die Industrieländer haben sich im Rahmen des Kyoto-Protokolls der Klimakonvention verpflichtet, ihre CO2-Emissionen zu senken. Um diese Verpflichtungen zu erreichen, gibt es die Möglichkeit, im Rahmen der so genannten flexiblen Mechanismen, dem Clean Development Mechanism (CDM) und Joint Implementation (JI), emissionsmindernde Projekte nach bestimmten Kriterien in anderen Ländern durchzuführen und sich die dadurch erzielten Einsparungen als Zertifikate für die eigenen Kyoto-Ziele anrechnen zu lassen.
Least Developed Countries (LDCs)/am wenigsten entwickelte Länder
Die Kategorie Least Developed Countries (LDCs /am wenigsten entwickelte Länder) wurde in den 1970er-Jahren von der UNO "erfunden". Die Gruppe umfasste anfänglich 25 Länder, derzeit sind es 49 Länder, die handelspolitische Begünstigungen erhalten und unter anderem tarif- und quotenfrei Güter (mit Ausnahme von Waffen) in die EU einführen können.
Lokale Entwicklung und regionale Zusammenarbeit
… bedeuten, dass die lokale Dynamik sowie die Initiativen und Interessen der Bevölkerung die Grundlage der relevanten Strategien und Förderungen bilden müssen. Evaluierungen verschiedener Geber haben gezeigt, dass die Zusammenarbeit mit Ministerien auf nationaler Ebene nicht ausreicht, um lokale Beteiligung und Verantwortlichkeit in jedem Fall sicherzustellen.
Lokale Wirtschaftskreisläufe
... stellen die Beziehung der ProduzentInnen und KonsumentInnen einer bestimmten Region dar. ProduzentInnen bieten Güter und Dienstleistungen an. Dafür brauchen sie Ressourcen (Land, Arbeitskräfte, Kapital), Know-how und Zugang zum Absatzmarkt. KonsumentInnen stellen Ressourcen, insbesondere ihre Arbeit zur Verfügung, fragen die produzierten Güter und Dienstleistungen gemäß ihren Präferenzen und Möglichkeiten nach und schaffen dadurch Produktionsanreize.
Lomé-Abkommen
Als Lomé-Abkommen wurden die in regelmäßigen Abständen erneuerten vertraglichen Regelungen der Zusammenarbeit von EU und AKP-Staaten bezeichnet, die nach dem ersten Verhandlungsort, der togolesischen Hauptstadt Lomé, benannt waren. Im Jahr 2000 wurden die Kooperationsverträge von Lomé durch das Abkommen von Cotonou ersetzt.
Mainstreaming
Grundsätzlich versteht man unter Mainstreaming ein Thema, eine Methode, einen Ansatz oder eine inhaltliche Vorgabe, die bis dahin nicht das Handeln bestimmt haben, durch Mainstreaming jedoch zum zentralen Bestandteil bei allen Entscheidungen und Prozessen gemacht werden. (siehe auch oben Gender Mainstreaming und unten Umwelt Mainstreaming)
Menschenhandel
… gehört neben Waffen- und Drogenhandel zu den lukrativsten Formen der organisierten Kriminalität. Österreich ist Vertragsstaat aller relevanten internationalen Rechtsinstrumente und verfolgt einen umfassenden Ansatz, der nationale Koordination, Prävention, Opferschutz, Strafverfolgung und internationale Zusammenarbeit integriert. Die OEZA ist aktives Mitglied der österreichischen Taskforce zur Bekämpfung des Menschenhandels. Unter Leitung des Außenministeriums koordiniert die Arbeitsgruppe die österreichischen Aktivitäten, informiert über Projekte, stärkt die Zusammenarbeit aller Akteure und versucht, frühzeitig Trends zu erkennen.
