Südkaukasus
Die Aussicht auf verstärkte Zusammenarbeit mit der Europäischen Union gilt als Antrieb für die Reformbestrebungen der Länder des Südkaukasus. Heute befinden sich Georgien, Armenien und Aserbaidschan in einem tiefgreifenden wirtschaftlichen Transformationsprozess mit einigen wichtigen Ansätzen zu politischen Reformen sowie Reformen im Justizbereich.
Der Großteil der Bevölkerung kämpft noch immer mit großer Armut und hoher Arbeitslosigkeit. Das Zusammenleben der Bevölkerungsgruppen in der sprachlich und ethnisch vielfältigen Region ist häufig von mangelndem Vertrauen und tiefliegenden Vorurteilen geprägt. Schlechte Infrastruktur, brachliegende Industriezweige, eine extrem kleinteilige Landwirtschaft, Barrieren in Verkehr und Wirtschaft, Korruption sowie politische und territoriale Konflikte sind die problematischen Rahmenbedingungen, die es zu verbessern gilt.
Österreichisches Engagement
Die Zusammenarbeit zwischen Österreich und dem Südkaukasus begann bereits 1988 mit Hilfsmaßnahmen nach dem Erdbeben in Armenien. Seit 2006 ist der Südkaukasus Schwerpunktregion der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA). Bisher standen Konfliktbewältigung, Friedenssicherung und Vertrauensbildung im Vordergrund. Dialog und Kooperationen zwischen den Volksgruppen schaffen die Basis für Sicherheit und demokratische Entwicklung. Dabei arbeitet die OEZA mit staatlichen Stellen, multilateralen Partnern und zivilgesellschaftlichen Organisationen in der Region zusammen.
Bessere Lebensbedingungen in den Grenzregionen
Seit Beginn 2011 wird das österreichische Engagement im Südkaukaus neu gestaltet. Auf Basis bilateraler Programme für Armenien und Georgien konzentriert sich die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit nun auf die Förderung von Land- und Forstwirtschaft in den Grenzregionen. Verbesserte Rahmenbedingungen für wirtschaftliches Engagement, Know-how Transfer zur Modernisierung und Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion sowie die Förderung moderner und effizienter Verwaltungsstrukturen und wettbewerbsfähiger Betriebe sollen zu höherer lokaler Wertschöpfung, neuen Arbeitsplätzen und somit besseren Lebensbedingungen beitragen.
Lokale Regierungsstellen, zivilgesellschaftliche Akteure und PrivatunternehmerInnen werden bei partizipativen Planungs- und Umsetzungsprozessen wie etwa bei der Erstellung von Gemeindeentwicklungsplänen und Strategien zur Entwicklung der Region unterstützt. Reformen in der nationalen Gesetzgebung sollen den Boden für wirtschaftliche Investitionen und gezielte Korruptionsbekämpfung bereiten.
Besonderes Augenmerk gilt der Integration von Frauen, Minderheiten und sozial Benachteiligten in die politischen und wirtschaftlichen Prozesse.




