Die Austrian Development Agency plant mit insgesamt bis zu 11 Millionen Euro den Wiederaufbau in IS-befreiten Gebieten im Irak zu unterstützen.

Der Irak weist mit 3,3 Millionen Menschen auf der Flucht im eigenen Land eine der weltweit größten Zahl an Binnenvertriebenen auf. Gleichzeitig konnten mittlerweile 1 Million Frauen und Männer in ihre Heimatstädte und -dörfer zurückkehren. Die von der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) befreiten Gebiete sind aber vermint, die Infrastruktur zerstört. Genau hier setzt das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) an, das von der Austrian Development Agency (ADA) mitfinanziert wird. "Österreich bietet Vertriebenen oder geflüchteten Menschen in ihren Heimatregionen gezielt die Möglichkeit zur Wiederansiedelung, sobald die akute Gefahr vorüber ist. Deshalb beteiligen wir uns verstärkt an Wiederansiedelungs- und Reintegrationsprogrammen, die den Menschen vor Ort durch Verdienstmöglichkeiten sowie Infrastrukturen wie Schulen oder Krankenhäusern eine Perspektive bieten", betont Bundesminister Sebastian Kurz.

Mit dem Aufsichtsratsbeschluss von vergangener Woche finanziert die Austrian Development Agency (ADA), die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, mit weiteren 3 Millionen Euro UNDP und den sogenannten "Fonds zur Unterstützung der erweiterten Stabilisierung". In enger Abstimmung mit der irakischen Regierung werden mit dieser Fördereinrichtung Universitäten, Elektrizitätskraftwerke und Straßen wiederaufgebaut. "Damit die Menschen auch dauerhaft zurückkehren können, ist die Unterstützung von Kleinstbetrieben - wie zum Beispiel einer Bäckerei - extrem wichtig", erklärt ADA-Geschäftsführer Martin Ledolter: "Nur wenn Arbeits- und Einkommensmöglichkeiten für tausende Menschen geschaffen werden, können diese auch bleiben." Die Maßnahmen von UNDP, die Österreich fördert, werden vor allem in den Provinzen Anbar, Diyala, Ninewah und Salah al-Din gesetzt.

Bereits 2015 und 2016 hat die ADA die Menschen im Irak über UNDP unterstützt: Mit 2 Millionen Euro wurde das UNDP Programm zur Unterstützung der unmittelbaren Stabilisierung gefördert. Ein bis 2 Millionen für den Irak sollen heuer noch folgen. Für 2018 sind weitere 4 Millionen Euro des ADA-Budgets für Förderungen im Irak vorgesehen. 2015 bis 2018 werden demnach Wiederaufbaumaßnahmen im Irak von der ADA mit insgesamt bis zu 11 Millionen Euro gefördert.