Menschliche Sicherheit
... ist ein Konzept, das wirtschaftliche und soziale Aspekte von Sicherheit ebenso umfasst wie die Wahrung der natürlichen Lebensgrundlagen als Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben von Menschen. Sowohl die armutsbedingte mangelhafte Umsetzung der Menschenrechte (z. B. Nahrung oder Gesundheit) als auch zwischen- und innerstaatliche Konflikte stellen eine Gefahr für die menschliche Sicherheit dar.
Mikrofinanzdienstleistungen
… umfassen das Angebot von Krediten, Spareinlagen und anderen grundlegenden Finanzdienstleistungen wie Versicherungen oder Geldtransfer. Die Klienten sind einkommensschwache Bevölkerungsgruppen, die dadurch erstmals die Grundlage für unternehmerische Initiativen erhalten.
Millenniumsentwicklungsziele
Zur Jahrtausendwende haben die Vereinten Nationen eine erschreckende Bilanz gezogen: Zum damaligen Zeitpunkt lebte mehr als eine Milliarde Menschen noch immer in extremer Armut, das heißt von weniger als 1 US-Dollar pro Tag. Mehr als 800 Millionen Menschen waren unterernährt und hungerten. 115 Millionen Kinder im Volksschulalter lernten weder lesen noch schreiben und mehr als eine Milliarde Menschen hatte kein sauberes Trinkwasser. Acht Ziele für Entwicklung um die weltweite Armut und deren Folgen zu bekämpfen, haben alle Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen und somit auch Österreich im Jahr 2000 acht Entwicklungsziele formuliert, die bis 2015 gemeinsam erreicht werden sollen: 1. Extreme Armut und Hunger halbieren 2. Grundschulausbildung für alle Kinder sichern 3. Gleichstellung und Empowerment von Frauen 4. Kindersterblichkeit senken 5. Gesundheit von Müttern verbessern 6. HIV/AIDS, Malaria, Tuberkulose und andere weit verbreitete Krankheiten eindämmen 7. Ökologische Nachhaltigkeit sichern 8. Eine globale Partnerschaft im Dienst der Entwicklung schaffen.
Monitoring
Ein Projekt gliedert sich in Planung, Umsetzung, Monitoring und Evaluation. Zuerst gibt es eine Idee, dann wird diese umgesetzt und gleichzeitig laufend überprüft, ob man auf Kurs ist, und am Ende schaut man, ob das Ziel erreicht worden ist. Beim Monitoring wird ein Prozessverlauf nach den bereits in der Planung definierten Indikatoren beobachtet. Wenn sich der Verlauf nicht entsprechend der Planung entwickelt, schafft Monitoring die Voraussetzung für eine entsprechende Steuerung.
Multi-Bilaterale Hilfe
… besteht darin, dass ein Geberland ganz oder teilweise die Durchführung eines spezifischen Projekts oder Programms einer multilateralen Organisation finanziert.
Multilaterale Entwicklungszusammenarbeit
… umfasst allgemeine, nicht an bestimmte Projekte gebundene Beiträge an das Kernprogramm internationaler Entwicklungsorganisationen und humanitärer Institutionen. Dazu gehören Kapitalbeteiligungen an Entwicklungsbanken und Beteiligungen an Entwicklungsfonds sowie allgemeine, ungebundene Jahresbeiträge an Fonds und Programme der Vereinten Nationen. (Siehe auch oben Bilaterale und Multilaterale Entwicklungszusammenarbeit)
Nachhaltige Entwicklung
Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung soll gewährleistet werden, dass die Bedürfnisse der heutigen Generation befriedigt werden, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zur Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse zu beeinträchtigen. Grundlage einer nachhaltigen Entwicklungsstrategie ist somit die gleichzeitige Berücksichtigung sozialer, ökonomischer und ökologischer Faktoren, die in Einklang gebracht werden müssen.
