Im Einklang mit der EU-Nachbarschaftspolitik ist die Anbindung der Schwarzmeerregion an den Donauraum ein wesentliches Anliegen der österreichischen Außenpolitik. Die Zusammenarbeit zwischen Österreich und dem Südkaukasus begann bereits 1988 mit Hilfsmaßnahmen nach dem Erdbeben in Armenien.

Bessere Lebensbedingungen

2011 wurde das österreichische Engagement im Südkaukasus neugestaltet. In der Zusammenarbeit mit Armenien und Georgien konzentriert sich die Austrian Development Agency auf die Land- und Forstwirtschaft . Ziele sind die Schaffung von Einkommen und Arbeitsplätzen sowie die Steigerung der lokalen Wertschöpfung. Österreichs Engagement dient vor allem der Armutsbekämpfung in den Grenzregionen beider Länder. Wichtige Themen dabei sind Konfliktprävention in den Grenzregionen Georgiens und Armeniens sowie gute Regierungsführung und Dezentralisierung. In Moldau liegt der Schwerpunkt der Zusammenarbeit in der Wasserver- und Abwasserentsorgung sowie im Bereich Wirtschaft und Beschäftigung. Verbesserte Rahmenbedingungen für wirtschaftliches Engagement, Know-how Transfer zur Modernisierung und Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion sowie die Förderung moderner und effizienter Verwaltungsstrukturen und wettbewerbsfähiger Betriebe sollen zu höherer lokaler Wertschöpfung, neuen Arbeitsplätzen und somit besseren Lebensbedingungen beitragen.

Die Aussicht auf verstärkte Zusammenarbeit mit der EU gilt als Antrieb für die Reform­bestrebungen der Länder des Südkaukasus. Der Großteil der Bevölkerung kämpft noch immer mit großer Armut und hoher Arbeitslosigkeit. Das Zusammenleben der Bevölkerungsgruppen in der sprachlich und ethnisch vielfältigen Region ist häufig von mangelndem Vertrauen und tiefliegenden Vorurteilen geprägt. Schlechte Infrastruktur, brachliegende Industriezweige, eine extrem kleinteilige Landwirtschaft, Barrieren in Verkehr und Wirtschaft, Korruption sowie politische und territoriale Konflikte sind die problematischen Rahmenbedingungen, die es zu verbessern gilt.