
- © by: Mirjana Zivanovic und Slobodan Polic/SEEMO
Serbien
Die politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen, denen sich die Republik Serbien seit dem Zerfall Jugoslawiens stellen muss, sind auch heute noch enorm. Obwohl das Wirtschaftswachstum seit dem Regimewechsel konstant stieg, liegt das Durchschnittseinkommen pro Monat auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Gleichzeitig gerät die Inflation zusehends außer Kontrolle. Rund ein Viertel der Bevölkerung ist arbeitslos. Aber: Serbien hat Potenzial.
Armutbekämpfung und Schaffung neuer Arbeitsplätze
Durch die internationale Wirtschaftskrise fallen auch in Serbien immer mehr Menschen unter die Armutsgrenze. Hiervon sind besonders ältere Personen, Kinder, alleinerziehende Mütter, Familien mit sechs oder mehr Mitgliedern sowie Familien, die Landwirtschaftsbetriebe führen, betroffen. Im Rahmen der serbischen Armutsbekämpfungsstrategie verfolgt das Land einen ökonomischen, sozialen und politischen Reformkurs, der auf eine möglichst rasche europäische Integration ausgerichtet ist. Die soziale Ungleichheit im Land wird weiter verstärkt durch die enorme Flüchtlingsbelastung. Ein ganz wesentlicher Faktor ist neben der Armutsreduktion und der Schaffung von Arbeitsplätzen die Überwindung von sozialen Spannungen und Ungleichheiten. Sie zählt zu den Kernaufgaben des Staates.
Europäische Integration und Wirtschaftsaufschwung
Durch vielfältige Projekte und Programme trägt die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) vor dem Hintergrund der langsam voranschreitenden EU-Integration dazu bei, Frieden, Stabilität und Aufschwung in der Region zu sichern. Gerade in Zeiten der sozialen und wirtschaftlichen Spannungen ist der Förderung einer nachhaltigen, ausgewogenen wirtschaftlichen Entwicklung, der Unterstützung der europäischen Integration Serbiens sowie der gesellschaftlichen Modernisierung breiter Raum zu geben
Zukunftsperspektiven: Bildung und Wirtschaft
Das Bildungsniveau der Menschen ist relativ gut. Und Industrie, Dienstleistungssektor sowie Land- und Forstwirtschaft haben beträchtliches Entwicklungspotenzial. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die Entwicklung Serbiens daher mit Programmen, die Wirtschaft und Beschäftigung fördern. Oberstes Ziel der OEZA ist dabei die Minderung der Armut nach serbischer Strategie. Durch eine verbesserte Arbeitsmarktverwaltung und die Einführung von Qualitätsstandards wird das Investitionsklima gestärkt und so die regionale Entwicklung gefördert. Neue Arbeitsplätze und eine arbeitsmarktorientierte Berufsbildung sollen vor allem jungen Menschen Zukunftsperspektiven in ihrer Heimat bieten. Durch Projekte in den Bereichen Hochschul- und Berufsbildung, aber auch durch gezielte Schulungen für berufstätige und Arbeit suchende Menschen wird das Qualifikationsniveau der Bevölkerung erhöht.
Europäischer Integrationskurs und integrierte regionale Entwicklung
Österreich unterstützt Serbien auch bei der Integration in die EU sowie bei der Sicherung von Stabilität und Frieden. Nach dem Zerfall Jugoslawiens und seit dem Ende der Ära Milosevic steht Serbien vor großen politischen Herausforderungen. Die Loslösung des Kosovo spaltet das Land politisch tief. Der nach dem Regimewechsel und nach der Ermordung des serbischen Premierminister Djindjic im Jahr 2003 eingeschlagene europäische Integrationskurs wird zwar fortgesetzt, doch kommt es immer wieder zum Auftauchen autoritär-nationalistischer Kräfte der Vergangenheit, die wieder die politische Oberhand gewinnen wollen. Seit dem Jahr 2000 hat noch keine Regierung die volle Amtszeit geschafft.
Für eine möglichst wirksame Entwicklungskooperation mit Serbien stimmt die OEZA ihre Programme sowohl mit dem Partnerland als auch mit anderen Gebern wie der Europäischen Union ab. Österreich ist seit 1999 in Serbien aktiv und hat im Jahr 2002 ein Koordinationsbüro in Belgrad eröffnet. Geografisch konzentriert sich die OEZA hauptsächlich auf die Regionen Vojvodina und Südserbien, wobei sich der methodische Ansatz einer integrierten regionalen Entwicklung sehr bewährt. Bei der Realisierung der Paris-Agenda ist die OEZA in Serbien unter den Gebern führend, vor allem hinsichtlich der Aspekte "Ownership" und "Alignment".
Detaillierte Informationen zum Land in der Länderinformation Serbien