Nahrungssicherheit
... ist dann gegeben, wenn eine Bevölkerung jederzeit physischen, sozialen und wirtschaftlichen Zugang zu Nahrung hat, wenn diese Nahrung ernährungswissenschaftlichen Aspekten in Menge, Vielfalt und Qualität entspricht und sie von der entsprechenden Kultur akzeptiert wird. (Definition laut Welternährungsgipfel 1996)
Nichtregierungsorganisation (NRO)/NGO
Nach einem breiten Verständnis können alle Organisationen der Zivilgesellschaft, die nicht zum staatlichen Sektor gehören, als Nichtregierungsorganisationen (NRO / Non-Governmental Organisations / NGOs) bezeichnet werden. Sie sind nicht gewinnorientiert und nehmen in der Entwicklungszusammenarbeit Aufgaben zur Armutsminderung wahr. Diese werden mit eigenen Sammelgeldern oder mit staatlichen Ressourcen (meist von Geberländern) finanziert. Im multilateralen Kontext setzen sie sich im Rahmen von oft weltweiten Sensibilisierungskampagnen für bestimmte Sozial-, Wirtschafts-, Umwelt- oder Menschenrechtsprobleme ein oder vertreten ihre Interessen teilweise direkt.
Official Aid/Öffentliche Hilfe (OA)
Wurde nach der Reform der DAC-Empfängerliste mit 1.1.2005 abgeschafft. Leistungen für Länder auf dem vormaligen Teil II der Liste (vor allem Transformationsländer, insbesondere osteuropäische Staaten – siehe auch unten) werden seither vom DAC nicht mehr erhoben, sondern zählen als Empfänger von öffentlicher Entwicklungshilfeleistung (ODA – siehe unten). Official Aid/öffentliche Hilfe für Transformationsländer (insbesondere osteuropäische Staaten), die nicht der ODA zugerechnet wird.
Official Development Assistance (ODA)/Öffentliche Entwicklungshilfeleistungen
Als öffentliche Entwicklungszusammenarbeit oder -hilfe gelten laut der Definition des Entwicklungshilfekomitees (DAC) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) alle Mittelflüsse von staatlichen Stellen (einschließlich Ländern, Gemeinden und öffentlichen Gebietskörperschaften) an Entwicklungsländer und multilaterale Institutionen, zum Zweck der wirtschaftlichen Entwicklung und Verbesserung der Lebensbedingungen in den Entwicklungsländern.
Ownership
Nicht nur die Regierung eines Staates soll Verantwortung übernehmen, sondern auch die Partner auf lokaler Ebene. In erster Linie sollen sie den eigenen Entwicklungsprozess steuern.
Pariser Erklärung
Wegweisend für die internationale Zusammenarbeit ist die Pariser Erklärung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Im März 2005 verpflichteten sich darin die Geber- und Partnerländer, die Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit zu verbessern. Im Kern umfasst die Pariser Erklärung folgende Komponenten: 1. Stärkung der Eigenverantwortung der Partnerländer (Ownership), 2. Ausrichtung auf die Entwicklungsstrategien, -institutionen und -verfahren der Partnerländer (Alignment), 3. Harmonisierung der Geberaktivitäten (Harmonisation), 4. Einführung eines Ergebnis orientierten Managements (Managing for Results) und 5. gegenseitige Rechenschaftspflicht (Mutual Accountability).
Payment for Ecosystem Services
Die Abgeltung von Umweltleistungen stößt in der Entwicklungszusammenarbeit auf immer größeres Echo. Das Konzept basiert auf der Idee, dass diejenigen, die Umweltleistungen gewährleisten, von denen, die von diesen Leistungen profitieren, entlohnt werden. Dadurch werden Anreize für nachhaltigen Ressourcenschutz und interessante Möglichkeiten zur Verbesserung der Lebensgrundlage der armen ländlichen Bevölkerung geschaffen.
