Südliches Afrika
Armut ist im SADC Raum (Southern African Development Community) ein komplexes Phänomen. Daher verfolgt die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) einen erweiterten Ansatz in der Armutsminderung. Dieser berücksichtigt nicht nur die verfügbaren Ressourcen, sondern auch die konkrete Lebenssituation der Betroffenen. Die OEZA fördert im SADC Raum Programme und Projekte, die gute Regierungsführung und Infrastruktur unterstützen. Denn nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum und Entwicklung brauchen als Voraussetzungen Demokratisierung und soziale Gerechtigkeit. Alle SADC Mitgliedstaaten erkennen dies an.
Rechtsstaatlichkeit
Die Stärkung des Rechtswesens und die Durchsetzung der Menschenrechte sind im SADC-Raum wesentliche Voraussetzungen für eine nachhaltige menschliche Entwicklung. Dazu bedarf es einerseits eines guten öffentlichen Sektors, der demokratiepolitische Prinzipien achtet, andererseits braucht es eine Zivilgesellschaft, die die Bedürfnisse der benachteiligten Bevölkerung innerhalb der Gesellschaft äußern und einfordern kann.
Die OEZA unterstützt das institutionelle Programm der SADC-CNGO (SADC Council of NGOs), das die Erarbeitung einer gemeinsamen Armutsanalyse der Zivilbevölkerung und davon abgeleitet die Entwicklung angepasster Strategien der Armutsminderung zum Inhalt hat.
Benachteiligung und Gewalt auf Grund des Geschlechts sowie Menschenhandel stellen eine gravierende Gefahr für die menschliche Sicherheit der betroffenen Personen, vor allem von Frauen und Kindern, dar. Die ADA unterstützt die SADC Gender Unit in der Verbreitung eines Handbuchs für Akteure der Gerichtsbarkeit zu Gewalt gegen Frauen und Kinder sowie die Umsetzung des Aktionsplans der SADC zur Bekämpfung des Menschenhandels im SADC Raum. Diese Förderung ist im Sinne des österreichischen Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Sicherheitsratsresolutionen 1325 und 1820.
Eine besondere Rolle in der Armutsminderung kommt Parlamenten zu: Ihre Arbeit ist ein wichtiger Bestandteil der Förderung von Demokratisierung. Die aktive Teilnahme des Parlaments an Budgetprozessen, basierend auf den nationalen Armutsminderungsstrategien, hat Auswirkungen auf die Entwicklung eines Landes und fördert den armutsmindernden Einsatz von Staatsressourcen. Die OEZA stärkt daher Parlamente, damit diese ihre Aufgaben entsprechend wahrnehmen können.
Landfrage
Die Landfrage und die damit verbundene Ressourcenverfügbarkeit sind im südlichen Afrika zentrale Themen. Eine Lösung derselben ist unabdingbar für die weitere Demokratisierung und nachhaltige Armutsminderung. So sollen etwa institutionelle Reformen das Empowerment der Bevölkerungsgruppen fördern, die bisher vom Zugang zu Land und dessen Nutzung ausgeschlossenen waren. Umweltschutz und Klimawandel stellen ebenfalls große Herausforderungen für eine erfolgreiche Lösung der Landfrage dar.
Die OEZA unterstützt regionale Interventionen, die auf positiven Erfahrungen im Bereich der Landreform aufbauen und setzt sich für die Verbreitung dieser Lösungsansätze ein.
Energieversorgung
Der Zugang zu Energiedienstleistungen stellt im Süden Afrikas eine weitere Voraussetzung für eine nachhaltige menschliche Entwicklung dar. Dabei geht es nicht um Energietechnologien an sich, sondern um den Zugang zu Energie für Kochen, Beleuchtung, Heizung, Kühlung und Antrieb.
Die OEZA beteiligt sich an der Partnerschaft für Energie und Umwelt mit dem südlichen und östlichen Afrika (EEP S&EA). Die Partnerschaft fördert den Zugang zu modernen Energiedienstleistungen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Etablierung erneuerbarer Energieformen gelegt. Darüber hinaus unterstützt die OEZA die Kapazitätsentwicklung von lokalen Institutionen im Bereich der Solarthermie.
Das österreichische Engagement ist Teil des Regional Indicative Programme 2008 - 2013 der Europäischen Delegation und der EU-Mitgliedstaaten mit der SADC. Ein entsprechendes Kooperationsabkommen zwischen Österreich und der SADC wurde im Oktober 2008 unterzeichnet.