Pro-Poor-Growth
Unter Pro-Poor-Growth versteht man einen Wachstumsprozess, an dem arme und marginalisierte Bevölkerungsgruppen überproportional teilhaben und der daher auch zur Reduktion der Verteilungsungleichheit führt. Wirtschaftswachstum und eine Erhöhung der Einkommen der Armen sind notwendige Voraussetzungen für Armutsreduktion. Aber auch eine breitenwirksame Verteilung der Zuwächse und Gewinne ist dafür erforderlich.
Public Private Partnership (PPP)
Entwicklungspartnerschaften – die Zusammenarbeit von Entwicklungspolitik und privater Wirtschaft – verbindet entwicklungspolitische Ziele und privatwirtschaftliche Interessen wie Gewinnstreben miteinander und erzielt dadurch Synergieeffekte.
Rechtsstaatlichkeit
Rechtsstaatlichkeit (Rule of Law) ist eng mit dem Konzept des modernen Staates verbunden, der stabile, günstige Rahmenbedingungen für die Entfaltung und Entwicklung aller Menschen auf seinem Territorium schafft. Rechtsstaatlichkeit bedingt einen kohärenten und verbindlichen gesetzlichen Rahmen für die Tätigkeit staatlicher Behörden und bedeutet auch konsistente Regeln für ein friedliches Zusammenleben in der Gesellschaft, das die Würde und Rechte jedes Menschen achtet.
Resolution 1325 des Sicherheitsrats der UNO
... aus dem Jahr 2000 geht erstmals auf die spezifischen Auswirkungen von bewaffneten Konflikten auf Frauen und Mädchen ein. Gefordert wird die vermehrte Einbeziehung von Frauen in alle Phasen von Friedensprozessen. Auch Österreich engagiert sich für die Umsetzung der VN-Resolution 1325. Im August 2007 beschloss die Regierung dazu einen "Nationalen Aktionsplan". Neben der stärkeren Beteiligung von betroffenen Frauen an Friedensprozessen und lokalen Friedensinitiativen werden vorbeugende Maßnahmen gegen Gewalt und zum Schutz der Bedürfnisse und Rechte von Frauen und Mädchen in Friedensmissionen, bei humanitären Einsätzen sowie in Lagern für Flüchtlinge und Binnenvertriebene angestrebt.
Schwellenländer
Teilgruppe unter den Entwicklungsländern, die aufgrund erfolgreicher Industrialisierungsprozesse die typischen strukturellen Merkmale der Entwicklungsländer überwunden haben und an der Schwelle zum Industrieland stehen. Die Klassifizierung als Schwellenland erfolgt anhand unterschiedlicher Kriterien, unter anderem dem Pro-Kopf-Einkommen. (Siehe auch Entwicklungsländer)
Sector-Wide Approach (SWAp)
Ein SWAp ist ein Prozess der Zusammenarbeit zwischen Geber- und Empfängerländern, der darauf abzielt, dass sowohl die lokalen Budgetmittel als auch die Hilfsgelder der Gebergemeinschaft eine (Sektor)Politik unter der Federführung des Empfängerlandes unterstützen.
Siedlungshygiene/Sanitation
Der Begriff Siedlungshygiene (Englisch: sanitation) fasst alle Einrichtungen, Hygieneprinzipien und Maßnahmen zusammen, die der sicheren Sammlung, Wiederverwertung und Entsorgung menschlicher Fäkalien und häuslicher Abwässer dienen. Definition nach: Sanitation Policies, Thematic Overview Paper. IRC International Water and Sanitation Centre, Delft 2003
Technische Zusammenarbeit
… umfasst traditionell technische Hilfe, Ausbildungen und Stipendien, die es nicht vermochte, die Partnerländer in die Lage zu versetzen, die Entwicklungsaktivitäten zu übernehmen und aus eigener Kraft weiterzuführen. Der gesellschaftliche und lokale Kontext der Partner blieb häufig unberücksichtigt. Der Einsatz technischer Hilfe richtete sich danach, was die Geber zur Verfügung stellen wollten oder konnten, und nicht nach den Bedürfnissen der Partnerländer. Die Geber setzten eigene ExpertInnen ein und wandten eigene Technologien und Prozesse an – die Potenziale, Kenntnisse und Fertigkeiten der Partner hingegen blieben ungenutzt.
Transitionsländer/Transformationsländer
... sind jene Länder des ehemaligen Ostblocks, die sich seit 1990 auf dem Weg zu Demokratie und sozialer Marktwirtschaft befinden. Ihre politischen Institutionen müssen in funktionierende demokratische Rechtsstaaten, in denen das Handeln der Regierungen auf demokratisch beschlossenen Gesetzen beruht. Die Länder sind in ihren Reformen unterschiedlich weit fortgeschritten. Zuvorderst liegen die EU-Beitrittskandidaten gefolgt von den südosteuropäischen Staaten. Die Länder der Gemeinschaft unabhän-giger Staaten (GUS) haben den umfangreichsten Reformbedarf.
Umwelt Mainstreaming
"Mainstreaming" bedeutet, dass bestimmtes Handeln – in diesem Fall umweltschonendes bzw. -verbesserndes – zu einem normalen und selbstverständlichen Handlungsmuster wird. Umweltaspekte werden auf allen Ebenen der Entwicklungspolitik konsequent mitgedacht. Erfolgreiches Umwelt-Mainstreaming aktueller Politiken, Entwicklungsstrategien und -programme auf Geber- wie auf Partnerländerseite sind die Voraussetzung dafür, dass wirtschaftlich, sozial und ökologisch ausgewogene Entwicklung dauerhaft möglich wird.
Wasser und Wasserdienstleistungen
Wasser ist ein nicht ersetzbarer Naturstoff und Urquell allen Lebens. Durch seine vielfältige Funktion als Lebensmittel, Voraussetzung für Hygiene, Produktionsmittel und Bestandteil der Ökosysteme spielt es auch in vielen anderen Entwicklungssektoren eine wesentliche Rolle. Dies gilt vor allem für die Bereiche Gesundheit, Ernährungssicherung und Energie. Wasser ist damit ein Schlüsselfaktor für die sozioökonomische Entwicklung wie auch für die Bewahrung entscheidender Lebensgrundlagen.
Wertschöpfungskette
… ist ein Netzwerk von Unternehmen, deren Aktivitäten ein Produkt von der Konzeption bis zu den KonsumentInnen bringt. Entwicklungsländer sind zunehmend Teil internationaler Wertschöpfungsketten. Transparenz trägt zu fairen Bedingungen zwischen den Netzwerkpartnern bei.
Wirtschaftspartnerschaften
Das Programm Wirtschaftspartnerschaften unterstützt durch die enge Zusammenarbeit mit der österreichischen bzw. europäischen Wirtschaft die sozioökonomische Entwicklung in Ländern des Südens und Ostens. Gefördert werden Vorhaben von Unternehmen, die zugleich dem entwicklungspolitischen Interesse am Gemeinwohl im Zielland und unternehmerischem Nutzen verpflichtet sind.
Zivilgesellschaft
... ist ein Sammelbegriff für alle Formen sozialen Handelns von Einzelnen oder Gruppen, die nicht auf Initiative des Staates zurückgehen, nicht von diesem gelenkt werden. Zu zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich der Interessen der Bevölkerung besonders annehmen und oft auch als Mittler zwischen öffentlicher Gewalt und den BürgerInnen auftreten, zählen insbesondere: - die Arbeitsmarktparteien, über die Organisationen der Sozialpartner; - Vertretungsorganisationen im sozialen und wirtschaftlichen Bereich; - Nicht-Regierungsorganisationen, die gemeinsame Ziele verfolgen (Umweltschutz, Verbraucherschutz, Aus- und Weiterbildung usw.); - Organisationen, die aus der Mitte und von der Basis der Gesellschaft her entstehen (etwa Jugendorganisationen, Familienverbände); - Religionsgemeinschaften.